20.10.17 Kaltwasserschock

Mittlerweile wird das Wetter herbstlich. Es sind nur noch zehn Stunden zwischen Sonnnenauf- und Untergang. Und heute war die Sonne ständig hinter dicken Regenwolken verborgen. 
Kein Wunder, dass die Wassertemperatur im Hafen und in der Förde nur noch 14 Grad erreicht. Wer jetzt abgehärtet ist, kann sich auf eine Saison mit Winterschwimmen vorbereiten. Dieser Sport soll gesund sein liest man schaudernd und es werden sogar Meisterschaften in dieser Disziplin ausgetragen.
Allerdings dauert sowas meist nur eine Minute oder auch mal zwei. Und der Kopf kommt schon gar nicht unter Wasser. Oder man schwimmt oder badet im Schutz von Neopren-Anzügen.
Ganz anders sind die Verhältnisse, wenn jemand unvorbereitet ins kalte Wasser fällt und dort minutenlang mehr oder minder untergetaucht treibt oder schwimmt. Schon bald droht Unterkühlung und mit ihr Lebensgefahr. 
Wer jetzt noch segelt, ist gut beraten, alles Mögliche zu tun, um an Bord zu bleiben. Mann-über-Bord Manöver machen sich prima im Sommer, bei warmem Wasser, lauem Wind und genügend erfahrenen Helfern an Bord. Bis zum kommenden Sommer (wenn er denn kommt) fehlen diese Voraussetzungen. 

Auf der Suche im Internet nach Verhaltensregeln bei Unterkühlung durch kaltes Wasser fanden wir viele qualifizierte Beiträge. Die meisten befassen sich mit Unfällen an Land, nahezu alle setzen voraus, dass innerhalb Minuten erfahrene Rettungskräfte vor Ort sind. Das hilft uns Seglern im Winter nicht wirklich weiter. 


