30.01.16 Ratz F.A.Z.

Dicke satte Bohlwerksratte
Zeichnung © W. Kühn
Wir haben des öfteren auf ein virulentes Rattenproblem im Bereich des Bohlwerks aufmerksam gemacht. Aber nichts ist geschehen und wir haben uns gefragt, warum.

Zwar wurden in der Stadt neuartige Rattenfallen installiert. Sie setzen aber voraus, dass die ungeliebten Nager in Abwasserleitungen verkehren. Unsere Plagegeister verkehren jedoch in der Steinschüttung an der Museumswerft. Dort huschen sie geschäftig hin und her, immer auf der Suche nach kopulationswilligen Partnern und nach Nahrung. Aber das nur zur Information und um unseren Lesern die Mühe erfolgloser, wenn auch gut gemeinter Hinweise zu ersparen.
Warum die Spezies rattus norwegicus aus der Familie der Langschwanzmäuse überhaupt so zahlreich auftritt, ist nicht wirklich untersucht worden. Aber es gibt Hypothesen, die auf zwei Annahmen fußen. Erstens könnte es sein dass sie hier die besten Lebensbedingungen vermuten. Das ist im Umfeld von Imbißständen nicht ungewöhnlich und könnte von daher durchaus als Erklärung dienen. Die zweite Annahme unterstellt, dass die Allesfresser aus anderen Regionen verdrängt, hier Zuflucht suchen. Ein Effekt dieser Art konnte tatsächlich beobachtet werden, als die LILLE BJØRN an der Museumswerft ausgeschlachtet wurde. Das unglückselige Wrack war ein wahres Ratten-Mutterschiff. Tausende sahen sich durch die Arbeiten von jetzt auf gleich ihrer Heimat beraubt, suchten und fanden zwischen den Steinen am Wasserrand Zuflucht. Eine weitere Welle erreichte den Museumshafen infolge der Arbeiten an der Ruine des vormaligen "Kaysers Hof".
In der online Zeitung, hinter der immer ein kluger Kopf stecken soll, konnte man heute lesen, daß die Ratten in jüngster Zeit auch aus einem anderen Bereich verdrängt wurden. Die Rede ist vom politischen Diskurs. Dort wurde sie mit den Mitteln der political correctnes überwältigt und ihrer Existenzgrundlage beraubt. Als Wanderratten machten sie sich ratzfatz auf den Weg und husch husch, weg waren sie. Vielleicht könnte man damit unser Flensburger Problem ebenfalls lösen? Erste Versuche gab es schon mit dezenten Hinweisen, man könne über alles Schreiben, außer über Probleme.
Allerdings hat ein solcher Versuch nicht gefruchtet. Daher nehmen wir an, dass die korrekte politische Einstellung nur bei der Spezies rattus politicus wirkt, wogegen wir hier bekanntlich der rattus norwegicus kämpfen.
Man müsste also wieder auf konventionelle Methoden zurückgreifen, wie zum Beispiel auf die Dienste eines Rattenfängers. Das wird jedoch in der aktuellen Großlage der Nation auch nicht mehr so einfach sein. Der Warnung Wohlmeinender vor Rattenfängern folgend, machen die sich jetzt aus dunklen Ecken und Winkeln auf den Weg in die Parlamente. 

P.S. Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Nur die Sache mit den Ratten bleibt uns wohl noch ein bisschen erhalten.

29.01.16 Alte am Steuer

Rettung in Hayle, Cornwall
Foto: esys.org


Zur Zeit werden in den Medien zwei Themen ganz hochgeschriebn. Das zweite von denen ist: "kann man alte Autofahrer eigentlich noch unbeaufsichtigt ans Steuer lassen"? Beide Themen könnten Traditionssegler zur Kenntnis nehmen oder auch nicht. Schließlich betätigen sie sich nicht als Schlepper und wenn sie mit ihrem alten Schatz segeln, machen sie keine Straße unsicher. aber jetzt kommt eine Meldung des Internetportals "Europäisches Segel Informationssystem". Unter dem Datum 28.01.2016 berichtet es von zwei amerikanischen Senioren, die zur Zeit mit ihrem Colin Archer Kutter NORA die nordeuropäischen Seenotretter in Atem halten:
Katastrophensegler wurden 9mal in 7 Monaten gerettet
(28.01.16) Die beiden 71-jährigen amerikanischen Segler Bob Weise und Steve Shapiro mussten binnen sieben Monaten neun Mal aus Notsituationen gerettet werden, seit sie im Juli 2015 mit dem 18-Tonner "Nora" in Norwegen mit Ziel Nordamerika ausliefen. Der jüngste Vorfall war ein Feuer an Bord am Nachmittag des 26.1., als sich das 40 Fuß lange Boot in Hayle am Kai auf die Seite gelegt hatte. Der Hafenkapitän entdeckte den Brand, als Rauch aus einer Luke im Vorschiff drang.
Der South West Ambulance Service und Devon and Cornwall Police Service wurden daraufhin von ihm alarmiert. Die Cornwall Fire & Rescue Service schickte je ein Einsatzfahrzeug der Hayle Fire Station und aus Tolvaddon zum Brandort. Aus Sicherheitsgründen wurden auch Rettungsteams aus Penzance und Falmouth mobilisiert. Mit Atemschutz, zwei Schläuchen und einer Leiter waren sie im Einsatz.
Die beiden Segler waren, wie sich herausstellte, zum Einkaufen an Land gegangen und hatten eine Kerze brennen lassen. Als sich die Yacht mit fallendem Wasserstand auf die Seite legte, erfasste die Flamme Kleidung an Bord. Das Boot wurde erheblich beschädigt und sollte nun erst einmal in Hayle repariert werden.
Erst am 19.1. wurde die "Nora" auf Bitte der Falmouth Coastguard vom RNLI-Boot aus St Ives 1,5 Meilen vor der Küste mit Maschinenschaden abgeschleppt. In der Woche zuvor hatte das Boot zu sinken gedroht, als es in Cornwall nicht richtig festgemacht war. Am 25.1. war die "Nora" in Hayle eingelaufen.
Zuvor waren Rettungsboote in Norwegen, Dänemark, Schottland und Nordirland im Einsatz für die Yacht gewesen. Vor Norwegen hatte es Schaden am Propellerschaft gegeben, vor Dänemark versagte die Batterie, zwei Mal lief die "Nora" in Schottland auf Grund und hatte Propellerprobleme und in Nordirland kam es zu einer neuerlichen Strandung. In Cornwall trat ein mechanischer Schaden auf, und einmal kam einer der beiden Segler in Schwierigkeiten beim Versuch, mit einem Ruderboot an Bord zu kommen.
Peter Haddock,Hafenkapitän in Hayle, machte sich nun um die Sicherheit der beiden große Sorgen, konnte aber auch nicht mehr als seinen Rat anbieten. Sie seien eine "Katastrophe, die darauf warte, zu sich zu ereignen". Shapiro, ein Autor aus Kalifornien, sagte, er segele, seit er neun Jahre alt war, Weise ist ein ehemaliger Hubschrauberpilot der US Army und Vietnamveteran.
Quelle:Tim Schwabedissen
Nun kann man darüber so oder so denken. Wir bemühen uns an dieser Stelle immer das Positive einer Nachricht herauszuheben. Deshalb seien uns zwei Anmerkungen gestattet:
  1. Immerhin haben es die Beiden in sechs Monaten von Norwegen nach Cornwall geschafft. Der Generalkurs zur Barfußroute scheint also noch zu stimmen. 
  2. Rettungskräfte, alte Segler und schlussendlich auch Colin Archer Kutter können eine Menge aushalten.

