30.11.12 Totensonntag

Ach, wenn wir unsere Marine nicht hätten! Was würde uns nicht alles fehlen!

Der Bericht vom "27.11.12 Naturschützerin im Hafen" entstand mit Sabines Hilfe. Aber das war noch nicht alles. Es fehlte ein Video und der Teil der E-Mail, der sich darauf bezieht. Das soll nun hier nachgeholt werden (Bitte beim Abspielen den Ton einschalten):


video
".... Aber danach geschah das Unglaubliche:
Zum Totensonntag , der Tag des Jüngsten Gerichts, der Sonntag vor dem Advent, der uns mahnen soll, dass für jeden der letzte Tag im Leben unweigerlich kommen wird …. demonstriert die Marine im Hafen eine Art "Disco zum Fronturlaub".
Die bis dato am Historischen Hafen vertäuten Schiffe liefen mit hoher Geschwindigkeit, Heck voran, durch den Hafen und spielen dazu Heavy Metal, Pop und Hip Hop. In einer Lautstärke, dass uns Passanten der Atem stockte. In der Regenkulisse war es einfach bizarr und – ja, ein unglaublicher Hohn."
Bekanntlich ist der Totensonntag, der auch "Ewigkeitssonntag" genannt wird, durch Bundesgesetze besonders geschützt:
"Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“, für den besondere Einschränkungen gelten;[2] dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags..." (Quelle: Wikipedia)
Bislang war die Bundeswehr als diejenige Militärmacht bekannt, die sich im Ausland durch besondere Einfühlsamkeit auszeichnet, was die jeweiligen Landesgesetze, Religionen und Kulturen betrifft. Dabei müssen sie sich aber mächtig verausgabt haben. So sehr, dass für ihr Heimatland kein bischen Anstand übrig blieb.
Also, liebe Landesschützer: Da müsst ihr noch mal bei! Ahoi. 


30.11.12 Schon wieder

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist die Fischhütte in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag zum zweiten Mal in diesem Monat Opfer eines oder mehrerer Vandalen geworden. Zwei Fenster seien eingeschlagen worden und der Inhalt der Fischhütte zertrümmert, so wurde gesagt. Die Polizei habe die Ermittlungen aufgenommen.
Es scheint leider zu einem Ritual einzelner "Freunde des Bohlwerks" zu werden, nachts mal eben hinzugehen und anderer Leute Eigentum zu zertrümmern. Leider übt sich der Vorstand des Museumshafen- Vereins und auch der unter anderem zu diesem Zweck ins Leben gerufene HISTORISCHE HAFEN gGmbH in Sachen "Sicherheit" darin abzuwarten, abzuwiegeln und abzubügeln. Dabei darf einmal gesagt werden, dass die Aktiven Mitglieder schon vor zwei Jahren vom eben dem Vorstand gebeten wurden, Ideen zusammenzutragen, wie das Bohlwerk und die Schiffe während der "Disco-Nächte" vor Übergriffen und lautstarken Umtrieben geschützt werden kann. Das wurde von einer Arbeitsgruppe schnell und qualifiziert erledigt. Zusammengefasst gesagt lief es darauf hinaus, das Bohlwerk während der Stunden nach Mitternacht bis in den frühen Morgen für den öffentlichen Zugang zu sperren. Dann wäre es möglich, Eindringlinge wegn Hausfriedensbruchs zu belangen. Ohne diesen Schutz müssen wir jetzt immer erst abwarten, dass eine  Straftat geschieht, bevor die Polizei bereit ist zu kommen.
Dieser Gedanke wurde nicht aufgegriffen.
Aber es wurde ein bezahlter Wachdienst für einzelne Wochentage eingerichtet, zunächst auch mit gutem Ergebnis. Die Protokollbücher dokumentieren, dass die Hafenmeile während der Nacht unsicher ist. Nun wurde der Wachdienst ausgedünnt, weil angeblich die Mittel fehlen um ihn aufrecht zu erhalten. Und schon geht der Zauber wieder los.
In dieser Zeit bekunden Vorstandsmitglieder des Museumshafens, dass es für sie nicht infrage komme, das Bohlwerk auch durch Zugangssperren während der Nacht zu sichern.  Sinngemäß damit begründet, das widerspräche dem Anspruch einer öffentlich zugängliche Ausstellung der Traditionsschiffe.
Jetzt wurde der Wachdienst komplett eingestellt, weil im Winter ja ohnehin keine  Gefahr bestehe. Vermutlich steht dahinter die Auffassung, Vandalen scheuten die lange Dunkelheit der Winternächte.
Nun trägt der Geschäftsführer der HISTORISCHER HAFEN gGmbH öffentlich vor, Traditionsschiffer kämen gerne mit ihren Schiffen nach Flensburg, weil die Bedingungen hier so günstig seien. Die Realität hinkt dieser Einschätzung bedauerlicherweise hinterher. Der Museumshafen hat in den letzten Jahren dauerhaft liegende Schiffe verloren und weitere Eigner überlegen einen Wechsel weg von Flensburg. Und das wegen mangelnder Sicherheit für die Schiffe und wegen lautstarker Exzesse in den Nachtstunden.

Sylvester 2011. Feuerwerk im Museumshafen
Dabei ist ein Risiko überhaupt nicht angesprochen worden: Die Brandgefahr in der Sylvesternacht. Bei jedem Jahreswechsel besuchen hunderte oder mehr Besucher das Bohlwerk, prosten sich mit ihrem Schampus zu und begrüßen das neue Jahr. Der Spass sei ihnen gegönnt und das auch bei dem nächsten Jahreswechsel. Was aber nicht bleiben darf ist der Spass, Feuerwerk auf dem Bohlwerk abzubrennen. Das Bild zeigt einen der noch harmloseren Knaller. An jedem Neujahrsmorgen liegen Reste abgebrannter Feuerwerkskörper auf den Holzschiffen, teilweise sogar in den Segeln, wenn sie noch angeschlagen sind. Im letzten Jahr wurde wieder eine Rakete unter die Winterpersenning unseres Schiffes geschossen. Sie brannte in der Öffnung eines Bulleyes aus, das glücklicherweise nur halb geöffnet war.

Wir haben es doch so mit der originalen Tradition. Nun werden wir vielleicht sogar eine Kommission bekommen, die darüber wacht, dass der museale Anspruch des Hafens nicht zu kurz kommt. Deshalb sei hier daran erinnert, dass früher in Häfen auf Schiffen sogar Feuerstätten verboten waren und die Schiffer ihre warmen Mahlzeiten nicht an Bord sondern nur in eigens dafür vorgesehenen Kochhäusern zubereiten durften. Damals hat man noch gewusst, das Holz und Textilien brennbar sind. Vielleicht können unsere Traditionswächter ein bisschen von diesem Wissen der Ahnen in das Bewusstsein der heute Verantwortlichen zurückholen.


