31.05.12 Letzte Gelegenheit

Soeben kommt eine Nachricht des Flensburger Schifffahrtsmuseums zur Erinnerung an alle, die noch vorhatten die Ausstellung der sehenswerten Modellschiffe aus der Hand von Adolf Born anzusehen oder sie noch mal besuchen wollten:

Modell der FORTUNA von Adolf Born
"Ausstellung "Historisch korrekt" endet am Wochenende.
Am Sonntag, den 3. Juni endet im Flensburger Schifffahrtsmuseum die Ausstellung "Historisch korrekt". Die Besucher haben zum letzten Mal die Möglichkeit, die Modell-Flotte des Flensburger Modellbauers Adi Born zu bewundern. Die Modelle spiegeln vor allem die typischen Segelschiffstypen der regionalen Küstenschifffahrt wider. Sie faszinieren durch ihre Detailverliebtheit und handwerklich perfekte Ausführung. (Öffnungszeit: 10-17 Uhr, Eintritt 6 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei!)
Dr. Thomas Overdick
(Museumsleiter)"

Wenn das Wetter nicht ganz so toll wird, ist ein Besuch doch eine gute Alternative zum Strandbesuch, oder?

31.05.12 Maßnahme

Nun wird dem Modell der FORENING seine hölzerne Haut aus Planken angemessen. Weil bei diesem Nachbau eines historischen Schiffes keine Detail-Pläne vorliegen, muss vieles erprobt werden. Solche Pläne sind im heutigen Schiffbau unverzichtbar. Früher, als die technische Entwicklung langsamer vonstatten ging, "wusste" ein Schiffbauer durch Ausbildung und langjährige Tätigkeit, wie ein Schiff zu bauen ist. Zwar wurden Neuerungen aus aller Welt übernommen, aber langsam, denn alles Neue musste erprobt und mit dem vorhandenen Wissen vereinbart werden.
So haben sich die Grundzüge des Schiffbaues über lange Zeit nur wenig verändert. Sie waren auch durch den Werkstoff Holz und die altbekannten Bearbeitungsmethoden weitgehend vorgegeben. So entstanden Formen, die scheinbar wie von selbst für ihren Zweck optimiert waren. Will man heute ein solches Schiff nachbauen, entstehen deshalb viele Fragen.

Im Augenblick soll herausgefunden werden, wie die Planken im Heckbereich genau verlaufen. Denn der Schiffstyp, dessen Modell hier entsteht, zeichnet sich durch ein "rundes" Heck aus, bei dem die Planken in einer engen Biegung nach oben in das Deck einlaufen. Hierfür müssen die Schandeckel im Heck so angepasst werden, dass sich die Planken anschmiegen können.

29.05.12 Erfreulich traditionell

BODIL hat am Takeldalben mit der Bb Vorleine festgemacht
Gestern fuhr der Schipper von BODIL ein ganz traditionelles, aber von größeren Schiffen nur noch selten praktiziertes Hafenmanöver: Warten am Takeldalben. Diesen Manöver wird heute noch in jedem anständigen Segelkurs für den A-Schein geübt und früher wurde es natürlich auch mit größeren Schiffen praktiziert. Es läuft und lief stets nach dem selben Muster ab: Das Schiff wir mit Restfahrt so in den Wind gestellt, dass ein Dalben im Hafen erreicht wird, an dem man eine Vorleine ausbringt, an der das Schiff dann im Wind frei schwoien kann.

Der praktische Nutzen besteht darin, dass man verschiedene Arbeiten erledigen kann, bevor der endgültige Liegeplatz angefahren wird.  Also etwa die Leinen klar machen, die Segel bergen oder was sonst sein muss, oder soll.

Im Falle von BODIL sollte wohl auch ein Fischbrötchen gegessen werden, um Kraft für die folgenden Leinenmanöver zu schöpfen. Die Brötchen wurden natürlich stilvoll mit dem Beiboot geholt. Ein schönes Manöver, ein schönes Bild. So was sollte man öfter zu sehen bekommen.

29.05.12 Der Haischoner in Theorie und Praxis


Zur Theorie:
Kürzlich entbrannte eine leidenschaftliche Debatte über das Thema "wie Original müssen Schiffe im Museumshafen sein?" und zwar nicht nur, wenn sie satzungsgemäß als Vereinsschiffe aufgenommen werden wollen, sondern schon dann, wenn sie auch nur vorübergehend im Museumshafen liegen. Die Diskussion spitzte sich auf den Fall zu, dass einer der drei im Schiffshistorischen Archiv Flensburg bekannten Haikutter mit Schoner-Rigg ein solches Begehren stellen könnte, was zu diesem Zeitpunkt gar nicht der Fall war und was sich mittlerweile wohl auch ganz erledigt hat.
Nun muss man sich dabei klarmachen, dass alleine schon die Bezeichnung "Haikutter" ein Widerspruch in sich ist, wurden diese Schiffe doch- so scheint es- ausschliesslich oder wenigstens in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle als Galeassen, sprich Ketschen geriggt. Kutter geriggte Haikutter sind zumindest genau so selten wie Hai-Schoner. DAGMAR AAEN ist einer der wenigen "echten" weil nicht echten Haikutter. Und die ist bekanntlich schon lange ein oft und gerne gesehenes Vereinsschiff.
Man hätte auch über die Frage streiten können, "wie hoch dürfen Masten auf einem Haiketschkutter sein?" Hierbei lohnt sich ein Hinweis auf CARMELAN, der noch zu Zeiten, als sie den Museumshafen zierte, ein gelinde gesagt abenteuerlich hoher Hauptmast verpasst wurde. Oder man könnte fragen "dürfen die Steuerhäuser von Haikuttern eigentlich entfernt werden?" Das von DAGMAR AAEN steht bekanntlich auf der Dampferbrücke als langsam verwitternder Unterstand für den Kartenverkauf.
Fragen über Fragen. Derweil nimmt die Zahl der Schiffe im Museumshafen eher ab als zu. Und von einer Bewerberliste ist weit und breit nichts zu sehen.

Die Masten der VICTOR JARA
Zur Praxis:
Wenige Tage nach der Rum-Regatta hat die VICTOR JARA, der zweite der drei bekannten Haischoner in den Museumshafen verhohlt. Ganz ohne Diskussion. Na also, es geht doch.

Zur Praxis gehört aber leider auch, dass tatsächlich unpassende Jachten aus Plastik dauerhaft geduldet werden.

29.05.12 Kielschwein an Bord

Mittlerweile geht der Modellbau auf der Museumswerft weiter, wenn auch anscheinend etwas langsamer als vor der "offiziellen Kiellegung" von der wir am 15.05.12 berichteten.

Das Kielschwein ist einzogen
So ist jetzt das Kielschwein in den Bau einbezogen worden. Damit bekommt der Rumpf zusätzliche Stabilität gegen Biegung in der Längsrichtung. Die in der Beschreibung in WIKIPEDIA erwähnten "Bodenwrangen" gibt es bei dem Modell nicht. Diese verbinden die gegenüberliegenden Spanten. In dem Modell gibt es hingegen einen einzigen Spant für beide Schiffsseiten. Das Kielschwein ist auf dem Foto als gebogener Balken über dem untereren Ende der Spanten zu erkennen. Es ist mit diesen und mit den Steven verbunden. Es sah bei der historischen Vorlage sicherlich etwas anders aus.
Doch wie zuvor geschildert, weicht das Modell in bestimmten  Konstruktionsmerkmalen absichtlich  vom Original ab. Dennoch soll beim Bau des Modells verloren gegangenes Wissen über derartige Schiffe wiedergewonnen werden.  Das scheint widersprüchlich ist aber notwendig, weil Konstruktionsunterlagen im heutigen Sinne im Schiffbau damals nicht üblich waren. So muss sich der nachbauende Bootsbauer weitgehend auf seine handwerklichen Grundkenntnisse verlassen. Und dann versuchen, diese mit den vorhandenen Eckdaten (Länge, Breite, Seitenhöhe, Tragfähigkeit) und noch verfügbaren Abbildungen zu einem funktionsfähigen Schiff zu  vereinbaren. Ein spannender Ansatz. Wir berichten weiter.