28.01.16 Eilnachricht!

Hier ist die Rind noch dran, heute werden die Stämme geschält













Bäume fällen ist das Eine, sie gebrauchsfertig zu bekommen, das Andere. Heute erhielten wir vom Projektleiter im Museumshafen für den Neubau des Krahns eine Eilnachricht:

"Heute Abend N3 Fernseher einschalten, 


Wetterbericht 19:30 vom Brekendorfer Forrest aus.... es werden nette Bilder gezeigt von fleissigen Lehrlingen, die die Rinde von unserem neuen Krahn schälen.


Info Bitte weiter geben.*)






Viele Grüsse von

Fred "

______________________________
*) was wir hiermit gerne getan haben!

26.01.16 OLINE auf Reisen

OLINE im lezten Oktober
Es ist bald drei Jahre her, seit OLINE auf der Förde gesehen wurde. Das älteste Segelschiff weit und breit liegt seitdem auf ihrem Liegeplatz im Museumshafen. Heute hat sie eine kleine Hafenrunde gedreht. Vom Liegeplatz zum Slipweg der benachbarten Museumswerft. "Sie hat keine Maschine mehr, die haben wir ausgebaut" erzählt der Eigner und fügt hinzu, dass Segelschiffe auch ohne sowas zurecht kommen. Jetzt soll auch noch die Welle ausgebaut werden. Dann bekommt sie einen Stopfen in das Stevenrohr. "Ich mach' das wie TRES HOMBRES", erfahren wir. Diese Brigantine fährt Cargo über den Atlantik, nur unter Segeln. Aber den Atlantik will er der alten OLINE nicht zumuten, dafür wurde sie nicht gebaut. Eher das Kattegatt, da war sie früher unterwegs, sagt er, aber nur im Winter. "Das Schiff ist gesund und schafft das immer noch". Wird die alte Kvase vielleicht doch wieder einen Motor bekommen? Aber etwa nur einen kleinen für Hafenmanöver. Jedenfalls ist der defekte Gardner-Denver mit sechs Zylindern und zwei Tonnen Gesamtgewicht erst einmal draußen, erfahren wir und der Skipper nickt zufrieden. Na, dann. Jetzt kommt sie erst mal aus dem Wasser.

25.01.16 Pseudotsuga menziesii für den Krahn

ACHTUNG! Baum fällt!
Gestern ist das Projekt "Historischer Krahn von 1726" des Museumshafens einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Im Forst Brekendorf wurden Douglasien (pseudotsuga menziesii) geschlagen, um das Wahrzeichen des Flensburger Hafens wieder herzustellen. 15 bis 20 Stämme sollten dafür ausgesucht werden.
Der Kran soll wieder an derselben Stelle errichtet werden, an welcher sein Vorgänger 25 Jahre lang stand - auf der Plattform am Nordende des Bohlwerks. Er wurde mit Hilfe der ehemals Flensburger Firma Danfoss errichtet und erinnert an die zahlreichen Flensburger Werften auf denen im 18. Jahrhundert hölzerne Segelschiffe gebaut wurden. Die Masten dieser Schiffe wurden mit speziellen Kränen in den Schiffsrumpf gesetzt und auch (heraus-)gezogen, wenn es für Reparaturen und Wartungsarbeiten nötig war. 
Wie seine historischen Vorläufer aus Holz gebaut, wurde auch der lezte Krahn Opfer von Insekten und Mikroorganismen.
Passt: 22 Meter lang, 27 cm Durchmesser
am dünneren Ende. 
Schließlich war die Konstruktion so sehr geschwächt, dass sie ausgetauscht werden musste. Mit einer Reihe von Aktionen wandte sich der Museumshafen mit der Bitte um Unterstützung an die Öffentlichkeit.
Immerhin mussten 30.000€ aufgebracht werden. Die Aktion lief unter dem Motto "Kunst für Krahn". Es gab Musikveranstaltungen, öffentliche Lesungen, Versteigerungen von Nautiquitäten und Kunstwerken.  Dazu kamen viele kleine und auch große Spenden von Vereinsmitgliedern, Bürgern und Unternehmen. Den letzten Rest brachte eine Holzauktion in die Kasse, in der verwertbare Reste des alten Bauwerks verhökert wurden. Den Löwenanteil spendeten die Bauherren des Tagungshotels um den ehemaligen  "Kayser's Hof".
Nun mußte nur noch der geeignete Zeitpunkt für das Fällen der Bäume abgewartet werden. Die Monate im Winter sind ideal, weil die Stämme dann wenig Saft enthalten. Es sind Douglasien, die von Fachleuten als besonders geeignet eingeschätzt werden. Sie sind durch ihr Kernholz sehr fest. Durch ihre natürlichen Harze widerstehen sie ihren Schädlingen besser als viele andere Holzarten. Deshalb werden sie auch gerne als Pfähle und Dalben im Hafenbau verwendet. Viele Schiffsmasten sind ebenfalls aus dem leicht rötlich schimmernden Holz.