Eine demolierte Regisstrierkasse

P.S. Es gibt Zeugen für den Angriff auf die Fischütte. Sie haben die zwei schwarz gekleideten Männer, wie sie Flaschen auf die Fischhütte warfen. Und es gibt Fotos:
Eingeschlagene Scheiben

27.11.12 Naturschützerin im Hafen

Hier eine Nachricht von Sabine über das Forschungsschiff ELISABETH MANN BORGHESE des IOW (Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde), das vorgestern an der Nordertorpier festgemacht hatte:
ELISABETH MANN BORGHESE legt in Flensburg an
"Neben dem eifrigen Treiben auf der Werft legte am Nachmittag die "Elisabeth Mann Borgese" an. Länge: 56,5m, Tiefgang: 3,50 m, Max. Fahrt: 14,5 kn, Mannschaft: 11, Wissenschaftler: 12. Sie fanden im Hafen keinen Platz, weil die Marine dort schon alles verstopfte und sind darum am Liegeplatz der Capella, hinter den Lüttfischern gelandet.
Benannt ist die Schönheit im Dienste der Wissenschaft nach dem fünften Kind von Katja und Thomas Mann, Elisabeth Veronika Mann Borgese; Seerechtlerin, Ökologin und - natürlich Schriftstellerin,
Das Forschungsschiff reiste am Montag schon wieder ab.
Mein kleiner Schnack mit dem Bootsmann ergab, dass , das Schiff von der Reederei Briese bereedert wird und dem  Land Mecklenburg Vorpommern gehört, die Crew zurzeit durch die Förde und auch die Mecklenburger Bucht kreuzt und Proben sammelt. Diese gehen an das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde."
Zu ergänzen wäre noch, dass Flensburg öfters Ziel von Forschungsschiffen im Dienste der Umwelt ist, wie zum Bsp. auch die HAITABU

26.11.12 Weihnachtszeit - Bastelzeit

Der Beitrag vom 14.November über den Kartonbau-Stammtisch und den neuen Modellbogen "ALEXANDRA" wurde oft aufgerufen, "geklickt", muss man heute wohl sagen. Da trifft diese Mitteilung des Flensburger Schifffahrtsmuseums vielleicht auf ebenso großes Interesse:  

"Zum Jahresende finden im Schifffahrtsmuseum noch einmal zwei
Veranstaltungen rund um den Kartonmodellbau statt. Am Freitag, den 30.
November um 19 Uhr trifft sich die Arbeitsgruppe "Kartonmodellbau
zwischen den Meeren" zum letzten Mal in diesem Jahr zu ihrem monatlichen
Stammtisch im Schifffahrtsmuseum (Eingang Schiffbrücke 38). 
Und am Wochenende, 1. und 2. Dezember bietet die Arbeitsgruppe jeweils von
10:30 Uhr bis 15:00 Uhr einen Workshop an, in dessen Rahmen
Interessierte praktische Starthilfe für den Bau des neuen
hmv-Modellbogens vom Salondampfer "Alexandra" bekommen können. 
Zu dem Workshop kann man sich noch bis zum 30. November unter Tel.: 0461/852970
oder per E-Mail schifffahrtsmuseum@flensburg.de anmelden. 
Als Teilnahmegebühr fällt lediglich der Museumseintritt an (6 Euro). Der
Modellbogen kann zum Preis von 8,99 EUR im Museumsladen oder bei Imlau
Modellbau in Flensburg Weiche (Ochsenweg 27) erworben werden."

25.11.12 U.A.w.g

Foto: Sabine Große-Aust
Wie vielen Besuchern des Bohlwerks ist wohl aufgefallen, dass am letzten Donnerstag zwei junge Männer auf FULVIA ganz hoch hinaus wollten? Wir wissen es nicht, aber wir wissen jetzt, was die beiden in Höhe gehen ließ:
Wer gedacht hat, es sei die Hitze der Jugend, derentwegen die jungen Helfer im späten November im den Mast der FULVIA bevölkerten, hat sich geirrt. Es war mitnichten der Wunsch nach Abkühlung. Es war die Vorsorge für sicher-sorgloses Segeln in der nächsten Saison. Ronald schrieb als Antwort auf die neugierige Frage der HAFENMELDUNGEN:
"Wir sind gerade dabei, die Blöcke abzubauen, um sie im Winter zu schleifen und zu malen. Außerdem werden die meisten Fallen und Schoten ausgetauscht (sind zwar zu 99 % noch gut, aber die EINE Scheuerstelle (die man wg. der Block-Nichtdurchgängigkeit nicht langspleißen kann) erzwingt das Auswechseln der einzelnen Enden."
Da kann man doch gerne "Gutes Gelingen!" wünschen. Bleibt noch eine Frage. Warum werden die Traditionsschiffe eigentlich immer "ehemalige Arbeitsschiffe" genannt?

U.A.w.g. (Um Antwort wird gebeten)

23.11.12 Schiffshistoriker bei der Arbeit

Wenn Sachkenntnis auf Meinung trifft sagt man im Englischen oft "don't confuse me with facts". Dem kann man durch Recherche abhelfen.
Am Bohlwerk informiert einer der Schautafeln, wie früher "Snurrewaden-Fischerei" betrieben wurde. Für diese Art zu fischen, wurden viele verschiedene Schiffstypen unterschiedlicher Größe eingesetzt. Außerdem liegen im Museumshafen, am Bohlwerk vertäut, einige "Haikutter". Deren Originalität und schiffshistorische Entstehung führt gelegentlich zu so etwas wie Meinungsaustausch.
Deswegen die Zusammenhänge vorneweg:
Snurrewadenjolle von 1886
Die Bezeichnung "Snurrewadenkutter" umfasst alle Fischereifahrzeuge, die Dreh- oder Ringwadenfischerei betreiben. Dazu gehören auch die Haikutter. Diese haben jedoch durchweg einen Maschinenantrieb. In der Frühzeit der Motorisierung waren das Glühkopfmotoren. Es soll auch Versuche mit Dampfantrieb gegeben haben. Später wurden schnell laufende Dieselmotoren eingesetzt.
Der Name "Haikutter" stammt aus der Anfangszeit der Motorisierung und war Ausdruck der Empörung darüber, dass sie, durch den Antriebsmotor vom Wind unabhängig, "wie die Haie" in die Reviere der anderen Fischer einfielen und sie um die Früchte ihrer Arbeit brachten. So weit wird jeder zustimmen. Welche Merkmale Haikutter von segelnden Snurrewaden-Kuttern darüber hinaus unterscheiden, führt jedoch immer wieder zu Diskussionen.

Hierzu ein Bericht über das sachliche Ergebnis einer Reise nach Esbjerg zum Fischerei und Seefahrtsmuseum. Gerd, Schiffshistoriker des Museumshafens Flensburg, fuhr dorthin mit der Frage:
"gab es einmastige, segelnde Snurrewadenkutter ohne Hilfsmaschine und Deckhaus?" 
Modelle von Haikuttern
Dazu muss bemerkt werden, dass dieses Museum der nach Kopenhagen größte Hort für Dokumentationen über Snurrewadenkutter ist. Hüter dieses Schatzes ist Niels Knudsen; er und seine Kollegen haben ihr Wissen und Unterlagen sehr hilfreich beigesteuert. Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank!
Die Unterlagen: das sind ca. 700 mit Bildern und Beschreibung dokumentierte Schiffe aus der Zeit Ende von des neunzehnten Jahrhunderts bis zu den letzten aktiv fischenden Schiffen. Dazu viele zeitgenössische gemalte Bilder und Schiffsmodelle.