29.05.12 Historischer Start?

SUNTHORICE auf Gästefahrt
"Egal ob alleine, in der Familie oder in der Gruppe, ob beruflich oder in der Freizeit – wer sich für alte Schiffe interessiert, kann sich hier stunden- oder tagelang aufhalten und auf spannende Entdeckungsreise gehen... Segelschiff fahren, oder einfach das knarrende Holz, den Geruch von altem Tauwerk und die Atmosphäre historischer Seefahrt genießen." So die Ankündigung des Historischen Hafens Flensburg auf seiner Internetseite.
In dem Bemühen, die vorhandenen Kräfte zu bündeln, wurde der bereits lange bestehenden Museumshafen e.V, der Verein "Salondampfer Alexandra", das Flensburger Schifffahrtsmuseum, der "Verein Klassische Yachten Flensburg" und die streng genommen nicht zugehörige (weil nie beigetretene) Museumswerft gGmbH zusammen mit den jeweiligen  Fördervereinen unter dem Dach des "Historischen Hafens Flensburg" vereint.
Ein naheliegendes Ziel ist deshalb, die westliche Hafenseite vorrangig für Historische Großfahrzeuge zu reservieren und in eigener Verantwortung zu verwalten. Dafür wurde eigens die Stelle eines Hafenkapitäns installiert und ein Büro eingerichtet.
Jetzt scheint das Bestreben erste Erfolge zu zeitigen. Unübersehbar, weil groß und knallrot, liegt ein bemerkenswertes Fahrzeug an prominenter Stelle der Steinpier, vor dem Flensburger Schifffahrtsmuseum.
Die mächtige Ankerklüse im Vorsteven des Gefährts zeugt von seiner Vergangenheit als Feuerschiff. Der Rumpf hat - nicht zufällig - Formen eines Großseglers, wurden doch meist diese Entwürfe wegen ihrer hervorragenden See-Eignung für den Einsatz als Feuerschiff verwendet.
So wurde die SUNTHORICE unter dem Namen AUSSENJADE II im Jahr 1902 zur Sicherung der Emsmündung in Dienst gestellt. Ihre Masten trugen früher keine Segel, sondern die für den Einsatz als "schwimmender Leuchtturm" vor der Emsmündung bestimmten Leuchtfeuer. Jetzt macht sie Touristenfahrten unter Segeln in einem Fantasie-Rigg auf der Inneren Förde. Wer mehr über das Schiff und seine Geschichte erfahren möchte, möge auf das Bild klicken.
Bislang lag sie an der Industriepier in der Hafenmündung, nun hat sie zumindest einstweilen einen neuen Liegeplatz gefunden.
Da ist sie dann wohl Platzhalter für ein weiteres geplantes Unikum im Historischen Hafen: Die Schnaubrigg FORENING. Zwar aus einem anderen Jahrhundert, aber auch nicht aus Flensburg stammend und auch nicht original und nicht segeln können sollend, wird sie zumindest ähnlich groß sein wie der knallrote Hafenlieger. Wer also abschätzen möchte, wie ein sich ein Segelschiff dieser Größe an dieser Stelle ausmacht, muss nicht warten, bis ein Modell im Maßstab 1:3,5 fertig ist, sondern braucht nur zum Hafen gehen und die Augen aufmachen.
Im Museumshafen Fischereifahrzeuge die nach den Vorstellungen und den Bedürfnissen der jeweiligen Eigner umgestaltet wurden, ohne Bünn aber mit Deckshäusern, wo keine waren, andere ohne solche, weil als störend empfunden und abgesägt. Dazu Nachbauten von Schiffen, deren Aussehen und Konstruktion unbekannt ist und jetzt noch SUNTHORICE. Ist ja alles schön und gut. Aber was ist daran "Historische Seefahrt"?

Die Realisierung der Idee des Historischen Hafens hätte sicherlich einen besseren Start verdient. Vielleicht sollte man einfach mal kleineren Brötchen backen. Salondampfer ALEXANDRA ist doch wohl so ziemlich das einzig historische an dem ganzen Projekt. Und Touristen, auch nicht solche die nicht wissen wie es hier früher einmal war, sollte man nicht für dumm verkaufen. Denn sie zahlen alle mit ehrlichem Geld.

24.05.12 Noch mehr Bilder von der Rum-Regatta

Wer immer noch nicht genug Bilder von der 33. Rum-Regatta gesehen hat, wird an dieser Dia-Show Gefallen finden. Die Fotos wurden uns von Christopher gesandt, dem wir hiermit gerne "Danke!" sagen. Er nahm auf dem Colin Archer Kutter ELLA an der "unernsten Geschwaderfahrt" teil. Und wie die meisten Fans dieses Schiffstyps hat er einen Blick für andere Schiffe des selben Konstrukteurs.
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Besonders hat ihm wohl WIEBKE BOHLEN gefallen, denn erstaunlicherweise ist sie auf fast allen Bildern zu sehen. So ein Zufall aber auch!


(Alle Fotos: Büchse)

23.05.12 Sommer im Hafen

Nun ist wieder Ruhe eingekehrt am Bohlwerk, wenige Gäste sind noch geblieben. Doch frei nach Gerhard Poldt: "Der Gast als solcher stört nicht". Ein bisschen Entspannung  nach der Rum-Regatta tut ganz gut. Einfach so unterm Sonnensegel an Deck sitzen und den Nachbarschiffen beim Schaukeln zusehen und Kaffee trinken.

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23.05.12 Auf der Palme



Wer große Traditionsschiffe sieht, denkt schnell an "weit reisen", zumal wenn diese Schiffe den Atlantik und noch fernere Gewässer befahren haben. Dabei wäre "hoch steigen" näher liegend. Keine weite Reise ohne dass Masten erklommen werden. Notwendig wegen einfacher Kontrollen, regelmäßigen Wartungsarbeiten aber auch wegen kleiner und großer Reparaturen.

So auch während der Rum-Regatta, wenn die Topsegel gesetzt waren, um weit oben "frischen" Wind zu fangen. Frischer, Wind, das ist Luftströmung ohne Wirbel verursacht durch Segel anderer Schiffe. Da oben weht der Wind stärker, die (relative) Richtung zum Wind wird günstiger. Das Schiff kann dadurch "höher" an den Wind und damit schneller in Richtung "Luv", also gegen den Wind fahren.

Und wenn man dann wieder im Hafen ist? Dann müssen die Segel natürlich wieder sicher gepackt werden. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn das Schiff weiterhin in Fahrt ist, aber die Topsegel nicht gebraucht werden. Nur liegt man dann nicht an der Stadtpier und wird von tausen Augenpaaren gesehen. Darunter hübsche Mädels, denen man gerne imponiert, oder auch "Landeier", die sich ein wenig gruseln sollen.

Was auffällt: Oft sind es die jungen Damen in der Crew, die am weitesten oben herumklettern.

Da oben zu arbeiten, das ist keine Sache für Draufgänger, und auch nicht für eitle Selbstdarstellung. Vielmehr werden Ordnungssinn, Sorgfalt, gute Körperbeherrschung und Kraft verlangt.  Und wer schwindelfrei ist, hat dadurch keinen Nachteil.

Wer auf kleineren Schiffen ohne Topstenge oder Rahen segelt, muss zum Segelsetzen und Segelbergen nicht in den  Mast klettern. Da kann man solche Arbeiten vom Deck aus durchführen. Im übrigen ist es wie wie bei den Großen.  Da heisst es: Rauf auf die Palme!

21.05.12 PIROLA: Maritimes Handwerk und maritime Musik


Soeben erreichte uns eine aktuelle Information von Sabine über ein neues Angebot für alle an maritimer Tradition Interessierte (in Auszügen, voller Text auf der Seite "Neues von PIROLA")

"Feierabend auf der Förde – Traditionssegeln mit Musik und Knoten.

An jedem Mittwoch und Donnerstag legt der 100 Jahre alte Traditionssegler PIROLA um 18.00 Uhr ab. Für ca. drei Stunden geht es zum Feierabendsegeln hinaus auf die Förde. Die Reise beginnt am Liegeplatz im Museumshafen Flensburg, gleich gegenüber der Fischbude. Auch in der Seefahrt unerfahrene Gäste können mitreisen. 

An manchen Abenden wird ein spezielles Programm zu Schwerpunktthemen geboten:

Mittwoch 23.05.12
An diesem Tag lädt der Musiker Joachim Krämer an Bord zum maritimen Musik-Workshop ein. Mit Concertina, Gitarre, Stimme - allem, was rhythmisch klingt und Spaß bringt - werden Shantys und andere Lieblingslieder der Seeleute eingeübt. Eigene Instrumente dürfen dazu gern mit an Bord gebracht werden.
Die Werke können nach dem Festmachen auf dem Bohlwerk zur Aufführung kommen. Das Publikum müsste sich dazu gegen 21.00 Uhr einfinden.

Donnerstag 31.05.12
Das Feierabendsegeln an Bord von Pirola wird an diesem Abend von einem Knotenseminar zum Zuhören und Mitmachen begleitet. Peter Willems, der Knotenmacher aus der Takelwerkstatt des Schifffahrtsmuseums, führt alle Interessierten in die Kunst der Seemannsknoten ein.