Schließlich fanden wir den amerikanischen Blog "Soundings". Darin befasst Mario Vittone, ehemaliger Rettungsschwimmer der Coast Guard, in mehreren Beiträgen ausschließlich mit diesem Themenschwerpunkt. Um besser zu verstehen worüber er schreibt, hat er sich unter Beobachtung in Selbstversuchen bis an den Rand der Bewusstlosigkeit gewagt. Wir haben einzelne in Auszügen übersetzt. Er schreibt darin, was er Kursteilnehmern zu dem Thema vortrug. Ein Artikel befasst sich damit, was mit einem Menschen geschieht, der sich plötzlich in kaltem Wasser wiederfindet:
Unterkühlung; Mythen und Wahrheiten über Kaltes Wasser                                                                                                    Das Meiste, was sie über Unterkühlung wissen, trifft nicht zu. Man kann nicht in weniger als zehn Minuten noch nicht einmal schwach unterkühlen (Anm.: Das entspricht einer Bluttemperatur von unter 35°C). Der durchschnittliche Erwachsene kann länger als eine Stund in kaltem Wasser überleben. Und wenn wir schon mal dabei sind: Man verliert nicht 80 Prozent der Körperwärme über den Kopf.  
Um die Gefahren durch Kaltes Wasser zu verstehen, muss man aufhören an Unterkühlung zu denken und beginnen an die vier Gefahren von zufälligem Eintauchen in kaltes Wasser zu denken. Tatsache ist, das klates Wasser tötet, aber Unterkühlung ist nur eine seiner Wirkungen und die ist nicht einmal die häufigste. Wenn Sie in kaltes Wasser eintauchen, geschehen vier Sachen mit Ihrem Körper, die sie verstehen müssen. 
Reaktion auf den Kälteschock Das ist die erste Phase beim Eintauchen in kaltes Wasser. Es ist ein Zustand von erhöhtem Herzschlag und Blutdruck, unkontrolliertem Schnappen nach Luft und manchmal unkontrollierten Bewegungen. Sie dauert zwischen 30 Sekunden bis zu einigen Minuten und kann bereits tödlich sein. Tatsächlich, schätzt man, dass von allen Menschen die in kaltem Wasser sterben, zwanzig Prozent die ersten zwei Minuten nicht überleben. Sie ertrinken, sie geraten in Panik, sie atmen bei ersten unkontrollierten Keuchen Luft ein.. Wenn sie Herzprobleme haben, kann der Schock eine Herzattacke auslösen.Ob sie diese Phase überleben hängt davon ab, ob sie die Atmung unter Kontrolle bekommen, dass sie sich bewusst werden, dass diese Phase vorübergeht und dass sie ruhig bleiben.
Entkräftung durch Kälte Als häufigsten Grund, warum sie keine Rettungsweste tragen, nennen Bootsleute, dass sie ja schwimmen könnten. Hör' zu Tarzan: Ich schwamm berufsmäßig den größten Teil meines Lebens als Erwachsener und wenn das Wasser kalt ist (unter 15°C) kann keiner von uns sehr lange schwimmen.Die zweite Phase, wenn sie in kaltes Wasser eintauchen, wird Entkräftung durch Kälte genannt. Fehlt ausreichende Wärmeisolierung, hilft sich der Körper selbst. Lange bevor Ihre Körpertemperatur um ein Grad absinkt, verengen sich die Adern in den Gliedmassen (das sind die Körperteiel, mit denen sie schwimmen). Sie verlieren die Kontrolle über ihre Hände und die Muskeln in Armen Beinen erschöpfen, versagen, sie über Wasser zu halten. Ohne irgend eine Art Auftriebshilfe wird auch der beste Schwimmer unter uns in weniger als 30 Minuten in kaltem Wasser ertrinken. Ohne dass die Kerntemperatur sinkt, sterben mehr als 50 Prozent der Menschen, weil sie durch die Entkräftung ertrinken.  
Überlebensdauer nach Geschlecht und Körpergewicht. Quelle: Soundings  
Unterkühlung Unterkühlung kann töten, aber das geschieht nur in 15 Prozent der Todesfälle in kaltem Wasser. Sie müssen irgendeine Art Schwimmhilfe habe, um überhaupt unterkühlen zu können und das dauert viel länger, als sie denken. Wir sind in dieser Hinsicht alle unterschiedlich, ich verbrachte einmal in Straßenkleidung eine Stunde lang in sieben Grad kaltem Wasser und meine Kerntemperatur war nur weniger als zwei Grad gesunken. Ich war nicht klinisch unterkühlt. Es war gewiss ungemütlich und ich möchte Ihnen nicht empfehlen, Ihre eigene Grenze herauszufinden. Aber es hätte vermutlich noch eine weitere Stunde bis zur Bewusstlosigkeit gedauert und eine weitere Stunde um meine Kerntemperatur unter den Punkt ohne Wiederkehr sinken zu lassen.Die Körperreaktionen um ihren Kern warm zu halten - Blutgefäßverengung und Zittern - sind überraschen wirksam. Zittern und verminderter Blutaustausch sind so effektiv, dass ich zwanzig Minuten nachdem ich reingesprungen bin, 37,8°C auf dem Fieberthermometer hatte. 
Bergungstod Ich habe die Zahl der Überlebenden vergessen, die ich hinten im Hubschrauber genervt habe, weil ich sie nicht sterben lassen wollte. Ich hatte eine Regel: Wenn sie aus einer Kaltwasser-Umgebung kamen, lagen sie flach und blieben flach liegen, bis der Arzt in der Notaufnahme sagte, dass sie aufstehen können. Es war mir egal, wie gut sie sich fühlten oder wie warm zu sein sie glaubten, denn was sie endgültig umbringt ist der Bergungstod. Kurz bevor, während oder danach, manchmal Stunden später, verlieren die in kaltes Wasser eingetauchten Opfer das Bewusstsein, erleben Herzkammerflimmern oder einen Herzstillstand. Unterkühlung bewirkt bewirkt mehr als dass alles kälter wird. Die Opfer reagieren eine Zeitlang physiologisch anders. Eine Sache die sich ändert ist die Herzfrequenzvariabilität. Mit anderen Worten, die Fähigkeit des Herzens schneller oder langsamer zu schlagen wird durch die Kälte betroffen. Hoch zu kommen und sich zu bewegen verlangt vom Herz eine größere Menge Blut zu pumpen und aufrecht und aus dem Wasser zu sein ist ebenfalls anstrengend. Dann brechen andere Faktoren zusammen und das Herz beginnt zu flattern anstatt zu pumpen - und schon gehts mit Dir abwärts. Opfer einer Kaltwasser-Immersion sind sowohl glücklich, überlebt zu haben und sehr anfällig. Bis alles wieder aufgewärmt ist, muss genügen aus dem Wasser und trocken zu sein. Mobilität muss warten.
Wenn Sie hier nur irgend etwas Neues gelernt haben nutzen Sie es hoffentlich für gute Entscheidungen, wenn es darum geht an und auf kaltem Wasser sicher zu sein. Überlegen sie vernünftiges Verhalten wie:
  1. Bei Arbeiten an Deck bei Wassertemperaturen unter 15°C immer Rettungswesten tragen
  2. Wenn sie Zeuge eines Mann-über-Bord sind, bringen die den Rettungsrind unmittelbar zu der Person. Das ist äußerst wichtig. Lebensnotwendig. Schritt eins. Unbedingtes Muss.
  3. Stellen Sie sicher, dass ihr Rettungsring nicht nur einfach an Bord ist, sondern sofort einsatzbereit  und nicht an der Halterung festgebunden.
  4. Tragen Sie immer wenn Sie bei kaltem Wasser an Deck arbeiten, eine Rettungsweste. Sagte ich das nicht bereits? Nun wenn ich keine Artikel mehr lese, die damit enden, dass erfahrene Seeleute starben, weil sie glaubten etwas von kaltem Wasser zu verstehen, lasse ich mir bessere Ratschläge einfallen.
P.S. In allen Artikeln wird gewarnt, dass Alkohol die Gefahr durch Unterkühlung stark vergrößert.