Noch einer mit Steuerhaus
Um es kurz zu fassen: Ein solches Schiff, nach dem Gerd fahndete, war dort nicht dokumentiert. Alle segelnden Snurrewadenkutter waren Ketschen aller Größen bis ca. zwanzig Metern Rumpflänge und hatten kein Deckshaus. Dagegen waren alle dokumentierten Haikutter mit einem Deckshaus ausgestattet.Bei denen hatten einige aber nur einen Mast.
Manche hatten zwei Masten, wenn man das was dort das Heck schmückte noch so nennen möchte: Manchmal war es nur der hoch gezogene Auspuff des Motors.
Zwei weitere Ergebnisse: Bei Haikuttern gab es unterschiedliche Formen für das Heck: Das Rundheck, das elliptische Heck, das Kanuheck. Ein Plattgatt oder Spiegelheck wurde nicht gesichtet. Weiterhin sind auch Snurrewadenkutter mit Topstengen dokumentiert.
Das beweist natürlich nichts. Denn hat man etwas nicht gefunden, kann es noch gefunden werden, wenn man wo anders sucht.
Anderenfalls könnte die Reise eines Tages der Anfang eines neuen Alleinstellungsmerkmals des Museumshafens  Flensburg  genannt werden, nämlich als des Museumshafens, in dem die einzigen historisch korrekten einmastigen Haikutter ohne Deckshaus liegen. Um das noch zu verstärken, könnte auch untersucht werden, welche Proportionen bei den Riggs korrekt sind, und so weiter und so weiter. Das ist jedoch derzeit noch reine Spekulation. Wir bleiben dran.

Ein Blick in die Ausstellungshalle
Nun haben wir mit einer englischen Redewendung begonnen und wollen mit einem "last but not least" enden:
Das Museum selbst ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In großen und hohen Ausstellungsräumen führt es durch die Geschichte der Fischerei in Esbjerg und an der Dänischen Westküste. Es zeigt originale Schiffe und Arbeitsgeräte aus früheren Tagen. Von Flensburg aus ist es auch gut mit dem Auto zu erreichen. Wir haben ca. eine und dreiviertel Stunde benötigt.
Und noch etwas ganz zum Schluss: Die Zeit der Fischerei ist auch in Esbjerg zuende. Nun hat der Hafen Bedeutung durch die Ölförderung in der Nordsee.

23.11.12 Der Tod und das Meer

Memento mori in einer Semannskiste
In dieser Woche endet die ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod" und vor einhundert Jahren ist die TITANIC im Nordatlantik gesunken. Zwei Zeitmarken zum Beginn der einmaligen und sehenswerten Sonderausstellung des Flensburger Schifffahrtsmuseums "Der Tod und das Meer".
Sie ist die erste Station einer vierjährigen Wanderschaft der zahlreichen Exponate. Im hochwertig bebilderten und sehr lesenswerten Katalog sind 69 von ihnen beschrieben. Sie stammen aus der Zeit von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Jetztzeit. Stationen der Ausstellung sind
Die Frauen auf der Düne (August Wilckens 1913)
Flensburg - bis zum 27. Januar 2013
Hamburg (Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte) - 2013
Carolinensiel (Deutsches Sielhafenmuseum Carolinensiel) - 2014
Cuxhafen (Museum Windstärke 10) - 2015
Rostock (Schifffahrts- und Schiffbaumuseum Rostock) - 2016.

Nachricht über die TITANIC-Katastrophe
Flensburger Norddeutsche Zeitung 17. April 1912
Der Katalog, wie auch die Ausstellung selbst befasst sich mit wesentlichen Aspekten dieses im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtigen Themas.
Hierbei schildert der Katalog immer wieder mit vielen Sachzitaten die Bedingungen in der Zeit, als die Exponate entstanden. Er geht damit weit über die ikonografische Erläuterung der  Austellungsstücke  hinaus. Damit ist er eine wertvolle Quelle für Jeden und Jede mit Interesse an der Geschichte der Seefahrt. Mit dem Preis von 19,95€ ist er sicherlich auch eine gute Empfehlung für den weihnachtlichen Gabentisch.
Die Artikel - in deutscher Sprache - stammen von Autoren unterschiedlicher Profession aus Deutschland und Dänemark. Das spiegelt sich auch in der anregenden Vielfalt der Blickwinkel, unter denen das komplexe Thema abgehandelt wird.

Wie gesagt: lesenswert der Katalog,  sehenswert die Ausstellung.

Nachtrag am 24.11.12: Heute erscheint im Flensburger Tageblatt ein gut geschriebener Beitrag mit dem Titel "Schönheit des Scheiterns" zu der Austellung, die morgen beginnt - bitte HIER klicken 

21.11.12 PIROLA: Knacken, Hacken, Daumenkraft

Hier kommt ein Beitrag über den aktuellen Fortschritt der Reparatur an dem alten Logger PIROLA aus dem Museumshafen. Sabine hat die Arbeiten dokumentiert. Hier ist ihr Bericht (Alle Fotos: Sabine Große-Aust):

Von Knacken, Hacken und Daumenkraft

Wie trotzen Stahlplatten, 6 mm dick und über 100 kg schwer, in jenem Moment, in dem sie eingepasst werden, eigentlich der Schwerkraft? Muskelkraft wird sie nicht halten, so viel ist auch hart gesottenen Nicht-Schiffbauern klar. Wer zwischen dem 15. und dem 17. November den Fortgang der Schiffbau-Arbeiten an PIROLA auf der Museumswerft folgte, fand des Rätsels Lösung.

 
Es hört auf die fröhlichen Namen „Knacken“ oder „Hacken“, ist ein gebogenes Stahlstück und haftete mit seinesgleichen auch rund um die ausgeschnittenen Stellen an PIROLAs Rumpf. (Auf dem Foto, das Roland beim Brennen der Durchschweiss-Löcher zeigt, sind die Hacken unten rechts zu sehen). Diese angehefteten Führungen halten also die zuvor auf Maß geschnittenen Stahlplatten am Rumpf bis sie sicher geheftet sind.












Maßnehmen am Stahl funktioniert irgendwie nach dem Schnittmuster-Prinzip: Holzplatte ausschneiden, an der Öffnung Maß nehmen. Kleine Korrekturen ausführen. Passt? Dann also entlang der Markierung den Stahl ausschneiden.

 








Bis die ausgeschnittene Platte dann auch die Öffnung an PIROLAs Rumpf verschloss, hatten Roland und Peter trotz der Kälte doch etwas zu schwitzen.


 Und wie bitte erhielt das sperrige Werkstück dann auch noch den eleganten Schwung, der einen schönen Rumpf auszeichnet? Mit der Daumenkraft! Die interessierten Gäste der Museumswerft mögen diese großartige Biege-Leistung einem leistungsstarken Wagenheber zugeschrieben haben, denn so ungefähr sieht sie ja aus – die gute Daumenkraft. Oder jeder kennt dieses Gerät, denn danach gefragt hat von den sonst so fragefreudigen Passanten niemand.