Bei schlechtem Wetter werden die Workshops jeweils im Hafen durchgeführt. 



Preise und Anmeldung: 
Beitrag für jeden Workshop 10 Euro Erw., Kinder frei, 
Ausfahrt 30 Euro Erw., Kinder ab 12 Jahre 15 Euro. 
Teilnehmer mögen sich bitte telefonisch anmelden: Roland Aust, Tel. 0172 456 6804.

20.05.12 Impressionen von der 33. Rumregatta

Einhundertneunzehn geladene Gäste
Nun ist sie wieder mal 'rum, die Rum-Regatta (sorry für den Kalauer, aber er lag einfach zu nahe). Die meisten Schiffe sind schon wieder zu Hause oder zumindest auf dem Weg dorthin, auf dem Gaffelmarkt werden die ersten Auslagen weg geräumt. Bei dem ersten Vor- Sommertag des Jahres spazieren, stehen oder sitzen um diese Zeit immer noch zahlreiche Besucher auf dem Bohlwerk und genießen das schöne Wetter, das malerische Ambiente mit den alten Segelschiffen , oder einfach Ben's Fischbrötchen. Drehorgelmusik und das monotone "plop!" "plop!" der Bügelflaschen der lokalen Brauerei untermalen akustisch die friedliche Szenerie. Fällt natürlich gleich Wilhelm Busch ein mit seinem prägnanten Vers: "Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden." Aber wenn's gefällt, soll' recht sein.

Die Musik im Festzelt gestern abend war natürlich ein ganz anderes Kaliber. Beim traditionellen "Je-Ka-Mi" (jeder kann mitmachen)- Orchester kochte die Stimmung und die Musikanten feuerten mit jeder Zugabe die Begeisterung weiter an.

Vorher die Regatta. Einhundertundneunzehn Schiffe hatten sich angemeldet. Es kamen ein paar weniger. Kleinen Schiffen war die Reise bei dem Starkwind und Sturm der letzten Woche aber nicht zuzumuten. Böen um acht in der Kieler Bucht sind wirklich kein Spaß.  Aber so gab es auch keine ernsten Unfälle und das ist doch gut so.

Auf der Rum-Regatta waren die Wetterverhältnisse glücklicherweise günstiger. Anstelle der vorhergesagten SE 3-4 zunehmend 4-5 bft kam der Wind mit 2-3 aus N-NE. So konnte WIEBKE BOHLEN mit zu kleiner, aber ausreichender Besegelung friedlich aber ohne Chancen am West-Rand der inneren Förde entlangdaddeln und es blieb Muße für ein paar Filmsequenzen, die in Youtube veröffentlicht, auch hier angesehen werden können.

Bitte auf das Bild klicken
Wie gesagt: diese Aufnahmen entstanden  beim Segeln, zwischen den Manövern. Bei einer Zweiercrew geht das nun mal nicht anders. Sie geben sie die Bilder und die Stimmung wieder, die sie uns von der Regatta in Erinnerung bleiben werden. Eigentlich sollte die "unernste Geschwaderfahrt" nicht als Teilnehmer gesegelt werden. Als WIEBKE BOHLEN dann aber die günstige Ostseite der Förde wählte, konnte der Rückstand vom Start gut aufgeholt werden. Aber ein Hohleschlag bei Glücksburg führte in ein Flautenloch und schon war der kleine Erfolg wieder futsch. Aber es bleibt die Bestätigung, dass wir weiterhin auf die Frage "Wieviele Leute braucht es, um dieses Schiff zu segeln?" ruhigen Gewissens antworten dürfen: "Es gibt nichts, was eine alte Frau nicht auch alleine machen kann!"

Der Abpann des Films zeigt, wozu zwei junge Frauen fähig sind. Sie laschen hier das Topsegel des "Rennkutters" NOBILE. Dessen Mast ist höher als der neue Übungsmast der Marineschule in Mürwik, an dem Kadetten ausgebildet werden, bevor sie auf der GORCH FOCK Dienst tun dürfen.

20.05.12 Auf- vor dem Nachruf

Am 11.05.12 wurde unter dem Titel "Ausreisser gefasst" von dem Entenküken Polly berichtet, das sich eigenmächtig aus seinem Nest entfernte und in desolater Situation von Ben und seinen Freunden gerettet wurde. Nun müssen wir leider berichten, dass Polly vermutlich sein junges Leben lassen musste.

Polly in liebevoller Umgebung
Wie konnte es nur dazu kommen? Ben, der Polly bereits liebevoll fütterte und an eine gemeinsame Zukunft mit der Kleinen dachte, wurde noch am selben Tag von seinen Gästen und Freuden bedrängt, Polly wieder seiner Mutter zuzuführen. Diese aber ist, wie ebenfalls bekannt, nicht auf Kinderhüten sondern auf Männerbekanntschaften aus. Schließlich gab Ben dem sozialen Druck nach und Polly wieder in die Obhut von Mutter Emma, die gerade wieder mal quakend vorbeikam. Anscheinend liebevoll, nahm sie Polly wieder an. Was nun zu größter Sorge Anlass gibt ist der Umstand, dass seit dem weder Emma noch Polly gesehen wurde. Welches Drama Ursache für das Verschwinden der Beiden ist, bleibt der Fantasie des geneigten Lesers überlassen. Ist Polly bei einem erneuten Versuch auszubüxen, ums blutjunge Leben gekommen? Hat die sorglose Mutter ihre Pflichten verletzt? Wir wissen es nicht. Deshalb an dieser Stelle:


Aufruf an Alle: 

Wer hat Polly gesehen? Polly ist ein jetzt ca. drei Wochen altes Entenküken, mit wolligem, grau- braunen Gefieder, intelligent und freiheitsliebend. Wer Polly zurück- oder Informationen beibringt, die zu ihrem Auffinden führen, kann sich bei Ben ein Fischbrötchen abholen.

18.05.12 Eindrücke von der Fjord-Regatta

Nicht jeder konnte an der gesamten Zubringer-Regatta teilnehmen. Das hatte jedoch den Vorzug, mit WIEBKE BOHLEN den ankommenden Teilnehmern entgegen kreuzen zu können. Ziemlich zuerst kam ACTIV in Sicht, und auch SHTANDARD aus St. Petersburg ist der Rum-Regatta treu geblieben. Bei frischem Ostwind kamen nach und nach und dann immer mehr Traditionssegler mit Kurs auf Flensburg entgegen. Bei den Ochseninseln eine schnelle Wende (es klappte noch nach der langen Winterpause) Dann in den Hafen hinein zu fahren, war schon eine schöne Vorfreude auf die morgige Regattafahrt, pardon, auf die "unernste Geschwaderfahrt".
So long, wir sehen uns!

18.05.12 Bilder vom Handwerkermarkt

videoWährend noch die Teilnehmer der 33. Rum-Regatta von Sonderborg nach Flensburg segeln, eröffnet der Gaffelmarkt mit dem Markt der Handwerker. Hier ein kurzer Bummel zu einigen Ständen und Werkstätten mit traditionellen Produkten und Gewerken. Nicht gezeigt ist hier der auch sehr sehenswerte Stand der Gilde der Knotenmacher unter dem Historischen Krahn, wo Interessierten fachmännischer Rat freundlich zuteil wird. Für besseres Verständnis kann sogar der eine oder andere Knoten selber ausprobiert werden. 

Erfreulich ist auch das Angebot für Kinder, die u.a. Musikinstrumente selber bauen können. 

Noch etwas ist aufgefallen: Die Museumswerft ist ja offensichtlich eisern entschlossen, Modellbau als Kommunikationsmittel für das Projekt "Westindienfahrer FORENING" einzusetzen. Auf dem Gaffelmarkt ist eine nur geringfügig kleinere Variante des geplanten Nachbaus zu bewundern. Sie steht nur etwas weiter südlich als auf dem ihr zugedachten Platz und zwar an Land, wie die ursprüngliche Planung es vorsah. Für das bessere Verständnis sind einige Rumpfplanken entfernt worden. Deshalb kann die typische Ladung dieser Schiffe in ihrem Inneren bewundert werden.

16.05.12 Die ersten Gäste sind gekommen

Der Lüttfischerhafen füllt sich, heute ist auch schon KLEINER KERL aus Berlin angereist, ebenfalls eine Arendaal-Sjekte. Währenddessen ist bei den "Dickschiffen" der ehemalige Frachtsegler BRITTA LETH aus Aarhus angekommen und hat längsseits an ACTIV festgemacht. Davor der Küstenfrachter GESINE So entwickelt sich peu à peu das Bild des Hafens, wie er vor einhundert Jahren ausgesehen haben mag.