15.10.17 Ein guter Schluss ziert alles

Ohne Kraft kein Apfelsaft
Nebenan kommt Kompott dran
In diesem Jahr strapazierte der Apfelmarkt auf dem Bohlwerk die Zuversicht der Traditionsschiffer und ihrer Freunde. Gleich drei Tiefdruckgebiete gaben sich die Türklinke in die Hand und hielten Flensburg und die Förde unter einer tiefen, grauen Wolkendecke aus der gelegentlich sich auch noch nasser Nebel auf das Land senkte. So kann's eben kommen, wenn sich Petrus einen Teufel um die Wettervorhersage schert. Die hatte noch Hoffnung auf "Im Verlauf des Tages zunehmende Wahrscheinlickeit von Sonnenschein" geweckt. Und dann das! So hatte sich mancher Freund der Apfelfahrt doch lieber anderen Zielen zugewandt und nur wenige fanden sich auf dem Bohlwerk ein. So mussten viele knackige Äpfel, frisch gerauchte Fische, Reibekuchen, Schmalzbrote und Bratäpfel, Maroni und Bratwürste, Kakao und Kaffe und auch der Apfelkuchen vergeblich auf Kunden wartend ausharren. 
Immer noch voll bei der Sache
Schlimmer noch: selbst die Spielangebote für Kinder mussten warten. Sogar die Apfelpresse, eine der großen Attraktionen für die Kleinen war nahezu verwaist. Entsprechend gedämpft war die Stimmung der gemeinnützigen Hökerer des Museumshafens. Am Abend des trüben Tages richtete sich die Hoffnung nun auf den Sonntag. Wieder waren Sonnenstunden angekündigt, die mussten jetzt doch endlich auch mal kommen. Doch welche Enttäuschung! Der Tag begann mit Nebel und entsprechend kamen nur wenige Besucher zum Hafen und die hatten auch eher das Angebot von Bens Fischhütte und den Apfelpunsch im Sinn. Schon wurde überlegt, was mit den unverkauften Leckereien anfangen?

Plausch unterm Krahn
Skizze: W. Kühn ©
Wie sagte Baseball-Legende Yogi Berra"It ain't over till it's over." Wie wahr. Man darf die Hoffnung nie aufgeben. Kaum hatte die Uhr am Schifffahrts-museum Eins geschlagen, tasteten die ersten Sonnen-strahlen über den Hafen. Und wie auf Kommando kamen die lang ersehnten Stadtbummler auf das Bohlwerk. Und wer hätte das gedacht! Nach ein paar Stunden am Nachmittag waren die geräucherten Fische, das Gebäck, alle anderen guten Sachen und natürlich auch die Äpfel ausverkauft. Und selbst als die ersten Verkaufsstände abgebaut wurden, pressten einige Kinder immer noch voller Eifer ihren eigenen Apfelsaft. 
Herz, was willst du mehr!  