Aber dann, das war allen klar, wurde endlich wieder geschweißt. Falsch! Der Schiffbauer heftet. Schweißarbeiten an PIROLA folgen erst im nächsten Schritt – vom Schweißer. „Aber Hauptsache, die Funken fliegen“, denken die Spaziergänger. „Quatsch“, denkt der Schiffbauer. „Hauptsache, bei PIROLA sind die Luken wieder dicht bis der angekündigte Frost kommt“. Das ist jetzt geschafft. Und am 17. und 18. November wurden – auch schon die ersten Stahlplatten verschweißt. Aber das, berichten wir in einer der nächsten Ausgaben der Hafenmeldungen.“

17.11.12 Vandalen auf CHARLOTTE

Im Museumshafen wurde der Haikutter CHARLOTTE in diesem Jahr zum dritten Mal Ziel von Vandalen.
Einmal wurden Spieren, die ordnungsgemäß an Deck gezurrt waren ins Wasser geworfen, ein anderes Mal bekam das Schiff unerbetenen nächtlichen Besuch. In der vergangenen Nacht sind Fremde an Deck gegangen und haben die Heckleinen losgeworfen und ins Wasser fallen lassen. Vermutlich wurden sie dabei gestört, denn das Schiff selbst war noch am Bohlwerk befestigt. Die Ironie bei der Geschichte ist, dass der Eigner sich bisher vehement gegen eine nächtliche Sperrung des Bohlwerks eingesetzt hat, die von anderen Schiffseignern seit Jahren gefordert wird.
Nach diesem erneuten Übergriff und nach den Ausführungen des Geschäftsführers des Historischen Hafens bei seinem Vortrag in der Nautischen Vereinigung Flensburg in der letzten Woche kommt vielleicht jetzt Bewegung in die Sache.
Wer immer der Übeltäter war, er muss körperlich gewandt sein. Das Schiff war gut von der Bohlwerkkante entfernt, glatt lackiert und bei der vorherrschenden Witterung vermutlich vom Nebel nass, eventuell sogar unter Rauhreif gefroren. 

17.11.12 Weltreise im Schifffahrtsmuseum

Der Herbst grau, die Temperaturen zum frösteln. Wer lässt sich da sich gerne auf eine weite Reise in warme Gefilde entführen?
Das Flensburger Schifffahrtsmuseum kündigt an: 
 
Norasia Polaris
"Filmabend: Mit Containern um die Welt

Am Dienstag, 20. November um 19.30 Uhr zeigt Friedrich Nielsen im Flensburger Schifffahrtsmuseum seinen Film *Mit Containern um die Welt*. Zusammen mit seiner Frau machte der Flensburger von November 2005 bis Februar 2006 eine Reise mit dem Containerschiff *Norasia Polaris* um die Welt. Das Schiff hatte eine Länge von 220 Metern und konnte 3.000 Container laden. Es gehörte zur Hamburger Reederei Tamke
und hatte Platz für sechs Passagiere. Die Reise ging von Hamburg über New York durch den Panamakanal nach Los Angeles. Von dort nach China und weiter nach Djebel Ali (Hafen von Dubai). Von dort nach Indien, Malaysia und Sri Lanka. Dann durch den Suez Kanal und über England und Holland zurück nach Hamburg. Insgesamt dauerte die Reise 93 Tage, die  Nielsen mit seiner Videokamera eindrucksvoll dokumentiert hat. In seinem Film gibt er faszinierte Einblicke in den Bordalltag eines Containerriesen." 

16.11.12 FORENING heute

Die Arbeit an FORENING, dem Modell der Schnau-Brigg aus dem 18. Jahrhundert, geht ihren Gang. Hier sind hier ein paar Bilder von heute. Sie ersparen es, bei diesem kalten nebligen auf die Werft zu gehen um selber nachzuschauen. 

Wer frühere Beiträgen zum Thema FORENING  ansehen möchte, möge HIER klicken.







14.11.12 Termine, Termine

Die Seite "Termine per 14.11.2012 " wurde mit den Stammtisch- Terminen der Karton-Modellbauer aktualisiert. Weitere Termine sind derzeit nicht festgelegt, aber der Museumshafen Flensburg überlegt, die Reihe der "Bullauge"-Veranstaltungen auch im nächsten Jahr fortzusetzen.

14.11.12 ALEXANDRA paradox

Um diesen Modellbau Bogen ging es
Nicht von Pappe sagt man, wenn etwas bedeutsam, beträchtlich, groß ist. Nicht von Pappe war die Präsentation des Modells der ALEXANDRA gestern Abend im Flensburger Schifffahrtsmuseum. Etwa 30 bis 40 ALEXANDRA- und Modellbau-Enthusiasten kamen zusammen, um einen ersten Blick auf die Neuerscheinung des HMV-Verlags zu werfen und möglicherweise einen Premieren-Bausatz mit ALEAXANDRA-Stempel und Autogramm von Kapt. Wolfgang Weyhausen zu ergattern, den es nur hier und heute gab. Paradox: Der Modellbaubogen allerdings ist aus Pappe, vornehm ausgedrückt: aus Karton.
Es hätten locker mehr Menschen sein können, wenn die Premiere in der Lokalpresse angekündigt worden wäre. So waren die Anwesenden auf die Flüsterpropaganda der unmittelbar Involvierten und auf die HAFENMELDUNGEN angewiesen.
Unmittelbar involviert waren - wie könnte es anders ein - der Verein Salondampfer ALEXANDRA, die Karton-Modellbauer zwischen den Meeren, das Flensburger Schifffahrtsmuseum und schließlich, aber nicht zumindest, der HMV - Verlag. Deren Vertreter sprachen begrüßende Worte mit einem Abriss über die Vorgeschichte des Schiffahrtsmuseums, der ALEXANDRA, des Kartonmodellbaus in Flensburg und über den Werdegang des Modells.
Das Modell ist das 89ste im Verlagsprogramm, das einen Schwerpunkt bei Schiffen hat und bei diesen auch bei Traditionsschiffen. Somit kann man aus dem Programm nahezu die gesamte Dampf- Rundum - Veranstaltung nachstellen, zumindest was Dampfschiffe aus Deutschland betrifft.
ALEXANDRA in guten Händen
Nicht von Pappe war auch die Vorbereitung der Veranstaltung. Zum Anlass passend - war doch auch die ALEXANDRA Wahlheimat der Petuh -  Tanten - kam eine von ihnen um in Kostüm und und mit dem unnachahmlich umwerfenden deutsch - dänischen Kauderwelsch des "Petuh" ein bisschen gute Stimmung zu verbreiten, was auch sehr gut gelang. Jedenfalls gab es herzlichen Beifall. Zum Abschluss bekam der Förderverein ALEXANDRA ein fertiges Modell überreicht. Nachsehen für alle Abwesenden: Es gab noch einen Umtrunk und ein paar leckere Häppchen von der "Muse Maritim".