Ja, ja, schon klar. Festzelte mit Plastikplanen und Marktstände im rustikalen Stil gab es damals nicht. Aber es gab auch keine Touristen, die zu zehntausenden in die Stadt gereist kamen, um sich die viele schönen Segelschiffe anzusehen. Genauer gesagt, es gab überhaupt keine Touristen, die paar Vergnügungsreisenden von damals nicht zu erwähnen. Die hätten von Frachtseglern, Loggern, Kuttern und Galeassen auch kein Aufhebens gemacht, lagen diese Schiffe damals doch in jedem Hafen und zu jeder Zeit.

Dafür musste der Marktplatz auch nicht von immer noch wild geparkten PKW geräumt werden, und einschlägige Abschleppunternehmen haben daraus keinen Umsatz ziehen und damit Arbeitsplätze schaffen können. Kurz gesagt, wir leben in einer anderen Welt.

Ist es aber nicht gerade deswegen reizvoll, sich ein paar Stunden lang auf eine Zeitreise zu begeben? Und wer den heutzutage unvermeidbaren Rummel scheut: Morgens früh, sagen wir mal um sechs oder sieben Uhr, bevor alle Euphorisierten oder aber auch Verkaterten Besucher aufgewacht sind ist die Illusion einer früheren Zeit noch nahezu perfekt. Am Samstag oder Sonntag ist die beste Gelegenheit. Bis dann - man sieht sich!

16.05.12 Schatten voraus


Große Ereigisse, so sagt man, werfen ihre Schatten voraus,

Vorgestern wurde GESINE an das Bohlwerk verlegt, wo sie das Regattabüro beherbergen wird. Das ist bei der Rum-Regatta eine besonders wichtige Stelle, erhalten doch dort die Teilnehmer als Begrüßungsgeschenk je Schiff eine Flasche besten Johannsen Rum aus Flensburg. Die Flaschen haben seit nun schon 10 Jahren ein speziell für die Rum-Regatta entworfenes Etikett.

Derweil entleeren sich die Liegeplätze am Bohlwerk. Vorgestern ist RYVAR nach Kappeln aufgebrochen, wo die Heringsregatta stattfindet, gestern folgten FULVIA und PIROLA. Auf THETIS wird noch fleißig geschliffen und lackiert, aber das regnerische Wetter der letzten Tage hat viele notwendige Arbeiten verhindert und nun drängt sich das ganze Wartungsprogramm in die letzten Stunden zusammen. Auf OLGA ist die Lage ähnlich. Nur DAGMAR AAEN und MEJSEN liegen da, als gäbe es nichts zu tun. Man wird sehen. Von AURORA wird berichtet, dass die Werftarbeiten mit ein wenig Glück bis Samstag erledigt sind und das Schiff somit auf der Rum-Regatta wieder segeln wird. Morgen soll der Mast gestellt werden. Das Gros der Schiffe wird am Freitag im Zuge der Fjord-Regatta eintreffen.

Foto: Dewanger
Die Rum-Regatta wirft ihre Schatten voraus, als da sind: Lastwagen auf der Hafenpier, beladen mit Marktständen, viele Arbeiter, scheinbares und tatsächliches Chaos, eben der ganz normale Wahnsinn vor einer jeden Großveranstaltung. Das große Festzelt ist schon aufgebaut. Sogar die Bauarbeiten der Stadt wurden in letzter Minute fertig, so dass der Platz für den Gaffelmarkt frei ist.
Im Lüttfischerhafen machen die ersten Gäste am neuen Jollensteg fest. Der Gast mit der weitesten Reise ist die Arendaal-Sjekte HILDING (ein offenes norwegisches Fischerboot)  und kommt aus Bayern angereist.

Das Programm der 33. Rum-Regatta ist in der heutigen Ausgabe des Flensburger Tageblatts nachzulesen. Auch hier ist leider eine kleine Korrektur notwendig: Die Fjord- Regatta startet nicht, wie in der Zeitung gedruckt am 3. Juni sondern am 17. Mai. Nun ja, kann ja mal vorkommen.

P.S. Wo wir gerade dabei sind: PIROLA liegt wieder an ihrem Platz im Museumshafen

15.05.12 Das Schifffahrtsmuseum kündigt an:


"Deutsch-dänisches Kinder-Kunst-Festival
So, 20. Mai, 11-15 Uhr
Flensburger Schifffahrtsmuseum

Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, den 20. Mai ist das deutsch-dänische Kinder-Kunst-Festival wieder zu Gast im Flensburger Schifffahrtsmuseum. Um 11 Uhr wird eine Ausstellung mit künstlerischen Arbeiten von Kindern dänischer und deutscher Schulen rund um das Thema *Porträt* eröffnet. Im Anschluss daran haben Kinder die Möglichkeit, in einem offenen Workshop zusammen mit den beiden Künstlern Johannes Caspersen und Rick Towle eigene Bilder und Collagen zu erstellen. Passend zum Museum soll es dabei um Porträts aus der Welt der Seefahrt gehen * von Kapitänen, Piraten und Seejungfrauen! Eintritt und Teilnahme sind frei!" 
Diese Presseerklärung des Schifffahrtsmuseums sei auch auf diesem Wege zur Kenntnis gegeben. 
 Das lässt sich doch sicherlich mit einem Besuch der Rum-Regatta kombinieren!

15.05.12 Die Kiellegung der Schnau FORENING

Seit dem 23.03. d.J. berichten wir über das Werden des Modells eines Westindienfahrers aus  dem 18. Jahrhunderts auf der Museumswerft. Es ist der Nachbau im Masstab 1:3,5 des  Westindienfahrers FORENING.  Nun wurde am vergangenen Sonntag die Kiellegung des Modells der Schnau aus dem 18. Jahrhundert für die Öffentlichkeit nachvollzogen. Fünfzehn Teilnehmer waren gekommen, um dem denkwürdigen Akt beizuwohnen. Darunter der Geschäftsführer der Museumswerft, sein Bootsbaumeister und ein Lehrling, der sich bei den bisherigen Arbeiten hervorgetan hat. Auch gekommen war Adolph ("Adi") Born, seines Zeichens Modellbauer, dessen Arbeiten zur Zeit eine Sonderausstellung im Flensburger Schiffahrtsmuseum gewidmet ist. Im Laufe der Zeremonie kamen noch vier weitere Interessierte hinzu.

Vor diesem Kreis erläuterte Geschäftsführer Uwe ("Kuddel") Kutzner in einem 30 minütigen Vortrag, warum dieses Schiff gebaut werden soll, schilderte die Planung, die Finanzierung und die spätere Verwendung des Schiffes. Hier der Inhalt seiner Rede in groben Zügen:

Schon bei Gründung der Werft im Jahr 1996 habe der Plan das Schiff zu bauen, mit dem der Westindienhandel Flensburgs begann, einen großen Teil der Überlegungen bestimmt.  So sei bereits im Hinblick auf die notwendigen Beschläge des Schiffes eine Schmiedewerkstatt eingeplant und 2012 Jahr auch in Betrieb genommen worden. Schiffsschmiede hätten früher als Rigger gewußt, wie Beschläge konstruiert sein müssen. Dieses Wissen sei verloren gegangen und müsse jetzt in der praktischen Anwendung erst wieder gewonnen werden.

Schnau (Quelle: WIKIPEDIA)
Zu den historischen Bezügen wurde gesagt, dass die Stadt Flensburg im  Jahr 1751 das Privileg erhalten habe, Handel mit den Westindischen Kolonien Dänemarks zu treiben. In der Schnau URANUS habe man damals das geeignete Schiff für den Seetransport gefunden und gekauft. Sie sei das erste in Flensburg beheimatete Schiff im Westindienhandel gewesen. Die URANUS habe aber unter einem unglücklichen Stern gestanden und sei bereits auf ihrer zweiten Reise verloren gegangen. Auch seien keine Pläne von ihr überliefert. Bekannt sei aber die Tragfähigkeit der URANUS und Abbildungen ähnlicher Schiffe. Die Schnau sei in dieser Zeit ein in Dänemark weit verbreiteter Schiffstyp gewesen, dessen Pläne von Kopenhagen ausgehend verbreitet worden seien.  Nun habe man Pläne eines nur geringfügig jüngeren und größeren Schiffes mit dem Namen FORENING gefunden, die man dem Bau des Modells zugrunde gelegt habe. Dieses Schiff sei in Kopenhagen gebaut worden.