Die Bäume, aus denen der neue Historische Krahn von 1726 gebaut wird, wurden Mitte des vorigen Jahrhunderts gepflanzt. Halten werden sie vermutlich nur halb so lange wie sie zum Wachsen benötigten. Um rechtzeitig vorzusorgen, müsste der Verein ab heute rund  1000€ pro Jahr zurücklegen. Oder er veranstaltet im Jahr 2040 nochmal eine Aktion Kunst für Krahn. 

25.01.16 LINA und GRETA hüllenlos

LINA hat ihre Hüllen fallen lassen ...
Wer heute auf der Werft von Christian Johnsson in Egernsund vorbeischaute, sah schon von weitem das markante Rigg der  LINA aus Flensburg. Sie liegt hier bereits seit Monaten. Mittlerweile sind einige Planken im Bugbereich entfernt worden und man sieht auf die normalerweise verborgene Seite der Wegerung. Die am Rumpf verbleibenen Planken erzählen von früheren Reparaturen, wie die der meisten alten Holzschiffe. Wo neue Planken eingefügt wurden, stehen sie kantig aus der übrigen, welligen Oberfläche heraus. Da kann man mal sehen, wieviel Holz im Laufe der Jahre bei Wartungsarbeiten abgeschliffen wurde. Den Rest erledigte das natürliche Schrumpfen des alternden Holzes. Manche Planken sind sehr kurz und andere sind gemeinsam mit der Nachbarplanke auf dem selben Spant geteilt. Schiffe altern ähnlich wie wir Menschen. Das Leben nimmt der Haut die jugendliche Glätte und gibt ihr dafür die reizvollen Spuren eines gelebten Lebens.

... GRETA auch
Auf der anderen Seite der Werfthalle liegt unter einem Schutzdach GRETA, der Elbfischkutters des Museumshafens oder des neu gegründeten Fördervereins GRETA. Wem sie jetzt tatsächlich gehört, darüber sind die Initiatoren des Projekts offenbar nicht ganz eing. Je nachdem wen man fragt, erhält man eine andere Antwort: Der Besitz wird dem Anderen zugesprochen. Das wirkt so, wie wenn der Vater der Mutter erzählt, dass "ihr" Kind eine schlechte Schulnote nach Hause gebracht hat. Wie dem auch sei, während die Besitzer sich noch bedeckt halten, zeigt sich GRETA schon teilweise enthüllt, hauptsächlich auf der Backbordseite. Dort leuchtet auch schon das helle Holz neuer Spanten aus Eiche hervor. Die alten daneben sind dunkel und wirken teilweise ziemlich mitgenommen. Aus Löchern, welche die Bootsnägel hinterlassen haben, leuchten helle Holzdübel. Der äußere Achtersteven wurde bereits entfernt. Der innere wird vermutlich folgen. Das Ganze folgt dem Rat, immer so viel der alten Struktur stehen zu lassen, dass die Form erhalten bleibt. Erst wenn neue Teile die Aufgabe der alten übernommen haben, können weitere alte Teile ersetzt werden. Das könnten bei GRETA noch einge mehr werden.

FRIEDA sieht man ihre bald 100 Jahre nicht mehr an.
FRIEDA aus dem Jahr 1918 liegt immer noch in der Werfthalle. Ihr Rumpf ist bald wieder makellos wie in ganz jungen Jahren. Mit neuem Kiel, neuen Spanten, neuen Steven, Planken, Deckhäusern. Heute wird das neue Deck kalfatert. Die Schanz ist ebenfalls neu, nur die Verkleidung fehlt noch. Aber das ist bei diesem Projekt wohl nur eine Bagatelle. Wer den Rumpf des Snurrewadenkutters betrachtet wird darin das Gründungsschiff des Museumshafens nicht mehr erkennen, so straff und schwungvoll zeigt sich der wiedergewonnene Deckssprung. Man spürt förmlich die Kraft, die der Rumpf jetzt wieder der Wucht einer groben See entgegensetzen kann.

22.01.16 Kalte Pracht



Die Wetterfrösche und Klimaforscher in den Medien registrieren den wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 130 Jahren. Man könnte aus den Meldungen fast eine klammheimliche Freude heraushören, ein unausgesprochenes "Na, also!" Die Welt rast mit Vollgas in die Apokalypse. Nicht ohne pflichtschuldig auf den Unterschied zwischen Wetter und Klima zu verweisen. Warnung mit angezogener Handbremse, sozusagen.
Grafik:  Wetterkontor 
Die roten und blauen Linien markieren die Wetterfronten.
Blaue Dreiecke symbolisieren Kaltfronten, rote Halbkreise
Warmfronten. Dünne schwarze Linien verbinden Orte mit
gleichem Luftdruck. Je enger sie zusammenrücken, um so
strärker weht der Wind.  

Wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, müssten die Medien heute melden, dass auch eine Frostnacht noch keinen Winter beweist. Der vermeintliche Nicht-Beweis fällt heute recht deutlich aus, in der Nacht wurden am Flugplatz Schäferhaus immerhin minus 14 Grad Celsius gemessen.  So stand es heute in der Zeitung. In derselben Ausgabe wird auch über das Wetter desselben Tages vor einhundert Jahren berichtet: Plus zehn Grad. Wie überhaupt das Wetter vor einem Jahrhundert wärmer gewesen zu sein scheint, wenn man diesen Nachrichten glauben darf. Das passt irgendwie nicht zusammen.
Egal wie, eines kann man einem Morgen wie heute nicht absprechen: Er ist einfach schön. Die Sonne scheint durch eine dünne Dunstschicht, malt die Stadtkulisse wie auf Seide. Wege, Plätze, Dächer und Schiffe sind mit blendend weißem Schnee überzuckert, er knirscht unter den Schritten. Kaum ein Hauch bewegt die Luft. Dampf liegt über dem Hafenwasser. Die Schiffe am Bohlwerk schwimmen noch frei, nur im Schatten der Rümpfe treiben dünne Eisschollen. Alle Fallen, Stage, Wanten und Leinen der Riggs sind dick von Raureif bedeckt. Die Flaggengala der RYVAR schmückt das Bild mit bunten Farbtupfen.
Auch die nächste Nacht soll kalt werden. Aber bei den Färöern zieht schon das Tief Iris heran. Mit dessen Warmfront wird die Temperatur über das Wochenende wieder ansteigen. Ob es dann wärmer wird als vor einhundert Jahren, wissen wir noch nicht. Was wir wissen ist jedoch: Es wird nicht mehr so schön aussehen wie heute.

12.01.16 Whale watching

Das online Meldeformular als
Abbildung.

Es kann im Internet als interak-
tives Formular aufgerufen werden

(http://www.schweinswalsichtung.de/)
 
"Da! Ein Wal". Kaum ein Ruf elektrisiert Menschen auf dem Wasser mehr als dieser, von "Mann über Bord" einmal abgesehen. In der Ostsee gilt der Ruf meist einem Schweinswal, alle anderen Arten sind nur selten anzutreffen. Und wenn mal einer auftaucht, wird darüber in den Medien auf der ersten Seite berichtet. Daneben bleiben die Schweinswale eher unbeachtet.  Dabei waren sie früher so zahlreich, dass sich die Menschen an manchen Küsten vom Walfang ernähren konnten. Der dänische Name "marsvin" erzählt noch davon. Später wurden die Bestände aus anderen Gründen dezimiert. Die Rücksichtslosigkeit mit der Müll und Chemikalien in den Meeren entsorgt wurden, gehört mit den hauptsächlichen Ursachen.
Mittlerweile werden die Schweinswale wieder mehr. Ende letzten Jahres konnten 1339 Tiere gezählt werden.Wir sind zwar noch nicht so weit, dass Menschen an unseren Küsten vom Whale-watching leben können, aber es werden in der Ostsee doch erstaunlich viele Wale beobachtet. In den letzten Jahren sogar größere Arten wie  Finnwale und Buckelwale.

Einen Wal zu sehen ist für uns "normale" Wassersportler vielleicht eher eine Frage der Unterhaltung an langweiligen Flautentagen oder in den Schilderungen von Ausflügen oder Ferienreisen. Für Wissenschaftler sind Meldungen notwendiges Rohmaterial ihrer Arbeit für den Schutz der marinen Tierwelt.
Wir Wassersportler, und Ausflügler auf und am Wasser können eine wichtige Rolle spielen, indem wir unsere Beobachtungen an die zentrale Sammelstelle im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund weiterleiten. Eigens hierfür wurde ein online Formular entwickelt.
Es kann im Internet aufgerufen werden und die Information unmittelbar an die Fachleute weiterleiten. Sie versichern, dass die Daten ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. (http://www.schweinswalsichtung.de/)

Als kleines "Dankeschön" gibt es eine online Statistik im Internet, in der die Walsichtungen seit Beginn der Erfassung im Jahr 2012 abgebildet werden. Die Auswertung ist sehr detailliert nach Ort, Art und Anzahl der Wale aufbereitet. Es gibt Auswahlfilter für die verschiedenen Walarten, das macht die Sache übersichtlich. Eine "Schiebeleiste" am unteren Rand der Grafik zeigt, wie die Zahl der Sichtungen im Laufe des Jahres ansteigt. Das kann interessant sein, auch wenn man selbst noch nie einen lebendigen Wal gesehen hat.
Die Abbildung unten zeigt den Stand von Dezember 2015. Sie kann aufgerufen werden unter http://www.schweinswalsichtung.de/map/

Glückliche Besitzer von Tablets und Smartphones können sich APPs laden, Stichwort "OstSeeTiere"

Mehr Informationen gibt es auch im Faltblatt des Deutschen Meeresmuseums

Abbildung: Meldungen des Jahres 2015. Die Karte kann als
interaktive Darstellung im Internet aufgerufen werden unter:

http://www.schweinswalsichtung.de/map/





Abb.  (2) 
© Deutsches Meeresmuseum - 
Museum für Meereskunde und Fischerei ∙ Aquarium