Im Nachklapp ist zu erwähnen, dass die Presse von der Ankündigung wusste, denn sie sandte einen ihrer besten Fotografen zur Presse- Ankündigung am Freitag letzter Woche. Eines der Fotos, die bei dieser Gelegenheit gemacht wurden, erscheint heute im Lokalteil des "Flensburger Tageblatt" auf Seite 16. Es zeigt das Vorserienmodell der Neuerscheinung. Das jedoch war gestern gar nicht präsentiert worden. Den Unterschied kann man daran erkennen, dass das endgültige Modell mit einem Lasercut- Teilesatz bestückt ist. Mit den Laser geschnittenen Teilen können feinste Strukturen nachgebildet werden, wie Wanten und Reelings. Das wurde zwar gestern auch von einem Pressefotografen geknipst. Wie die Dinge liegen, werden diese Fotos vermutlich nicht vor nächster Woche in der Tageszeitung zu sehen sein. Auch das wäre: paradox.

Der nächste Stammtisch der Modellbauer ist wieder am 30. November, 19.00 Uhr im Nebengebäude des Flensburger Schifffahrtsmuseums, Schiffbrücke 38.
 

11.11.12 By the Way Art

Wer die Werftarbeiten an PIROLA weiter begleiten möchte, sollte den heutigen Bericht von Sabine lesen. Sie hat auch alle Fotos beigesteuert. Dafür ein herzliches "Danke!"
Hier nun, was Sabine berichtet:

Spinnweben fangen den Regen
"Seit der Hafenmeldungen vom 4. November ging es auf Pirola mit den Arbeiten munter weiter, auch wenn das Grau der Herbsttage und Regen das Schiff einhüllen.








Spanten und Wrangen
Weitere Stahlplatten am Schiffsboden wurden ausgebrannt und gaben den Blick frei auf einige der über 60 Spanten, welche den Rumpf tragen.







An der entstanden Öffnung im Rumpf werden die endgültigen Konturen (Längsnähe, Querstöße und Eckradien) der Platte, die später an dieser Stelle eingesetzt werden wird, ausgebrannt.

Federwinkel
 Mit Hilfe des Federwinkels, Kreide und einer Schleifscheibe wird dazu ein Radius auf dem Stahl definiert und daran entlang wird ausgebrannt. Diese Technik der Rundungen beim Ausschneiden verhindert, dass das Material unkontrolliert reißt (Kerbwirkung in den Ecken).





Am Radius brennen










Schweißfasen
Am 12ten Werfttag wurden die Schweißnähe vorbereitet, die Nähte und Stöße geschliffen und angefast (abgeschrägte Kanten erzeugt).

Flexarbeiten
Teile der Spannten und Bodenrangen (Längs- und Querverstrebungen, die das Unterwasserschiff zusammenhalten) die ersetzt werden müssen, sind schon entfernt.







Spanten von gestern
Aus dem abgetrennten Material entstehen Stillleben, die an die Bildhauerarbeiten des Amerikaners Richard Serra erinnern. 








Stillleben
Aber Werftarbeiten sind angewandt und die Kunst liegt darin, dass am Ende das Schiff wieder sicher schwimmt.








Zuschnitt der Wrangen
An diesem Tag werden auch neue Wrangenstücke zugeschnitten ….









heften
… und eingebaut.

Die Stahlstücke werden dazu mit kurzen Schweißnähten (Heftern), angeheftet.

Feierabend für diesen Tag."







11.11.12 Der Tod und das Meer

Tragisch aktuell ist diese Ankündigung des Flensburger Schifffahrtsmuseums, Wenige Tage nach dem Untergang der HMS BOUNTY beginnt die Sonderausstellung zum Thema Seenot und Schiffbruch in Kunst, Geschichte und Kultur.

Sonderausstellung im Flensburger Schifffahrtsmuseum vom 25. November 2012 bis 27. Januar 2013

Gustav Schönleber: Im Meere

Wie das Meer die Menschen ernährte, so mussten sie lernen, mit dessen Gefahren umzugehen. Denn seit jeher sind Seesturm und Schiffbruch eine konstante Erfahrung und Bedrohung der Seefahrt. Trotz stetig wachsender Erkenntnisse in Schiffbau und Navigation ist die Unsinkbarkeit bis heute ein unerfüllter Traum.
Die Naturgewalt des Meeres bleibt dem Menschen stets überlegen. Spektakuläre Schiffskatastrophen wie der Untergang der „Titanic“ 1912 oder des Segelschulschiffs „Pamir“ 1957 haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingeschrieben und weisen als Symbol weit über das tatsächliche Ereignis hinaus. Doch es ist vor allem das alltägliche Wagnis der Seefahrt, das die Mentalität der Seeleute, Hafen- und Küstenbewohner geprägt und als Motiv auf vielfältige Weise in die bildenden Künste Eingang gefunden hat.
Das Flensburger Schifffahrtsmuseum zeigt in der Ausstellung „Der Tod und das Meer“ anhand von Gemälden, Grafiken, Objekten und Dokumenten, wie über Jahrhunderte die Erfahrung von Bedrohung, Angst, Abenteuer, Ungewissheit, Unglück, Katastrophe, Tod, Hoffnung, Rettung und Trauer rund um die
Seefahrt tradiert und verarbeitet wurde.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Graphiksammlung „Mensch und Tod“ am Institut für Geschichte der Medizin der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und dem Institut für  Volkskunde/ Kulturanthropologie der Universität Hamburg entstanden.

11.11.12 Narrenfreiheit

Flensburg ist bekannt für seine Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Ethnien und Kulturen. Nicht nur das: Weit darüber hinaus gehend könnte man fast schon von einem Faible für schräge Typen und ausgefallene Lebensweisen sprechen. Welche Kulturen versammeln sich in seinen Stadtmauern! Menschen aus Asien, Australien, Christen, Agnostiker, Mohammedaner, Buddhisten, Gaffelsegler, Dampferfreunde... Menschen aus nahen und fernen Ländern, in ihrer großen Vielfalt einer Hafenstadt würdig.
Was lag also näher, als auch mal einer gar nicht so fern wohnenden Bevölkerungsgruppe zu gedenken und sie aus der Menge der Kulturen herauszuheben. Und das zumal am zweithöchsten Feiertag, den sie kennt, dem Beginn der Zeit ihres ritualisierten Frohsinns.
Eigens zu diesem Anlass hatte Ben Jedermann und Jederfrau zu einem kostenlosen Fischbrötchen samt Getränk eingeladen, der im Karnevalskostüm zum Beginn der "Fünften Jahreszeit" um 11 Uhr 11 bei der Fischhütte auf dem Flensburger Bohlwerk erscheint.

Das ist nun daraus geworden: Die Aufnahme beginnt Punkt elfuhrelf: 

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Das war ja wohl nix. Sind die Flensburger Narren noch in der Sommerzeit und deswegen eine Stunde zu früh gekommen? Oder - nicht auszudenken - gibt es hier etwa keine Narren? Oder gibt es sie schon, aber sie getrauen sich nicht, ihre Prägung äußerlich kundzutun? Und das, wo Flensburg doch Sitz des ECMI (European Centre for Minority Issues) ist. Das wäre dann was für eine Gleichstellungsbeauftragte.
Dabei ist Flensburg beileibe nicht frei von Narretei, wenn auch nicht immer in Verbindung mit Frohsinn. Das jedoch nicht nur in der "Fünften Jahreszeit".