Das Schiff als Modell zu bauen soll zum einen während der Bauphase helfen, Einzelheiten der Konstruktion zu studieren, auch wenn diese in bestimmten Teilen vom Original abwichen. So seien in dem Modell nur ein Drittel der Spanten gesetzt worden. Anderenfalls hätte man beim Bau nur unter Schwierigkeiten in den Rumpf gelangen können. Weiterhin seien die Spanten geleimt, weil es in erster Linie auf den äußeren Anschein des Modells ankomme. Auch solle für die Planken Kambala anstelle von Eiche verbaut werden, denn Eichenholz sei in der notwendigen Qualität und Maßen nicht mehr zu beschaffen.
Das Modell solle im Frühjahr 2013 fertig gestellt sein und voll geriggt am Ponton der Museumswerft liegen und als Anschauungsobjekt für die Verwaltung und Sponsoren dienen, denn für den Nachbau des Originals werden Genehmigungen und natürlich auch Geld benötigt. Bei der Finanzierung wolle man nicht auf öffentliche Mittel bauen, sondern auf Eintrittsgelder der Werftbesucher und auf Überschüsse aus dem gewerblichen Bereich der Werfttätigkeit.
So solle ein originaler Nachbau im Maßstab 1:1 von vierzig Metern Länge, sieben Metern Breite und sechs Metern Rumpfhöhe entstehen. Hierfür seien  ca. 1,5 Millionen Euro Baukosten veranschlagt. Die Bauzeit werde zehn bis 20 Jahre betragen. Die Werft denke in langen Zeiträumen und könne es sich leisten, ohne Zeitdruck zu arbeiten. Das gelte natürlich nicht für den gewerblichen Bereich.
Fertiggestellt solle das Schiff vor dem Flensburger Schifffahrtsmuseum liegen und zusammen mit diesem eine Einheit bilden, denn dort sei der Westindienhandel ebenfalls ein Themen- Schwerpunkt. Das Schiff solle nicht motorisiert sein und auch nicht in Fahrt gehen, dafür seien keine Genehmigungen zu bekommen und es gäbe auch keine qualifizierten Matrosen, die das beherrschen. Außerdem würde der Kostenrahmen in diesem Fall um ca. 300 bis 400 tausend Euro größer sein. Weiterhin sei das Schiff schließlich als Projekt zur Tourismusförderung in Flensburg geplant und müsse deshalb vor Ort anwesend sein.

Leider war kein Berichterstatter der Presse anwesend, einiges des Artikels in der Vorwoche wäre richtig gestellt worden (siehe auch unseren Bericht vom 12.05.12 "Köderschiff FORENING").

14.05.12 Das Ding aus der anderen Welt

Gestern kam ein - hoffentlich seltener - Besuch in den Hafen. Auf der Überführung in ihr neues Fahrgebiet im Kattegatt machte die DOLPHIN JET, eine Katamaranfähre,  Zwischenstation in Flensburg. Das Angebot an Interessierte: eine Rundfahrt auf der Förde mit voller Geschwindigkeit. Das sind 45 kn, oder ca. 83 km/h.
Da macht segeln richtig Freude, wenn so ein Ding vorbei rauscht. Die Frage nach den Vorfahrtsregeln stellt sich dann nicht mehr. Vorfahrt ist dann nämlich keine Frage der Regeln, sondern des Überlebens.

12.05.12 Köderschiff FORENING

Foto: W. Kühn
Es kam wie es kommen musste. Morgen, am Sonntag dem 13. Mai um 11.00 Uhr wird auf der Museumswerft symbolisch der Kiel für das Modell der  Schnau FORENING gelegt. So berichten die Flensburger Nachrichten von heute (Leser der Hafenmeldungen konnten sich schon seit dem 23. März darauf einstellen). Als Anschauungsobjekt soll es Sponsoren werben, die den Bau eines Nachbaus des Schiffes in originaler Größe bezahlen möchten. Denn öffentliche Mittel sollen nicht verwendet werden, so die Zeitung. Das ist ein kühner Plan, wurde doch die Entstehung der Museumswerft selbst kräftig durch die Politik mit Geldern der Steuerzahler unterstützt. Aber lassen wir das einmal beiseite. Fraglich erscheint ebenfalls, was mit dem Nachbau geschehen soll, wenn er einmal fertig ist. Immerhin liegt, schamhaft durch die großen Pontons der Werft verborgen, auch schon eine Danske Jagd auf und harrt ihrer Verwendung. Sie wurde ebenfalls für ein kulturhistorisch-regional bedeutsames Projekt gebaut: Sie sollte das erste eines guten Dutzend gleichartiger Schiffe sein, das eine Handelslinie von Flensburg nach Kalvö in Dänemark betreibt. Ersatzweise sollte sie Ziegel aus Egernsund nach Flensburg transportieren. Die Ziegel wurden tatsächlich schon mal herbei geschafft, allerdings mit BRITA LETH, einem anderen dänischen -allerdings originalen- Traditionssegler.
Das Foto zeigt eine vorausgegangene Kiellegung. Das war gestern, da wurde der Kiel für die Arbeit an der Sponung (flach-) gelegt. 
Eine weitere kleine Korrektur an dem Artikel der Kollegen von der sh:z sei in aller Bescheidenheit angeregt: Weil das Original zu dem Modell der Museumswerft in der Zeit von 1769 bis 1771 in Kopenhagen gebaut wurde, fällt die Bauzeit in das 18. und nicht, wie in der Zeitung zu lesen war, in das 17. Jahrhundert. Auch entstand das Original in Kopenhagen und nicht, wie berichtet, in Flensburg vor dem Nordertor. Aber wer auf Öffentliche Mittel verzichtet, kann sich Genauigkeit in solchen Details nicht erlauben. Alles hat eben seinen Preis.

11.05.12 ABBI in der Box

ABBI an der neuen Steganlage
Der starke Regen der letzten Tage hat die Arbeiten am Lüttfischerhafen doch sehr behindert. Trotzdem ist die Steganlage des Lüttfischerhafens beinahe fertig. Nun belegen die ersten Boote ihre Boxenplätze. Den Anfang macht ABBI, weitere werden folgen.
Ab jetzt konzentrieren sich die Arbeiten auf die Hütte, denn dort soll zur Rum-Regatta ein schönes Fest für die Lüttfischer und ihre Gäste gefeiert werden.
Nur Mut, es sind ja noch bummelig sechs Tage bis dahin.

11.05.12 Ausreißer gefasst

Küken Polly hat es nicht lange im heimischen Nest ausgehalten. Es wurde gesehen, wie es sich todesverachtend aus der luftigen Höhe des Pollers in den Hafen stürzte. Immerhin war der Wasserstand bei frischem Westwind wieder einmal niedrig und damit die Fallhöhe um weitere 90cm tiefer. Glücklicherweise blieb es auf seinem Weg an Land in Sicht. So wurde rechtzeitig bemerkt, wie es sich zwischen den dicken Steinen der Böschung zur Museumswerft hilflos einklemmte und ängstliche Schreie ausstieß. Die Retter nahten schnell und befreiten es aus seiner mißlichen Lage. Nun ist es bei Ben in Einzelhaft oder ist "Individualpflege" der treffendere Begriff? Jedenfalls ist erst mal Schluss mit der Streunerei.
Und was macht derweil die Frau Mama? Erraten: Sie treibt sich weiterhin mit den Kerls rum. So eine g'schlamperte Rabenmutter, diese Ente.

11.05.12 Kulturregion


Während die Politik noch auf Geld der Steuerzahler wartet um etwas für die Kulturpflege zu tun, konnten wir bei einem Werftbesuch Beispiele praktizierter Kulturpflege ansehen.

Auf der  Chr. Johnsson Badbyggerie in Egernsund werden derzeit mehrere Traditionssegler restauriert. Aus Flensburg sind dies AURORA VON ALTONA und VAAR. Weiterhin sind CONSTANZE aus Sonderburg,  GERDA und PROVIDENTIA dort in Arbeit. Leider geht es bei dem letztgenannten Schiff immer nur sehr langsam voran, so langsam, dass befürchtet werden muss, dass die Ergebnisse der ersten Restaurationsarbeiten dem natürlichen Kreislauf zum Opfer gefallen sind, bevor die letzten fertig werden.

Anders sieht es bei AURORA aus. Die Arbeiten an Rumpf und Deck sind nahezu fertig, es fehlen noch verschiedene technische Arbeiten an Maschine und Tanks, das Rigg und natürlich der ganze "Kleinkram" unter Deck als da sind Elektrik und Inneneinrichtung.

GERDA ist der Nachbau eines Lachskutters, den Ebbe Andersen in Marstal seinerzeit für sich gebaut und nach seiner Frau benannt hat. Sie ist als schnelles Schiff bekannt. Nach ein paar Besitzerwechseln wird sie jetzt auf hohem Niveau in einen neuwertigen Zustand versetzt.