18.01.16 RYVAR ist zurück

RYVAR heute über die Toppen geflaggt an ihem Liegeplatz. Die Flaggengala
ist ein schöner Gruß an den Heimathafen Flensburg.
Ziemlich genau einen Monat lang war der Liegeplatz des großen roten Loggers RYVAR am Bohlwerk verwaist. Gestern endlich, gegen 15.00 Uhr, segelte sie bei strahlendem Sonnenschein und über die Toppen geflaggt unter Vollzeug in den Hafen. Was hat sie so lange von Flensburg ferngehalten? Aufmerksame Leser der HAFENMELDUNGEN konnten erfahren, dass sie Flensburg am 17. Dezember Richtung Hamburg verließ. Dort war sie so etwas wie eine schwimmende Jugendherberge für einen Schüleraustausch.
Das vor einhundert Jahren in Holland gebaute Schiff beherbergt immer wieder Schulklassen und Jugendgruppen auf kürzeren und längeren Reisen, die teils bis in die Fjorde Norwegens führen. In den Jahren 2012 bis 2014 waren es zum Beispiel Gruppen junger Menschen, die sich im I.C.E.- Projekt engagierten und in den hohen Norden segelten. Hierbei waren DAGMAR AAEN und RYVAR gemeinsam eingesetzt. Die HAFENMELDUNGEN berichteten darüber. Nun wird RYVAR erst einmal eine Weile in Flensburg bleiben.

18.01. Termine, Termine!


Was nicht ist, kann ja noch werden. Während die "fünfte Jahreszeit" im Echten Süden vielerorts Zeit der Jecken und Narren ist, konzentriert sich der Spuk in den hiesigen Gefilden... (Jeder möge den Satz selber ergänzen).
Einen neuen Termin gibt es jetzt in Flensburg, das ist der: Man merke sich den sechsten Februar ab 21 Uhr im Schifffahrtsmuseum. Mehr wird an dieser Stelle verraten: Terminübersicht 2016

11.01.16 Neues Leben

"Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,/ und neues Leben blüht aus den Ruinen". (Friedrich v. Schiller)

Um dieses Gebäude geht es. Links das Flensburger
Schifffahrsmuseum, rechts die Straße, dahiner Museums-
werft und Museumshafen
Das Bild der Schiffbrücke in Flensburg ändert sich zuzeit schneller als in den lezten zehn Jahren. Wo jahrelang Ruinen vor sich hin gammelten, werden neue Bauten hochgezogen, alte renoviert.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schiffahrtsmseum, zur Museumswerft und zum Bohlwerk kann endlich wieder  "Neues Leben" blühen. Während wenige Schritte entfernt das Areal um "Kayser's Hof" vom Schandfleck zum Gegenteil mutiert, wird seit ein paar Wochen das Gebäude Schiffbrücke 40 ebenfalls auf Vordermann gebracht. Es lud  lange mit dem verwitterten Schild "Störtebecker" in eine eher düstere Hafenkneipe ein. Dieser Treffpunkt trinkfester Hafenbummler passte nicht mehr in die heutige Zeit und stand dann lange leer, mit verwitternder Fassade und trüben Fenstern. Bis ein Trio aus dem Umfeld des Museumshafens mit einem neuen Konzept und frischem, dazu eigenem Geld die Stadt als Eigentümer der bröckelnden Immobilie ablösten und in das vielleicht größte Projekt ihres Lebens einstieg. Sie wollen es, direkt angrenzend an das Schifffahrtsmuseum, in ein maritim-gastronomischen Schmuckstück verwandeln. 

Das Projekt "Schiffbrücke 40", so der Arbeitsname, umfasst das Gebäude unmittelbar an der Straße (Abb. oben), das Hintergebäude und den eingeschlossenen Innenhof. Die Investoren schreiben "Die Lage inmitten von Schifffahrtsmuseum, Museumshafen und Museumswerft bietet eine einladende Kulisse für den maritimen Bezug, der diesem Gebäude wieder innewohnen soll." Sie haben sich vorgenommen, daß es als "Ausflugsziel für Einwohner, Tagesgäste und Touristen"  die Schiffbrücke bereichert.
Wie soll das geschehen?

Hafenküche
Das Areal soll sowohl Hort einer Gastronomie als auch Hotellerie werden. In einem Restaurant mit dem einladenden Namen "Hafenküche" sollen - je nach Saison - an 70 bis 120 Sitzplätzen vornehmlich Speisen aus der Region angeboten werden, die "größtenteils aus den Speisekarten anderer Restaurants verschwunden sind". Touristen und Besucher sollen auch kulinarisch erleben, was Flensburg von jeher zu bieten hat. Dabei wird großer Wert auf Frische, Nachhaltigkeit und, soweit möglich, auf Verwendung regionaler Produkte gelegt.
Zum Motto "Hafenküche passend, sollen auch Gerichte aus den Häfen der Welt angeboten werden.  Bedarfsweise sollen sie den an der Geschichte orientierten Veranstaltungen und Ausstellungen in der Stadt angepasst werden.
Keine Gastlichkeit am Hafen ohne Bar: Sie soll sich durch ein breit gefächertes Angebot von Rumsorten aus aller Welt zu erschwinglichen Preisen auszeichnen. Auch alte Rumsorten, die aus dem aktuellen Programm Flensburger Rumdestillen verschunden sind, sollen dazu gehören.

Seemannsheim
Auf jeweils einer Etage sollen Übernachtungen in der Kategorie "Hostel" und "Hotel" eingerichtet werden, die insgesamt 44 Betten umfassen. Die Hosteletage im ersten Obergeschoss soll Mehrbettzimmer, eine Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsbäder sowie einen Aufenthaltsraum einschließen.  Die Hoteletage im zweiten Obergeschoß soll Doppelzimmer sowie Appartements mit hotelähnlicher Ausstattung bieten, jedoch ohne Minibar und Zimmerservice.