10.11.12 CONNIE's original sound

"Hello darkness, my old friend
I've come to talk with you again
Because a vision softly creeping
Left its seeds while I was sleeping
And the vision that was planted in my brain
Still remains
Within the sound of silence"
Ach ja, Simon und Garfunkel, 46 Jahre her. Und jetzt CONNIE, seit gestern Abend hier. Der alte Lynnaeskutter ist bald der letzte seiner Art mit einer Glühkopfmaschine als Hilfsantrieb für Flautentage und für die Fischereimanöver. 
Heute vormittag bereitete er den Passanten am Bohlwerk das mittlerweile seltene Vergnügen eine kalte Glühkopfmaschine beim Start belauschen zu können. Das ist - am Flensburger Bohlwerk - ein Plop Plop der traditionellen, der angenehmen Art, der Klang der CONNIE eben.

Bitte nicht vergessen: Ton einschalten!

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09.11.12 Modellbau im Schifffahrtsmuseum

Die HAFENMELDUNGEN haben schon einige Beiträge zum Thema Modellbau veröffentlicht. Darunter der Nachbau der FORENING auf der Museumswerft oder das Projekt von Adi Born, der Ewer MARIA HF 31.
Nun kommt etwas für Freunde oder noch-nicht Freunde des Modellbaus aus Karton. Das Schifffahrtsmuseum Flensburg und die Arbeitsgruppe "Modellbau zwischen den Meeren" pflegen schon seit geraumer Zeit eine gute Zusammenarbeit. Hierbei sei auch an das Ferienprogramm des Schifffahrtsmuseums in diesem Jahr erinnert und daran, wie auch Kinder für dieses anspruchsvolle Hobby begeistert werden. Leider ist unser Beitrag dazu mit einem schönen Film versehentlich gelöscht worden, aber der -ungeschnittene- Film blieb erhalten. Die letzten Szenen betreffen das auch in diesem Ferien-Programm enthaltene "Kochen mit Kindern".

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Ist es nicht schön zu sehen, wie ernsthaft und konzentriert die jungen Modellbauer und -innen bei der Sache sind?

Am kommenden Dienstag, dem 13. November gibt es eine Premiere mit speziellem Bezug zu Flensburg. Dann wird um 19.30 Uhr der neue HMV-Modellbaubogen der ALEXANDRA vorgestellt.
Wir konnten das Ergebnis heute morgen besichtigen und waren schlichtweg begeistert. Man muss nicht ein ausgesprochener Fan dieser Art Modelle sein um dem Charme des kleinen Kunstwerks zu erliegen. Hier ein paar Fotos um die Vorstellungskraft zu mobilisieren. Sie umfassen, ALEXANDRA ausgenommen, ihr Schwesterschiff ALBATROS, den Tonnenleger BUSSARD, dahinter den Bereisungsdampfer SCHARHÖRN, den Eisbrecher STETTIN und das Feuerschiff ELBE 3.


Das Modell des Salondampfers ALEXANDRA wird hier nicht gezeigt, schließlich soll die Premiere erst am Dienstag sein.

Zu den Modellbögen erfuhren wir, dass der Hamburger Modellbaubogen Verlag 1995 gegründet wurde. Die Modelle werden nach Original-Werftplänen und Fotos (soweit vorhanden) mit modernen CAD-Systemen konstruiert und für die Produktion als Modellbaubogen aufbereitet. Dabei steht auch ein Schiffbau Ingenieur für schiffbauliche Fragen bereit. Die Modelle haben durchgängig den Maßstab 1:250. Die unterschiedlichen Modelle passen in der Größe also zusammen. Es gibt Modelle für Einsteiger (Anfänger will ja keine(r) mehr genannt werden) und Fortgeschrittene. Für die ganz filigranen Teile, wie die Reeling zum Beispiel, sind "Laser-Cut"- Teilesätze zusätzlich verfügbar. Die ausführliche, getestete Bauanleitung gibt es in den Sprachen deutsch, englisch und französisch.

Der Modellbogen von ALEXANDRA wurde in der Rekord verdächtigen Zeit von nur 10 Wochen hergestellt. Um das Modell zu bauen, sollte weniger Zeit notwendig sein. Aber um die dreissig Stunden können es schon werden. Genug für lange dunkle, feuchte, kalte Wintertage in der warmen Stube.

Wenn dann noch Zeit übrig bleibt: man kann neuerdings auch ganze Dioramen erstellen mit Hafenbauwerken, Leuchttürmen ... Wer will, kann die Hamburger Landungsbrücken nachbauen.


P.S.: unnötig zu erwähnen, nur für alle Fälle: Die HAFENMELDUNGEN machen weiterhin keine Werbung. Aber ein wenig begeistern können sie sich schon.