So schnieke wird VAAR hoffentlich auch bald aussehen. Der Zahn der Zeit (oder darf man kalauern "der Schimmel des Pilzes"?) hat doch deutliche Spuren hinterlassen. Nun wird die "Mutter aller Jachten" für die Kongelig Klassik wieder hergestellt. Ob die Zeit bis dahin reicht - wir werden sehen. Überraschungen sind ja beinahe garantiert, wenn erst einmal die Planken ab und die Illusionen auf und davon sind.

Schlussendlich ist auch GESINE auf dem Slipwagen. Sie bekommt einen neuen Unterwasseranstrich und wird das Rum-Regatta-Büro beherbergen und Start- und Zielschiff sein.

Und niemand wartet auf Geld der Steuerzahler. Aber ein wenig Anerkennung soll schon sein. Zumindest hier an dieser Stelle.

(Für das Abspielen der Dia-Show bitte auf das Bild klicken. Fotos: W&W. Kühn)



10.05.12 Nachwuchssorgen am Bohlwerk

Emma bettelt
Polly gerettet
Zerrüttete Familienverhältnisse sorgen am Bohlwerk für Anteilnahme. Wenn Emma, die zutrauliche Ente nicht gerade verschiedene Enteriche wuschig macht, lässt sie sich von Ben durchfüttern (Wir berichteten bereits am 08.05.12). Dass sie sich selbst um ihren Lebensunterhalt kümmert, konnte hingegen noch nicht beobachtet werden. Insofern passt sie ja in die Flensburger Altstadt. Da soll so was häufig vorkommen. Emma hat jedoch - wen wundert's bei dem Lebenswandel - auch schon zweimal Nachwuchs: ein Ei und ein kleines Küken. Letzteres saß verlassen so lange im heimatlichen Entennest auf dem Festmacherdalben, bis ihm dämmerte, dass es ganz verlassen ist, wenn es sich auf die Frau Mama verlässt. Es fasste seinen ganzen Mut zusammen und sprang zwei Meter tief in das kalte Flensburger Hafenwasser. Dort wurde es von Ben und seinen Freunden entdeckt, während die Mama gleich nebenan die Herren Enten anmachte. In einer gemeinsamen Aktion wurde das Kleine geborgen, flugs auf den Namen "Polly" getauft und zu seiner Kinderstube zurück gebracht. Emma jedoch hat das nicht besonders gekratzt, sie ist auf dem Juchhei und pfeift auf den Nachwuchs. Aus dem Ei wird voraussichtlich nichts mehr, unbebrütet wie es ist. Oh mannomann, Zustände sind das!
(Fotos: S. Gerstenfeldt)

09.05.12 AURORA und GESINE

Kurz das letzte vom Tage:

Ronald war in Egernsund auf der Bootswerft von Chr. Johnson und hat Bilder von den beiden Schiffen gesandt. Da liegen sie also auf ihren Slipwagen.
Ob AURORA bei der Rum-Regatta schon wieder mitsegeln kann, ist bei dem heutigen Stand vermutlich nicht ganz sicher. Aber es wäre ihr doch schon zu wünschen.

Das sieht bei GESINE schon besser aus. Aber bei ihr muss ja nicht auch noch der Mast gestellt und das stehende und laufende Gut samt Segeln angeschlagen werden.

09.05.12 Schiffsbaukasten

Beim Gang über das Bohlwerk: wie gewohnt ein Blick in die kleine Bootshalle der Museumswerft. Fehlt da nicht was? Ja, richtig. Das werdende Modell der FORENING ist nicht mehr da. Ihr Spantengerüst lehnt jetzt demontiert an der Wand. Dass ein montiertes Schiff fachmännisch zerlegt wird, kennt man ja eigentlich nur von Klepperbooten. Doch die waren ja auch speziell dafür gebaut. Früher hat man das auch bei kompletten Schiffen gemacht, die für entlegene Seen und Flüsse im Landesinneren bestimmt waren. Wer den Film African Queen" gesehen hat, erinnert sich vielleicht daran. Die Museumswerft hat über lange Zeit Erfahrung mit dem Aufrichten und Zerlegen von Schiffsbauten gesammelt. Die Danske Jagt, zum Beispiel, wurde mehrfach aus verschiedenen Gründen auf- und wieder abgebaut, hauptsächlich aber, weil die Werft selber noch nicht ihren endgültigen Platz gefunden hatte und auch mal auf die andere Hafenseite umsiedeln musste. Steht denn jetzt wieder ein Umzug bevor? Aber nein. Die FORENING wurde zerlegt, weil die Sponung bei liegenden Steven samt Kiel leichter anzubringen ist. Bei einem Modell geht das ja. Nach der geplanten offiziellen Kiellegung, die ja noch bevorsteht, so die Antwort auf eine informelle Anfrage, soll sie wieder zusammengebaut werden.
Die Kiellegung wird vermutlich mit großem Presseaufgebot und Gästen aus Verwaltung, Politik und Kultur, aus Dänemark und Deutschland stattfinden (Auch Klappern gehört zum Handwerk, nicht wahr?) Danach soll FORENING wieder zusammen- und auch fertig gebaut werden.

08.05.12 Bens Mitesser

Emma, die Feinschmeckerin
Bens Fischbrötchen sind ja bekanntlich bei Besuchern auf dem Bohlwerk sehr beliebt. Nun hat er einen neuen Gast, der ebenfalls seine kulinarischen Fähigkeiten schätzt und so für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgt. Es ist Emma, eine der zahlreichen Enten im Flensburger Hafen. Die Dame ist auch sonst für Abwechslung zu haben, hat sie doch ständig einen bis drei Enteriche im Schlepp. Mittlerweile ist sie so zutraulich, dass die direkt aus der Hand frisst. Wenn's aber um die Fischbrötchen geht, haben die Herren Enten nichts mehr zu melden. Wie sagte doch B. Brecht? "Erst kommt das Fressen, dann die Moral". Das  gilt wohl auch für Entendamen. Auch ganz putzig: Von Blitzlicht wird sie angezogen, wie sonst nur ein Filmsternchen auf der Berlinale.

07.05.12 Schwarzmalerei




"Daddeldu malte mit Mennig und Teer ..."
An einem ruhigen Tag wie heute geht das Malen ruhig und gemächlich voran. Während an Deck die Segel an Mastringe genäht werden, setzen  die Beiden an FULVIA einen neuen Maßstab im Flächenakkord. Erinnert das Bild nicht ein wenig an den Beginn von "Kuttel Daddeldu und Fürst Wittgenstein"?

07.05.12 Steganlage in der letzten Runde

Die Steganlage im Lüttfischerhafen geht weiter ihrer Vollendung entgegen. Aber wie bei anderen Projekten auch, scheinen die letzten Arbeiten länger zu dauern. Und das, obwohl jetzt der "harte" Endtermin deutlich sichtbar wird. Denn noch vor der Rum-Regatta treffen die Gäste ein und die sollen würdig empfangen werden.
Deutlich sind die Geländerpfosten zu erkennen. Die kleinen Böcke sollen einmal den Hochwassersteg aufnehmen. Dann kann man öfter als bisher trockenen Fußes zur Hütte und zurückkommen. Bei den immer häufigeren Hochwassertagen ist das eine wichtige Verbesserung. Die äußeren Pfähle stehen jetzt weiter vom Steg entfernt. Damit finden auch größere Boote einen angemessen langen Liegeplatz.

06.05.12 BODIL: Ende gut, alles gut

nach gut drei Monaten harter Arbeit ist BODIL wieder zu ihrem Liegeplatz im Museumshafen zurückgekehrt. Was bei Eis und Schnee begann, kam jetzt bei kühlen 10 Grad (über Null) zu einem guten Ende. Nur Kleinigkeiten fehlen noch, um ihre äußere Erscheinung komplett zu machen. Aber nach Allem, was in den 90 Tagen geleistet wurde, sind das jetzt wirklich nur noch "petitessen". Glückwunsch dem Schiff und der Crew zu diesem Ergebnis. Wer das ganze Projekt noch mal nachvollziehen möchte: Die Seite "Winterspiele mit BODIL" in diesen Hafenmeldungen zeigen Alles.