Das Konzept soll Individualreisende, Kleingruppen und Familien anziehen, wie beispiesweise Seereisende, junge Paare, Backpacker und Studenten.  Günstige Übernachtspreise, eine maritim-moderne Ausstattung und eine gemütlich familiären Atmosspäre sollen das Angebot für die Gäste besonders attraktiv machen.

Die zentrale Lage in der Innenstadt und am Hafen sollte Segler aller Kategorien anlocken, die mal wieder an Land schlafen möchten, oder die Flensburg als Start- und Zielort einer Reise gewählt haben.

Wir finden, das klingt alles nach einem Erfolg, und den wünschen wir dem Projekt und seinen Machern. Schließlich wäre sein Scheitern ein herber Verlust für alle, die Stadt, die Hafenanrainer, die Gäste Flensburgs und für die Macher ohnehin.
Im Augenblick stehen noch die groben Arbeiten in den Gebäuden an. Dächer, Fassaden und Innenausbauten werden folgen.
Wenn es fertig ist, soll es äußerlich dem historischen Vorbild entsprechen und innen ein modern-maritimes Ambiente ohne den üblichen Schnickschnack von Steuerrädern und Fischernetzen.
Wir werden sehen und berichten und das bis zur Eröffnung, geplant im Sommer 2017.

011.01.16 Museumshafen aktuell

Darum geht's: Der Museumshafen als Treffpunkt der Traditionssegler
unter dem Historischen Krahn
Foto: Sabine Große-Aust
Der Museumshafen hat im letzten Jahr einige spektakuläre Aktionen in Gang gesetzt. Wir erinnern beispielsweise an die Veranstaltung "Kunst für Krahn", die von bekannten und weniger bekannten Künstlern unterstützt wurde, um Spenden für die Restauration des mittlerweile baufälligen Wahrzeichens am Hafen einzuwerben. Sie waren insgesamt sehr erfolgreich und der "neue" Historische Krahn soll noch vor der Rum-Regatta aufgerichtet werden. Eine weitere spektakuläre Aktion brachte GRETA, eines der Schiffe aus der Gründungszeit des Museumshafens, zurück an die Förde. Für den alten Elbfischerkutter wurde eigens ein Förderverein gegründet. So viel Schwung hatte Mancher dem Traditionsschiffsverein Museumshafen nicht zugetraut.


Diese Glanzpunkte überstrahlten jedoch andere Aktionen und verstellten den Blick auf wichtige Entwicklungen - bis zum letzten Freitag.
Da trafen sich Freunde und Förderer des Museumshafens im Vereinsheim Herrenstall 11; sogar die Stadtpräsidentin Flensburgs Frau Krätzschmar war erschienen, mit einem sehr willkommenen Geschenk im Gepäck. Angetan von der neuen Aktivität des Vereins wird die Stadt den Verein bei einigen der künftigen Aktivitäten finanziell unterstützen. Als Beispiel nennt die Vorsitzende des Vereins Museumshafen "Gemeinnützige Vereine mit Bezug zum Hafenquartier und internationale Vereine dieser Stadt werden in den Markt (der Rum-Regatta) integriert".
Der Vorstand gab sowohl einen Rückblick über das vergangene Jahr 2015 als auch einen Ausblick  auf die wichtigsten Pläne. Das alleine war ja schon eine der großartigsten Neuerungen seit Gründung des Vereins: Der Museumshafen legt seine Aktionen und Planungen öffentlich dar - sogar schriftlich. Jeder Anwesende erhielt eine detaillierte 16-seitige Zusammenfassung.
Hier die wichtigsten Punkte daraus:
  • Ein- und Austritte von Mitgliedern sind ausgeglichen. Der Verein hat derzeit 137 Mitglieder, davon sind satzungsgemäß 30 stimmberechtigt.
  • 16 Schiffe sind derzeit als Vereinsschiffe aufgenommen, vier haben den Hafen dauerhaft verlassen. Zum Bestand zählen
    • Bei den Lüttfischern:
      ABBI (Zur Zeit im Winterlager/ Reparatur)
      ARVED (Zur Zeit im Winterlager/ Reparatur)
      HILDING (Zur Zeit im Winterlager/ Reparatur)
      MINNA ROEDER (Zur Zeit im Winterlager/ Reparatur)
      SORTE SARA (Zur Zeit im Hof des Schifffahrtsmuseums an Land)
    • Bei den "Großen":
      BODIL
      CHARLOTTE
      DAGMAR AAEN (Zur Zeit auf Reisen)
      FULVIA
      LINA (Wird zur Zeit repariert)
      MEIJSEN (Wird zur Zeit repariert)
      OLINE
      PIROLA
      RYVAR (Zur Zeit unterwegs)
      THOR (Zur Zeit am Winterliegeplatz in Hamburg) 
      WIEBKE BOHLEN
     
  • Die Finanzierung des neuen Hafenkrahns ist gesichert, die Baumstämme werden noch im  Januar geschlagen. Er soll vor der nächsten Rum-Regatta im Mai errichtet werden.
  • GRETA wird in diesem Jahr renoviert, mit dem "Fördervein Elbjolle GRETA" wird ein Nutzungsvertrag geschlossen.
  • Die Rum-Regatta soll in ihrem Markenkern weitergeführt werden und u.a.
    • sollen Besucherinnen und Besucher durch mehr Partizipation an der "Wasserseite" eingebunden werden.
    • sie soll stärker internationalisiert, Kunst und Kultur breit gefächert werden. 
    • Gemeinnützige Vereine der Stadt sollen in den Markt einbezogen werden. 
     