08.11.12 Historischer Hafen aktuell

Prolog
Sorgfältig muss man das FLENSBURGER TAGEBLATT  lesen, sonst geht das Wesentliche unter. Man muss kurzfristig abkömmlich sein, um angekündigte Veranstaltungen besuchen zu können, sonst bleibt man uninformiert. Letzte Woche kam ein Meldung über einen Vortrag von Rainer Prüss zum Thema "Historischer Hafen" am selben Tag. So war es auch gestern. Der Nautische Verein Flensburg hatte Frank Petry, Hafenkapitän und Geschäftsführer der Historischer Hafen gGmbH eingeladen, über den aktuellen Stand zu berichten.
Vorgeschichte
Er erzählte von den frühesten Anfängen, als "Spinner" mit alten Gebrauchsschiffen die westliche Hafenseite besetzt hatten, über die Gründung des Museumshafen e.V. und des Vereins Salondampfer Alexandra e.V., des Schifffahrtsmuseums, der Museumswerft, dem Verein GESINE und den klassischen Jachten bis hin zum Vorabend, an dem ihm die Ministerin A. Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, einen Bewilligungsbescheid über 189000 € zur Finanzierung der Aktivitäten des Historischen Hafens in den nächsten Jahren überreichte. Das sei ein langer Weg, mit vielen Höhen und Tiefen und sehr großem Engagement ehrenamtlicher Akteure gewesen.
Besprechungsnotizen
Frank beschrieb die wesentliche Aufgabe des Historischen Hafens mit der "Professionalisierung" der Arbeit der Vereine, welche die maritim-kulturellen Aktionen in Flensburg betreiben. Am Beispiel des Vereins Salondampfer ALEXANDRA sei deutlich geworden, wie dringend diese Professionalisierung ist. Es seien keine Freiwilligen mehr zu rekrutieren, die sich der fortwährenden Aufgabe im Vorstand des Vereins stellen wollen. Hier sei nicht nur der Unterhalt des Schiffes zu planen, zu organisieren und abzurechnen, es müssten Passagiere geworben und Fahrkarten verkauft werden. Es werde die Teilnahme an großen Veranstaltungen vorbereitet und durchgeführt.
An dieser Stelle könne der Historische Hafen mit seinen Kräften wiederkehrende Aufgaben übernehmen, beispielsweise die Buchhaltung und den Kartenverkauf und dadurch die Vorstände entlasten. Ähnliche Vorteile habe der Verein Museumshafen e.V., wo vier der achtzehn Vereinsschiffe Charterfahrten anbieten. Sehr viel Aufwand bereite auch die jährliche Rum Regatta, die in diesem Jahr zum ersten mal vom Historischen Hafen durchgeführt wurde. Als neue Veranstaltung sei die KONGELIG CLASSIC in diesem Jahr  mit Partnern in Sonderburg und Appenrade erfolgreich durchgeführt worden. Weiterhin sei Sicherheit eine wesentliche Aufgabe des Historischen Hafens.
Finanzierung
Die Überschüsse der Rum Regatta seien weitgehend verwendet worden, um den Aufwand zu finanzieren. Darüber hinaus beziehe der Historische Hafen Einkünfte aus der Vermietung der Liegeplätze an der Westseite des Hafens. Die Hafenanlagen seien weiterhin Eigentum der Hafenbetriebsgesellschaft, der Historische Hafen wickele jedoch das operative Geschäft ab.  Die Mittel aus der Öffentlichen Hand seien zeitlich begrenzt zugesagt und werden größtenteils für Investitionen verwendet, wie zum Beispiel für die Renovierung der Dampferbrücke und die "Gelben Häuschen" auf der Pier beim Willi-Brand-Platz. Hier sei auch ein Zugangsgebäude als Eingang zur Dampferbrücke geplant.
Derzeit werde auch eine Überlegung verfolgt, einen ehemaligen Hafenschlepper (FLENSBURG, ex BUGSIER 9) der FSG (Flensburger Schiffbau Gesellschaft) zu erwerben, es sei aber derzeit noch offen, auf welche Weise die Betriebskosten erwirtschaftet werden können. Das gelte auch für den Historischen Hafen insgesamt für die Zeit nach den öffentlichen Zuschüssen.
Originalität der Schiffe im Historischen Hafen
Für die Schiffe im Historischen Hafen gebe es unterschiedliche Rechtsformen. Sie gehören teils Vereinen (ALEXANDRA) Eignergemeinschaften (OXENÖ) oder Privatpersonen (Alle Schiffe im Museumshafen und die Klassischen Jachten).
Deswegen könne man keinen einheitlichen Maßstab für die Originalität der Schiffe anlegen und müsse immer einen Spagat zwischen gewünschter historischer Belegbarkeit und den Anforderungen privater Eigner an ihre Schiffe vollziehen. Aktuelle Beispiele hierfür seien der ehemalige Haikutter LINA, der jetzt mit einem zweifellos schönen, aber amerikanisch anmutenden Rigg  eines Schoners im Museumshafen liegt. Andererseits FULVIA, als ehemaliges Passagierschiff weitgehend im originalen Zustand. Weiterhin wurde SUNTHORICE genannt, die mit originalem Rumpf und Aufbauten das älteste segelnde Feuerschiff sei, aber mit einer nicht dazu passenden Besegelung.
Welche Schiffe sollen an der Westlichen Hafenpier liegen?
An der Hafenkante zwischen Dampferbrücke und Museumshafen werde sich nicht viel ändern. Dort sollten nur die Ausflugsschiffe einen festen Platz finden, andere Schiffe sollten jedoch nicht dauerhaft festmachen. SUNTHORICE läge nur über den Winter an der Stelle, während des Sommers betriebe sie ihre Charterfahrten von Rostock aus. 
Zum Thema Sicherheit am Bohlwerk führte Frank aus, die Situation sei bekannt und schlimm, man müsse über eine Sperrung des Bohlwerks während der Nachtstunden nachdenken. Das habe den Vorteil, dass in diesem Fall bereits das Betreten des abgesperrten Bereichs polizeilich verfolgt werden könne. Er werde Gespräche mit den zuständigen Stellen aufnehmen.
Kommentare der Zuhörer
Nach dem ca. einstündigen Vortrag äußerte ein Zuhörer Verwunderung. Er denke, dass die Sache viel mit Tourismus und wenig mit Historie zu tun habe.  Daraufhin kam eine Diskussion zum Thema Museumshäfen auf, in der darauf hingewiesen wurde, Flensburg sei nach Övelgönne der älteste derartige Hafen in Deutschland, aber der in seiner besonderen Art der schönste, weswegen die Eigner ihre Schiffe besonders gerne hier liegen hätten.
Epilog
So kamen zum Schluss Wunsch und Denken zusammen. Möge es nicht beim Wunschdenken bleiben.

07.11.12 Adi Borns MARIA HF 31


Seit längerem wollten wir schon Adi anrufen und uns nach ihm selbst und seinen neuesten Projekt erkundigen, dem Modell der MARIA HF 31 dem letzten Finkenwärder Besanewer, der seit Jahren im Deutschen Museum in München zu besichtigen ist. Nun kam er uns zuvor und so hatten wir Gelegenheit zu einem Plausch bei Kaffe und Kuchen und last but not least einer Besichtigung des Modells. Mannomann ist das ein Kunstwerkt. Kaum zu glauben, Adi übertrifft sich wieder einmal selbst. Die kleine Videostrecke sagt mehr als noch so viele Worte. Denn schon die Frage, was denn mehr Eindruck macht, findet keine Antwort. Ist es das Bratspill mit seinen winzigen Pallen, die verhindern, dass es sich von selbst wieder abspulen kann? Ist es die Verholwinsch mit ihrem Kegelantrieb? Für Adi ist sie es vermutlich nicht, denn er sagt unangebracht selbstkritisch: "Das Original konnte auf zwei Übersetzungen geschaltet werden, diese hier nicht". Nun, wie gesagt: ein Bild sagt mehr als noch so viele Worte: Film ab! Für Adi's MARIA HF 31



video


Wer frühere Beiträge zum Thema ansehen möchte: Bitte hier klicken!

06.11.12 LUNA VIII: Das Deck ist drauf

Jetzt fehlt nur noch der Bericht über die klassische 10mR Jacht, ehemals für Christian X., König von Dänemark gebaut. Frühere Beiträge der Hafenmeldungen berichteten über den Baufortschritt. Nun ist ein wichtiger Schritt vollzogen: LUNA VIII hat wieder einen komplett geplankten Rumpf und ein geschlossenes Deck. Die Unterkonstruktion aus Decksbalken und Schlingen wurden zuvor erneuert, jetzt ist der größte Teil der Decksplanken ebenfalls neu aufgelegt und kalfatert. Als wir auf die Werft von Christian Johnson in Egernsund kommen, werden gerade die Planken geschliffen. Nun sind sie wieder so hell und glatt, wie sie zur der Zeit waren, als LUNA VIII neu gebaut wurde. Auch der Rumpf hat wieder seine lang gestreckte, Form erhalten. Vor der Restaurierung war der dezente, aber kraftvolle Deckssprung nicht mehr zu erkennen, Bug und Heck hingen müde nach unten. Anders jetzt: straff und gespannt, wie zu ihrer Jugendzeit, scheint sie auf Wind und Wellen zu warten. Nur eine kleine Wölbung im Deck beim Doghouse kann den peniblen Ästheten stören. Aus der unüblichen Perspektive, mit dem Scheergang auf Augenhöhe, sieht jedoch manches kritischer aus als später, wenn das Schiff im Wasser liegt. 