05.05.12 An- und Absegeln im Hafen

Freunde sanft dahingleitender Segelschiffe kommen heute auf ihre Kosten. Erst setzt RYVAR im Hafen Segel und verabschiedet sich zu einer Kurztour. Später am Tag kommen dutzende Segeljachten, moderne und auch Klassiker  zum traditionellem Ansegeln. Bei frischem Nordwest gleiten sie in einem nicht enden wollendem Zug in den Hafen und auf dem Weg zurück kreuzen sie die Bahn der neu ankommenden. Nur leises Rauschen ist zu hören, hin und wieder knattert ein Vorsegel in einer Wende. Wer vermisst da eigentlich Motorboote? Friedlicher kann sich Wassersport nicht anhören. Bei strahlendem Sonnenschein und geringer Bewölkung lässt nur die Lufttemperatur zu wünschen übrig. Aber auch das wird noch. Zur Wochenmitte soll es wärmer werden.
Ach ja, auch das noch: ALBATROS und SEUTE DEERN sind wieder abgereist. Wie singt Reinhard May über das Fliegen? "Ich wär' gerne mitgeflogen". Sinngemäß wäre mancher gerne mit gesegelt. Aber das kommt auch noch. Bald ist Rum-Regatta.

05.05.12 Fatale Randale

Hier mal wieder ein Beitrag ohne Bilder. Leider, denn anderenfalls könnte man zumindest erkennen, wer zu der zu "fröhlichen" Gruppe von acht bis zehn Jugendlichen gehört, die sich in der letzten Nacht am Bohlwerk vergnügt haben.
Wie ein Eigner berichtet, der an Bord übernachten wollte, habe er gegen zwei Uhr in der Nacht bemerkt wie sich die Burschen verabredeten, sein Schiff zu entern. Einer versuchte, über die Festmacherleinen zu laufen. Das misslang zwar und der Unternehmungslustige bekam nasse Füße. Dafür hätten sie DAGMAR AAEN heimgesucht und seien an Deck herumgetobt. Danach dasselbe auf PIROLA. Dort entwendeten sie das Schlauchboot, es wurde inzwischen im Hafen treibend gefunden. Der Versuch, den Außenbordmotor mitzunehmen scheiterte, er war angekettet. Dann, so berichtet unser Zeuge, kletterten sie auf die Fischhütte und sprangen auf dem Dach herum. Sie hätten in die Fenster geguckt als hätten sie nach einem Weg gesucht, wie sie eindringen konnten. Auch von einem starken Scheinwerfer angestrahlt, hätten sie sich nicht beirren lassen. Sie hätten nicht gewirkt wie die Art Vandalen, die sonst das das Bohlwerk heimsuchen, also solche, die sich schon das halbe Hirn weggesoffen haben. Statt dessen seien die Burschen in der letzten Nacht sich eindeutig klar über ihr Handeln gewesen. Sie hätten kontrolliert und abgestimmt agiert. Am Morgen wurde die Leine, die am Historischen Krahn hängt, heruntergerissen und vollgekotet vorgefunden.
Der Eigner der PIROLA hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Nach den Erfahrungen mit Ermittlungen unserer Ordungshüter in ähnlich gelagerten Fällen wird das Verfahren in Bälde wegen geringer Aufklärungswahrscheinlichkeit eingestellt.
Der Wachdienst des Historischen Hafens war zwar in dieser Nacht im Einsatz, aber er soll die Schiffe am Steg der Klassischen Jachten, GESINE, JÜRGENSBY und eben auch das Bohlwerk sichern. Das lässt Lücken, die von den Ganoven immer wieder ausgenutzt werden können. Hinzu kommt, dass in der augenblicklichen Regelung auch nur dann die Polizei gerufen werden kann, wenn bereits Übergriffe stattfinden. Der bloß verdächtige Aufenthalt auf dem Bohlwerk gibt keine Handhabe, die Polizei zu rufen. Helfen würde eine nächtliche Sperrung des Bohlwerks für den öffentlichen Fußgängerverkehr. Wer sich dann dort aufhält beginge damit Hausfriedensbruch, der verfolgt werden kann.
Wie kann eine Stadt, die gerne Touristen zu Wasser und Land zu Besuch hätte, solche Zustände tatenlos gewähren lassen?
Es liegt nicht daran, dass Verstöße nicht bekannt gemacht worden wären. Seit Jahren werden Protokollbücher des Wachdienstes mit Berichten über Verstöße gefüllt, aber leider nicht zur Kenntnis genommen. 

04.05.12 Seit dem fünften Tag

"Seid fruchtbar, vermehrt euch und füllt die Meere, und ihr Vögel, vermehrt euch auf der Erde! Es wurde Abend und wieder Morgen: der fünfte Tag. 
So die Bibel im ersten Kapitel über die Erschaffung der Erde. Und so
Die Schraube ist an Steuerbord
WILLOW WREN auf dem Slipwagen
kam es, dass alle Schiffe
regelmäßig an Land verbracht werden müssen, um die folgsamen Meeresbewohner vom Rumpf zu entfernen. Das geschieht derzeit auf der Museumswerft an der Edwardian Yacht WILLOW WREN (zu deutsch: Weidenzaunkönig). Dort ist die Meeresflora und -fauna  schon dem Hochdruckreiniger gewichen. 

Spannend an diesem Schiff ist die seitlich angebrachte Schiffsschraube. Die wurde meist bei ursprünglich motorlosen Schiffen nachgerüstet.  Wer so ein Schiff unter Maschine rangieren will, braucht immer eine Mindestgeschwindigkeit damit das Ruder wirkt. Es wird ja nicht vom Schraubenwasser angeströmt. Als diese Art Schiffe entworfen wurde, waren die Häfen auch nicht so voll und so eng wie heutzutage. Darüber hinaus lagen sie zumeist an Ankerbojen, die auch unter Segeln unmittelbar angelaufen werden konnten. Heute ist das ja anders und deshalb sollte dem Schiff auch das veritable Bugstrahlruder nachgesehen werden. 
Wie es aussieht, wenn der Rumpf nicht rechtzeitig gereinigt wird, bekam Günter auf der Werft in Egernsund zu sehen. Ein Bild wie am Ende des fünften Tages der Schöpfung. Der Artenreichtum der Lebewesen könnte eine meeresbiologische Aufzuchtstation vor Stolz glühen lassen. Ob unter den Tieren und Pflanzen tatsächlich auch Seeanemonen sind, wie er vermutet, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Aber vielleicht meldet sich ein Leser, der sich damit auskennt. 
Es ist leicht einzusehen, dass mit dieser "biologischen Bremsanlage" die Geschwindigkeit dramatisch zurückgeht, bei steigendem Treibstoffverbrauch. 

04.05.12 Hafenterasse mit Jollensteg

Fertig zum Probesitzen
Bei einem Besuch am Luganer See gefiel uns außer der berauschend schönen Landschaft eine Errungenschaft auf die wir hier in Flensburg, trotz ansonsten besten Voraussetzungen, leider immer noch vergeblich warten: Eine Seeterasse mit Bewirtung an der man als Gast mit seinem Boot anlegen kann. Eine solche Attraktion könnte im Lüttfischerhafen entstehen, wenn, ja wenn der Platz nicht für das Lagern kleiner Jollen vorgesehen wäre. Der Tisch auf der so weit fertig gestellten Steganlage gibt einen Eindruck, wie das aussehen könnte. Die Stühle muss man sich freilich noch dazu denken. Aber vielleicht ist es auch besser so, wie es ist. Denn für den vorhersehbaren Ansturm wäre die Terasse doch ein büschen lütt und der Weg zur Fischbude wohl auch zu weit und es gibt auch nicht so viele RIVA und BOESCH- Motorboote hierzulande. Es ist aber bekannt, das O. Berking plant kleine Commuterboote in Serie zu bauen. Vielleicht liegen die schon bald auf der Terasse?

04.05.12 Süßes Mädchen im Historischen Hafen

SEUTE DEERN heute in Flensburg
Nach ALBATROS bekam der Historische Hafen eine weiteren Traditionssegler zu Besuch. Nun liegen dort der Bramsegelschoner ACTIV, der Topsegelschoner ALBATROS und seit heute die Gaffelketsch SEUTE DEERN. Alle drei mit elliptischem Heck und leicht gekrümmtem "dänischen" Vorsteven. Das ist nicht weiter  verwunderlich, wurden alle drei doch in Dänemark gebaut. 
(Das Bild der SEUTE DEERN für weiterführende Information bitte anklicken).
ALBATROS und SEUTE DEERN gehören dem DJS (Deutsches Jugendwerk zur See). Dieser Verein möchte traditionelle Seemannschaft an junge Leute ab 16 Jahren vermitteln. An Deck sieht man jedoch meist Herren im gesetzten Alter mit silbergrauem Haar. Das wollen wir mal durchgehen lassen, denn heute morgen wurde in einem Beitrag des NDR davon gesprochen, dass heutzutage die jüngsten Alten aller Zeiten leben. und da sind 50 Jahre kein "Alter" mehr.