  • Die Lüttfischer bieten in der Zeit zwischen der Rum-Regatta und der Apfelfahrt "Mittwochsegeln" für Jedermann und -frau. Termine finden Sie hier.
  • GRETA soll als Vereinsschiff in den Museumshafen integriert werden. "Vereinsmitgliedschaft steht nicht an erster Stelle, aber aktives Interesse, Mitarbeit und Verstärkung der Crews ist ein Ziel, das den Bestand der Idee 'Museumshafen' sichern soll", schreibt der Vorstnd dazu. 
  • Eine Partnerschaft mit der Ungdomsskole Sonderborg (Jugendschule) wird vorbereitet.Auch Mitglieder von Schulen und anderen Einrichtungen will der Verein zur Mitarbeit und zum Segeln auf der "GRETA" inspirieren.
  • Eine "Arbeitsgruppe Historischer Hafen" wurde gegründet um "den Historischen Hafen als lebendige maritime Meile weiter (zu) entwickeln". Die Mitglieder der Themenvereine sollen über Protokolle informiert werden. Für den Museumshafen sollen sie nach Absprache mitarbeiten können. 
Soweit der Ausschnitt der Ergebnisse und Planungen.

Weitere Informationen bietet das Flensburger Tageblatt von heute. 

10.01.16 HMS EREBUS taucht auf

Sonarbild der Fundstelle (Reuters)
Auch die  Berichte der HAFENMELDUNGEN über den Fund der HMS EREBUS wurden von vielen Lesern beachtet. Das Wrack des Flaggschiffs der tragisch gescheiterten Expedition, die unter der Leitung von Sir John Franklin wurde erst im letzten Herbst identifiziert.

Der Fernsehsender arte zeigte gestern eine sehenswerte Dokumentation aus dem Jahr 2015 über die Expedition, die jahrzehntelage Suche nach dem Verbleib und die erschütternden Ergebnisse. Viele Fragen zum Hergang der Katastrophe können heute sicher beantwortet werden, andere bleiben bislang ungelöst oder haben sich erst aus den Ergebnissen erst neu ergeben.
Eine neue Erkenntnis wird hier besonders herausgestellt. Es ist der wissenschftliche Wert der mündlichen Überlieferung der Innuit, durch die das Wrack des unglücklichen Schiffes erst gefunden werden konnte. Zuvor wurden die immer noch lebendigen Schilderungen der wenigen Augenzeugen von damals als Geschwätz ungebildeter Wilder abgetan.

Die Dokumentation konzentriert sich auf den Versuch, Fakten zu schildern. Sie geht auch nicht der Frage aus dem Weg, warum noch heute, nach mehr als 160 Jahren, ein sehr hoher Aufwand getrieben wird, letzte Klarheit über das Schicksal der 129 Männer und ihrer Schiffe HMS EREBUS und HMS TERROR zu gewinnen.
Die Dokumentation kann noch bis zum  Tage unter arte + 7 aufgerufen werden.

09.01.16 Termine, Termine!

Auch in diesem Jahr sind zahlreiche Veranstaltungen rund ums Bohlwerk und den Historischen Hafen geplant. Weitere werden folgen. Auch werden für einige Termine noch detaillierte Informationen erwartet. Neu in diesem Jahr sind drei Termine:

Neben den traditionellen Veranstaltungen wie beispielsweise die Rum-Regatta, samt Zubringer Regatten, die Apfelfahrt, die Kongelig Classic, gibt es in diesem Jahr nach langer Pause Anfang Juli wieder  die "Sail Flensburg". Alternierend mit der erst im nächsten Jahr wieder geplanten "Dampf Rundum", dem Treffen der großen und kleinen Dampferveteranen, hätte in diesem Jahr die "Flensburg Nautics" stattfinden sollen. Das ist Geschichte. Ab diesem Jahr nimmt Anfang Juli die "Sail Flensburg" ihren Platz ein.

Ein ganz besonderes Angebot für Groß und Klein machen die so genannten "Lüttfischer" an Große und Kleine, die gerne mal in den Jollen des Museumshafens mitsegeln möchten. Für sie gibt es dazu zwischen der Rum-Regatta und der Apfelfahrt an jedem Mittwoch  ab 16.00 Uhr Gelegenheit. Einfach mal reinschauen!

Die Termine des Flensburger Schifffahrtsmuseums sind noch nicht vollständig, sie werden meist in monatlichem Rhythmus festgelegt.

Neu und für die nächsten Jahre einzig ist am 27. Februar das Schifffahrtsmuseum Flensburg Gastgeber des "Wintertreffen der Gaffelfreunde". Hier geht es in diesem Jahr wieder einmal darum, Jugend (jeden Alters) in und auf die Schiffe zu bekommen. Auch hier sind Gäste willkommen.

Und hier geht's zur aktuellen Terminübersicht in den HAFENMELDUNGEN

02.01.15 Winterträume

Vom 16. bis 19. Juli gibt es in Brest wieder die legendäre "Fête des marins" (Fest der Seeleute"). Das größte Treffen traditioneller Segelschiffe in Europa  findet alle vier Jahre statt. Sie ist das das absolute Traumziel für tausende Liebhaber derartiger Veranstaltungen. Wer einmal daran teilnehmen konnte, wird sie nicht vergessen. Wir waren vor acht Jahren dort. Das Erlebnis wird uns immer gegenwärtig bleiben. War schon die An- und Abreise von der Ostsee aus spektakulär und anspruchsvoll, die Veranstaltung stand ihr in Nichts nach.
Soeben erschien aus der Tiefe des Internet ein Video vom Fest der Seeleute aus dem Jahr 2012 auf dem Bildschirm. Wir wünschen viel Vergnügen!