06.11.12 Neues Altes von der Werft

Heute haben wir auf der Werft in Egernsund ein Schiff gesehen, dass schon ewig lange in Flensburg liegt und dort anscheinend auf bessere Zeiten wartet. Vor ein paar Jahren war noch der ähnliche Giek-Ewer HANS von WILSTER aus dem Museumshafen in Flensburg. Nun gibt es von diesem Typ nur noch dieses eine Exemplar in der Förde-Metropole. Vor einigen Monaten hat es ein bisschen Farbe auf das Blech bekommen. Wie es scheint, wird es aber noch ein wenig dauern, bis aus der Hulk ein schmucker Traditionssegler geworden ist. Die Rede ist von dem stählernen Ewer CERBERUS, der den Anlieger bei den Flensburger Fischern schmückt. Nun liegt er in Egernsund. Mal sehen, was aus ihm noch wird.Wen die Bezeichnungen der verschiedenen Arten der Ewer verwirren, kann dies noch durch einen Blick in die Seite "Ewer, Lastesel der Küste" in den HAFENMELDUNGEN steigern.
1939 gebaut für die Snurrewadenfischerei
Ein weiteres Schiff liegt auf der Slipbahn, es ist DANIA aus Dyvig. Der Informationstafel zufolge ein ehemaliger Snurrewadenkutter. Ihr Rumpf ist dem der CHARLOTTE aus dem Museumshafen sehr ähnlich. Im Jahr 1940, DANIA war er ein Jahr alt, wurde CHARLOTTE  das Rigg entfernt, weil sie nur noch unter Maschine fischte. Nach dem Ende ihrer Zeit als Fischereifahrzeug wurde sie historisierend entsprechend  dem Geschmack des privaten Eigners  nach alten Unterlagen  und für den gedachten Verwendungszweck  ihres Steuerhauses beraubt. Sie bekam statt dessen ein großes Kajüthaus, für die Stehhöhe unter Deck. DANIA erhielt anstelle des Steuerhauses einen veritablen Deckssalon, vermutlich mit einem gemütlichen Sitzplatz am Tisch, von dem man schön herausgucken kann.
Hier sind wiederum zwei ehemalige segelnde Berufsfahrzeuge, beide in privater Hand als "Lustfahrzeug" genutzt. Wer mag nach diesen Umbauten sagen, welches der beiden erhaltens- oder unterstützenswerter ist? Aus der Sicht eines Puristen vermutlich keines von beiden.
Nachdem DANIA Mitglied in der dänischen Traeskibs Sammenslutningen (Holzschiffs- Vereinigung) ist, hat sie im Museumshafen kostenloses Liegerecht. Oder jetzt etwa doch nicht mehr, nachdem man hierzulande die Liebe zur musealen Originalität entdeckt hat? Man wird sehen.

06.11.12 Besuch in Egernsund: PROVIDENTIA

PROVIDENTIA Mai 2001
Außer TUNØ liegen weitere Schiffe auf der Werft von Christian Johnson in Egernsund, darunter auch PROVIDENTIA. Als lokale Besonderheit müsste man diesen Ewer, ein Finkenwärder Hochseekutter von 1895 nicht  erwähnen. Er liegt schon so lange in Egernsund, dass man ihn beinahe zum Inventar zählen könnte. Wir haben ihn zuerst im Jahr 2001 bewusst wahrgenommen. Schon damals war er ein Restaurationsobjekt. Dennoch ist er jeder Erwähnung wert, denn er ist einer der letzten Ewer der einst stolzen deutschen Fischerei-Hochseeflotte. Sein Schwesterschiff, PRÄSIDENT FREIHERR von MALTZAHN, beheimatet in Övelgönne, kommt immer wieder mal nach Flensburg.
So geht das!
Nun gibt es einen zweiten Grund, das Schiff genauer zu betrachten: Die Ostseeschule hat sich seiner angenommen und setzt die Restauration fort. Seit dem 11. September, als wir zuletzt darüber berichteten, wurde das Schiff komplett gereinigt, das Unterwasserschiff angestrichen und die Nähte kalfatert. Eine sicherlich auch pädagogisch wichtige Erfahrung für die Schülerinnen und Schüler der Ostseeschule. Auf dem Foto werden die Luken für den Winter gesichert. Die nächsten Platten werden die jungen Enthusiasten selber festschrauben.

06.11.12 TUNØ auf der Werft in Egernsund

Leider können bei dieser Art der Seitengestaltung "Links" auf andere Web-Seiten nicht im Text verankert werden. Wer sich "verlinken" möchte, kann es hier tun:

CARMELAN
CAROLA 
DAGMAR AAEN 
LUNA VIII 
PROVIDENTIA

05.11.12 Schiffbau bis die Funken fliegen

Die Arbeiten an PIROLA gehen zügig voran, nun sind schon die ersten Stahlplatten aus dem Schiffsboden entfernt. Sabine hat die Arbeiten mit ihrer Kamera begleitet und die Arbeitsschritte beschrieben. Hier ist ihr Bericht (alle Fotos: S. Große-Aust):



04.11.12 Alle Jahre wieder – Werftaufenthalt für PIROLA

Heute schrieb Sabine einen ersten Bericht über die Reparaurarbeiten auf der Museumswerft Flensburg. Ihm sollen weitere folgen. Darunter auch wieder aktuelle Bilder und Informationen über den Arbeitsfortschritt. Mit Abschluss der Arbeiten sollen die Berichte die Seite "Neues von PIROLA" bereichern. Bis dahin werden aber noch ein paar Tage vergehen.
Die folgenden Zeilen hat sie nun geschrieben:
PIROLA vor 17 Monaten ...
"Golden glänzende Schraube im Sonnenlicht, schwarzer Anker vor strahlend weißem Bug und das Klüvernetz vor azurblauem Himmel: Das war Pirola auf Slip und am Ende der Werftarbeiten im April 2011. Dazwischen liegen nun 3.500 Seemeilen der Islandreise im Juli und August 2011, einige Sails entlang der Ostseeküste und viele schöne Segelausflüge auf der Flensburger Förde im Sommer 2012.
... und heute (Fotos: S. Große-Aust)
Der ist nun vorüber und Pirola ist zu ihrer nächsten Instandhaltung wieder auf der Museumswerft gelandet. Gestrandet möchte man sagen, denn wie sie da so auf dem Slipwagen schwebt – mit 55 Tonnen Lebendgewicht, mit rund 19 m langem Rumpf an dem die Zinkanoden wie riesige Seepocken kleben, mit dem bartenartigen Klüvernetz, das fast ein Viertel der gesamten Länge ausmacht - erinnert Pirola doch sehr an einen Wal. So frisch befreit vom Muschelbart am ehesten wohl an einen Glattwal. An den Atlantischen Nordkapper zum Beispiel, der durchschnittlich auch die Länge von 15 bis 18 Metern und ein Gewicht zwischen 50 - 56 Tonnen erreicht. Und der auch an nördlichen Küsten ebenso wie auf den Meeren anzutreffen ist.
Bis Pirola dort auch wieder gesichtet werden kann (Juli/August 2013 wollen wir die Ost- und Westküste Schottlands über den Kaledonischen Kanal bereisen und um Englands Südspitze segeln) wird sie nun erst einmal innen wie außen gründlich überholt. Zum Fortgang der Dinge werden wir an dieser Stelle weiter berichten."