13.10.17 Fahrt mit Äpfeln

Während wir mit BODIL, dem hellblauen Haikutter von 1924 aus dem Museumshafen auslaufen, machen sich auch die Lüttfischerboote zum Ablegen bereit. Wir verlieren sie bald aus dem Blick, denn während sie Kollund Mole ansteuern, führt unser Kurs nach Glücksburg. Von den "Dickschiffen" des Museumshafens sind außer uns noch FULVIA, GRETA, PIROLA und THOR unterwegs. Außer ihnen und ein paar modernen Jachten sehen wir auch FROUWE FORTUNA und PROVIDENTIA auf der Förde. Der Wetterfrosch hat zeitweilig zunehmende Bewölkung vorhergesagt und ein paar Stunden Sonnenschein. Den hat es auch sicherlich gegeben, jedoch über den Wolken aber nicht weiter unten, wo wir segeln. Auf der Förde ist es eher bedeckt, diesig und später am Tag kommt auch noch Nebelnässen dazu. Warum diese Aufzählung metereologischer Zumutungen? Einfach deshalb, weil es uns die gute Stimmung an Bord nicht vermiest. Als Passagiere haben sich junge, ganz junge und jung gebliebene eingefunden und dazu der Hafenmelder. Diesmal allein und dazu auf einem "Fremdschiff" dafür aber mit dem Auftrag, schöne Bilder zu knipsen. Eine Auswahl wird  die zuhause gebliebene Hafenmelderin einer Veröffentlichung in ihrem Facebook Blog wert finden.

Das hat sie mittlerweile gemacht und zu drei Alben zusammengefasst. Voilà: da sind sie:
Album I
Album II
Album III

Die Sonne macht sich rar, glücklicherweise tut der Wind es ihr nicht gleich. Er weht frisch aus Südwest und treibt den historischen Fischereisegler unter Klüver, Fock, Groß- und Toppsegel hurtig über die kurzen grüngrauen Wellen. Hin und wieder spritzt einen neckische Welle ein bisschen Gischt über die Verschanzung. Mittlerweile stehen reichlich Kaffee, Tee, Mineralwasser, Limonade und eine deftige Brotzeit auf dem Deckshaus. Allerdings nicht lange, denn Seeluft macht auch heute hungrig. Ursprünglich sollte der Kurs nach Glücksburg um die Ochseninseln herum führen. Vor dem Wind segelnd hätte es jedoch notwendig werden können in dem sehr engen Sund mehrfach zu halsen. Skipper Uwe entscheidet sich auf direktem Weg ans Ziel zu segeln. Nach ein paar Halsen kommen wir Glücksburg nahe. Viel zu früh und vor die Wahl gestellt den Vorsprung an der Seebrücke "abzufackeln" oder lieber noch ein paar Kreuzschläge zu segeln, stimmen alle für die Segelei. Also geht's noch ein paarmal hin und her. Diesmal sind Wenden das Manöver der Wahl. Das fordert den ganzen Einsatz der Bootsfrauen und -Männer. Und das Ergebnis: ein gelungenes Manöver und zehn Minuten Tiefenatmung. Zum Schwitzen reicht's heute nicht, es ist zu kühl.

In Glücksburg sehen Viele beim Anlegen zu. Ist ja auch immer wieder spannend zu sehen, wie sie das machen, die Traditionssegler. Heute legen vier der Schiffe aus dem Museumshafen an. Schon bald kommen die ersten Kisten mit Äpfeln an Bord. Sie werden von Hand zu  Hand über die lange Anlegerbrücke gereicht. Das ist jedesmal, man glaubt es kaum, eine Attraktion, die viele Menschen anzieht. Und Jeder und Jede darf sich mit einem Griff in die Apfelkisten selbst belohnen. Es gibt unterschiedliche Sorten: Boskop natürlich und Holsteiner Cox, auch Ingrid Marie und Santana. Sie werden morgen (bestimmt) und übermorgen (nur was vom Tage zuvor übrigblieb) auf dem Bohlwerk verkauft. BODIL übernimmt etwa 800 kg der knackigen Früchte als Deckslast.



Bald schon geht es wieder zurück. Mit langen Schlägen, jetzt gegen den Wind in Richtung Flensburg. Vor Glücksburg trainieren Regattasegler, sonst sind nur wenige Boote unterwegs - kein Wunder denn mittlerweile hat der Wind zugenommen und feuchte Nebelluft durchnässt die Kleidung. Fünf Stunden nach der Abreise sind wir wieder zurück. Vom Wind durchgepustet, mit Backen so rot wie reife Äpfel, angenehm müde. Was kann man sich Besseres wünschen?