02.01.16 Nasse Füße

Grafik: Wetterkontor
Seit gestern nimmt der Ostwind zu und das Hoch "Christine" über Finnland presst seine Isobaren gegen die Front des Tiefs "Gerd" das über Mittelengland liegt. Der Wind dreht von Südwest auf Ost und nimmt kräftig zu, von starken Böen durchsetzt. Ostwind drückt das Wasser über die Ostsee in die Belte und Sunde. Weil es nicht schnell genug abfließen kann, steigt der Wasserstand, besonders in den Förden und  Buchten am Westufer der Ostsee. Im Flensburger Hafen war es mittags ca. einen Meter höher als der mittlere Wasserstand. Tendenz: steigend.


In der Praxis heißt das am Bohlwerk: Parken erlaubt, aber nicht vernüftig. Schiff besuchen möglich, wenn auch mit hohen Stiefeln. Schon mittags bekommen die ersten Autos an der Schiffbrücke eine kostenlose Reifenwäsche und bald wird das Wasser bis über das Bohlwerk schwappen.
Windrichtung und -stärke werden sich vermutlich während der nächsten Tage nicht wesentlich ändern. Die Windvorhersage nennt Ostwind 4-5 bft, Böen bis acht.

Reifenwäsche gefällig? Schon erledigt!
Als nächstes kommen die Teppiche dran.
Noch kommt man mit der Planke trockenen Fußes an Land - oder
an Bord.

01.01.16 Zum Neuen Jahr

Willkommen im fünften Jahr der HAFENMELDUNGEN!


Hafenmelder beim Hafenmelden

Zwischen zweier Jahre Sarg und Windel
Wiederholt sich immer solch historischer Schwindel,
Der zumal Kalenderfabrikanten
Und viele alte antitot gesinnte Tanten
Hochbeglückt.

Und auch mich.
Prosit Neujahr, Brüder!
Ich bin heute lüderlich.
Ja, ich brülle und betrinke mich.
Mich schlägt keine Uhr.
Und ich wünsche jedem Menschen nur:
Daß von dem, was er mit losem Munde
Heute erfleht,
möglichst wenig in Erfüllung geht.
Weil die Welt mir doch zu jeder Stunde
So am richtigsten erscheint, wie sie besteht.

Das reimte Joachim Ringelnatz, der alte Seemann, der mit seinen Gedichten auch dem unvergessenen
Kuttel Daddeldu ein Denkmal setzte.

Da war die Sicht noch gut
Wie in den letzten Jahren verbrachten wir die Stunde zwischen den Jahren fröstelnd auf dem Bohlwerk. Mit uns kamen viele Besucher, um den Jahreswechsel am Hafen zu feiern, wie es das Brauchtum fordert. Manche hatten ein paar Wunderkerzen dabei, andere schleppten Kriegswaffen-verdächtige Polenböller um den Hafen zu illuminieren und einzuräuchern. Bald konnte man nicht weiter sehen als etwa fünfzig Meter. Die Bronchien bekamen in kurzer Zeit ihre Jahresdosis Feinstaub verpasst. Es ist doch schön, im fortgeschrittenen Alter an den längst vergessenen Raucherhusten erinnert zu werden. Ringsum knallte und blitzte es, als wollte jeder Anhänger des Brauchtums am Jahresende den Flüchtlingen in der Stadt den Verlust der Heimat etwas erträglicher machen. In der Mitte des Bohlwerks, wo die letzten verbliebenen Traditionssegler liegen, hielten sich die meisten jedoch mit ihrem Sylvesterbrauch erfreulich zurück und wer nicht, ließ sich mit ein paar netten Worten überzeugen. Weiter im Süden sagt man in solchen Fällen: "Net g'schumpfe is scho g'lobt".

Was wird sich im neuen Jahr am Bohlwerk ändern?
Der Verein Museumshafen hatte beim Spendensammeln Erfolg. Dem Neubau des Historischen Krahns steht von daher nichts mehr im Wege und das vertraute Wahrzeichen am Bohlwerk soll noch vor der diesjährigen Rumregatta wieder an seinem vertrauten Platz stehen.
Am Bohlwerk machten im Jahr 2015 leider wieder weniger Schiffe fest. Zum Einen kamen weniger Gäste hierher. Zum Anderen schrumpft auch die Zahl der Vereinsschiffe. Zuletzt hat AURORA von ALTONA ihren Liegeplatz in Flensburg aufgegeben. Aber der Museumshafenverein will die Lücken füllen. In diesem Jahr soll GRETA wieder dauerhaft am Bohlwerk festmachen (Wir berichteten darüber). Der alte Elbfischer soll restauriert werden und junge Menschen für das Segeln mit Traditionsschiffen begeistern. Ein Förderverein wird zur Zeit gegründet. Davon und was sich sonst noch ereignet, werden wir gerne berichten.

Das vergangene Jahr war für die HAFENMELDUNGEN, nach Besucherzahlen gerechnet, das erfolgreichste seit Beginn. Anscheinend werden unsere Beiträge gerne gelesen. Das spornt uns an und vielleicht bleiben Sie uns auch im neuen Jahr gewogen.
Wir können aus der Statistik erkennen, wenn der Blog im Zuge einer allgemeinen Google-Suche aufgerufen wird. Manchmal sind es auch nur allgemeine Fragen zu Traditionsschiffen. Sie können uns Fragen auch unmittelbar über die e-Mail Anschrift im Impressum senden. Wenn es möglich ist, helfen wir gerne weiter. Versuchen sie es einfach mal. Auch für uns wäre es ein Versuch, den wir gerne wagen wollen. Mal sehen, was daraus wird.
Im übrigen wünschen wir Mast und Schotbruch, immer günstigen Wind und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.