03.05.12 Promitreff mit Räucherfisch

Am Abend wurde offenbar, dass Bens Fischhütte sogar in Berlin als Geheimtipp gehandelt wird. Insbesondere, wie es scheint, für Politiker, die aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit dem einfachen Volk näher stehen als andere. Mit seiner Entourage und  angemessenem Begleitschutz ließ sich Gregor Gysi auf den einfachen Gartenstühlen nieder und die Erfrischung schmecken.
Auch Politiker haben ein Recht darauf den Museumshafen und die Fischbrötchen  ungestört genießen zu können. Weswegen wir an dieser Stelle um Nachsicht bitten, dass dieses denkwürdige Ereignis nicht fotografisch festgehalten wurde.
Außerdem hatte der Schreiber wieder mal die Kamera vergessen. Verdammte Nachlässigkeit!

03.05.12 Nur schön

Totenflaute am Morgen aber strahlender Sonnenschein. Und absolut nichts los. Ein schönes Bild mit den alten Seglern, die sich im Wasser spiegeln. Überhaupt der Morgen am Bohlwerk: Man sollte es nicht sagen, doch auch ohne Besucher lässt es sich dort ganz gut aushalten. Ein paar Möwen, ein paar Enten und die Schwäne sorgen für genug Leben. Und dann eine Weile ruhig sitzen und einfach nur schauen. 

03.05.12 BODIL: fast geschafft

Es bleibt nicht mehr zu sagen als Günter zum Stand der Dinge schreibt:
 "Moin Wiebke und Werner
heute wieder einige Bilder von der Bodil, wie zu sehen ist, naht das Ende mit dem Großprojekt Bodil. Wir werden, wie geplant, am Sonntag wieder nach Flensburg kommen, und können dann die restlichen Arbeiten in Flensburg machen. Ich schicke euch mit einer anderen mail Bilder von der Gisela aus Flensburg, die heute hier in Egernsund auf den Slip gekommen ist.
Gruß Günter"
 
 
Und hier noch seine Bilder. Wie es aussieht, ist BODIL von außen fast wie neu anzusehen. Wir werden sie ja bald in natura zu sehen bekommen.  


02.05.12 Kulturell aufgerüstet

Große Aktion unter dem Historischen Krahn. Auf dem Bohlwerk liegen zwei Objekte, die leicht als kleine Wale hätten durchgehen können, währen sie nicht militärisch oliv grün und mit einem Warnzeichen für Radioaktivität versehen. 

Passanten vermuten, es handele sich um Zusatztanks für Jagdflugzeuge. Andere tippen auf Objekte, die von Minensuchern ihrer Arbeit eingesetzt werden. Man müsste einen Fachmann für Militärisches befragen, aber der ist gerade nicht zur Hand. Nun werden Takel im Rigg der LILLE BJØRN befestigt und die olivgrünen Minensuchtanks mittels eines rendsburger Geländewagens als Winschersatz erst auf LILLE BJØRN, dann auf das Steuerhaus der WILHELMSHAFEN gehievt, wo sie jetzt liegen. 

Den Sinn der Übung herauszufinden bleibt dem Betrachter überlassen. Wahrscheinlich hat er einem Akt der Kulturschaffung beigewohnt und was er sieht ist ein Kunstwerk, denn der Eigner beider Schiffe beschäftigt sich mit dem Schaffen von Kunst, wenn er nicht gerade Wale schützt, so heisst es. Heutzutage ist vieles möglich und wer nicht begeistert ist, gilt schnell als Banause. Also erst reflektieren, dann protestieren.

Oft wird der Wert einer Sache erst im Kontrast zu ihrem Gegenteil erkennbar. Hier eine verwirrende Aktion, garniert mit Plakaten, auf denen die eigene Militanz gepriesen wird.  Auf der anderen Seite die Kulisse am Bohlwerk, mit einer lebendigen Hafenszenerie, Traditionsseglern und historisch anmutenden Bauwerken, die von Ehrenamtlichen in einem gemeinnützigen Verein unterhalten werden.

02.05.12 Ein Mann sieht rot

Auch RYVAR legt ein wenig Rouge auf, schließlich sollen auch alte Mädchen hübsch und attraktiv aussehen. Und dafür geht der Skipper auch schon mal vor ihr auf die Knie. Gut, wenn dann kein allzu großer Schwell im Hafen steht, sonst wird die Wasserlinie zur Wellenlinie. Aber wer Flensburg kennt, der weiß, dass der Wind häufig am Nachmittag nachlässt. Gutes Timing ist eben auch hier, wie man so sagt, "die halbe Miete". 

01.05.12 Eine ALBATROS macht noch keinen Sommer

ALBATROS im Historischen Hafen
Schon im letzten Jahr war der schöne Topsegelschoner ALBATROS häufig Gast im Historischen Hafen. Unter Maschine unverwechselbar an dem Klang des Motors zu erkennen. Nun liegt sie wieder hier und wird wohl wie sonst auch die Crew wechseln. Zusammen mit ACTIV vor dem ehemaligen Zollpackhaus, in dem jetzt das sehenswerte Schifffahrtsmuseum untergebracht ist, bildet sie eine Kulisse, die an frühere Zeiten erinnert. Man begegnet ALBATROS in vielen Häfen der Ostsee. Wir haben sie schon in Skagen und auf den "Erbseninseln" (NE von Bornholm) angetroffen. Es war ein wirklich schönes Bild, wie sie damals bei Starkwind im Sonnenuntergang unter Segeln um die Inseln fuhr und in die nördliche Einfahrt von Christiansø hinein. Nun werden bald weitere  traditionelle Segelschiffe als Gäste in den Hafen kommen, auch abseits der Rum-Regatta. Und dann ist Sommer.

01.05.12 BODIL im Endspurt

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Nein, dem Team von BODIL ist nicht die Puste ausgegangen. Es ist nur so, dass die spektakulären Arbeiten abgeschlossen sind und jetzt der medial unattraktive, aber unvermeidliche Kleinkram übrig geblieben ist. Aber bald schon soll BODIL nun wirklich wieder zurück am Bohlwerk sein. Heute schreibt Günter zu seinen Bildern (in der Dia-show):
 
"Moin Werner und Wiebke
Heute, am Tag der Arbeit, den wir verschwitzt haben, wollte ich euch mal wieder ein paar Bilder von den Arbeiten an der Bodil schicken, auch wenn der Vorschritt jetzt nicht mehr so zu sehen ist. Aber wie man weiß, macht Kleinvieh auch Mist, und so kommen wir langsam unserem Ziel näher, die Bodil bald wieder an seinen angestammten Platz in Flensburg zu verholen. Wir hoffen, das wir das bis zum kommenden Wochenende endlich schaffen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, haben wir heute den Klüverbaum bearbeitet, und versucht, die Scheuerleiste zu malen, was ich aber nach einigen Minuten wegen zu viel Wellengang aufgeben musste.
Ich habe versucht, auch mal einen Blog zu erstellen, unter http://segelschiff-bodil.blogspot.de/ könnt ihr den sehen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, und hoffe, das wir es bis zum Wochenende schaffen.
Gruß Günter
 
Herzlichen Glückwunsch an Günter zu dem Arbeitsfortschritt an BODIL und natürlich auch zu seiner Prämiere als "Blogwart"!  Den Tag der Arbeit zu verschwitzen ist ja wirklich schön formuliert!

30.04.12 Rette mich wer kann

Großes Aufgebot der Feuerwehr im Hafen. Blaulicht funkelt und ein Leiterwagen der Feuerwehr steht bei ACTIV. Um Himmels Willen, da wird wohl nichts brennen? Zum Glück nicht.Die braven Retter möchten sich fit machen für den Fall, dass jemand ins Wasser fällt. Das ist gut so, weil so etwas immer wieder mal vorkommt.

Wer nun geglaubt hat, dass die Rettung von einem Boot aus durchgeführt wird, hat sich geirrt. Die lange Feuerwehrleiter wird eingesetzt, um den Rettungsbedürftigen wieder ans trockene Land zu bringen. Gefragt warum kein Boot kommt, antwortet der Feuerwehrmann: "Das ist zu weit weg, deswegen geht das von Land aus schneller."  Nun, dann wollen wir mal hoffen, das niemand weiter als eine Leiterlänge von der Hafenkante weg im Wasser treibt. 

Was nachdenklich macht: Diese Übung und die täglichen Übungen der Sportboot-Führerschein-Kandidaten enden immer, ohne das jemand aus dem Wasser gezogen wird. Dabei ist das doch der schwierigste Teil des Manövers. Auch im Fall der Feuerwehrübung schwimmt das Opfer aus eigener Kraft zur Rettungsleiter und klettert raus.

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