12.10.17 Geheimtipp

Lüttfischer. Die Apfelfahrt erinnert an ihren Beitrag
zur Versorgung der Stadt in früheren Jahren
Zeichnung: W. Kühn ©
Wer im Veranstaltungskalender*) des Flensburger Tageblatts von heute nach der Apfelfahrt des Museumshafens sucht, sucht leider vergebens. Die erfolg- und traditionsreiche Veranstaltung des gemeinnützigen Vereins ist nicht zu finden. 
Unter der Überschrift "Deutsch-Dänische Apfeltage" werden statt ihrer lediglich Fragmente der 38 Jahre jungen Attraktion genannt. Doch diese lenken eher vom Thema ab, als dass sie informieren. Beispiel gibt schon der erste Satz der Ankündigung "13.00Uhr Startschuss der 'Auroras Kanoner' für die Traditionssegler". Warum und wohin sie starten darf geraten werden. Stattdessen wird auf ein "buntes Programm" in "Graasten, Kollund und Glücksburg" hingewiesen. 

Während die anderen im Kalender genannten Attraktionen für den  Sonntag einer eigenen Tagesüberschrift wert sind, wird der Apfelmarkt als "Markt, auf dem die verschifften (Anm.: was für ein Wort!) Äpfel und andere regionale Produkte 'verhökert'" werden, beschrieben. Dabei gibt's Musik und andere Unterhaltung. Seit jeher  sind besonders auch 
Kinder mit Freude dabei, etwa wenn sie ihren eigenen Apfelsaft pressen.   

Die missratene Ankündigung verwundert, denn die Zeitung kennt die Apfelfahrt sehr gut; erst vor zwei Tagen hat sie einen informativer Artikel gedruckt. 
So wie die Paralellveranstaltungen in anderen Orten längs der Förde einseitig hervorgehoben werden, informiert die Terminübersicht an der Tatsache vorbei, dass die Apfelfahrt seit mindestens zwanzig Jahren die durchaus schönen Feste in Graasten, Glücksburg und Kollund nach Kräften gefördert hat, zeitweise gegen den Widerstand der dortigen Ortsvertretungen. Sie hätte verdient, im Kalender mit Namen und Inhalt genannt zu werden und zwar für alle drei Veranstaltungstage. Viele Leser werden sonst fernbleiben oder sich anderen Zielen zuwenden. Ob das die Begeisterung der gemeinnützigen Akteure in Flensburg befeuert, mag sich jeder selber ausdenken. Die Apfelfahrt als einen im Wortsinn "Geheimtipp" zu behandeln hilft sicherlich nicht.

____________________
*) Donnerstag, 12. Oktober 2017  FLT Seite 22 Die Woche in und um Flensburg

08.10.17 Wortwörtlich


Die Wochentage bringen nicht alle, was ihr Name verspricht - wenn man mal vom Mittwoch absieht. Wer hat schon Freitags frei? Auch hat nicht jeder am Dienstag Dienst. Und Donner gibt's nicht nur am Donnerstag. Aber heute ist Sonntag und der wurde endlich wieder einmal seinem Namen gerecht. Denn heute ist der erste Sonnentag im Monat Oktober, der oft als der "goldene"  apostrophiert wird. Zwar klettert das Thermometer nur noch auf selbst im Vergleich mit dem vergangenen Sommer bescheidene 13 Grad Celsius. Aber das unglaublich klare Sonnenlicht! So klar und so hell, wie man es sonst nur in Gegenden nördlich vom "Wahren Norden" kennt. Das liegt vermutlich an der polaren Luft, die auf der Rückseite von Tief "Yap" zu uns strömt und das uns während der letzten zwei Tage noch an eher britisches Wetter erinnerte.
Nun ist aber haben wir Sonnenwetter bei etwa vier Beaufort Nordwind im Hafen und vermuteten frischen fünf draußen auf der Förde. Da hält es die traditionellen Boote des Museumshafens nicht länger an ihren Liegeplätzen. Zumal mit dem kommenden Wochenende die Apfelfahrt näherkommt. Wer kann, nutzt das Wetter heute für einen Probeschlag (Oder sollte reine Freude am Segeln den Ausschlag gegeben haben?) Jedenfalls sind die Jollen und andere Kleinsegler schon immer mit bei Apfelfahrt gewesen, was häufig bei den Vorab-Informationen zu kurz kommt. Da stehen meist die größeren Boote im Vordergrund: Logger, Galeassen, und Haikutter. Dabei fuhren in Flensburg die Fischer meist mit kleinen Booten raus um nach den Stellnetzen zu sehen, die es hier in großer Zahl gab. Jetzt findet man diese in der Inneren Förde nur noch in der Ronshoved Bucht und gelegentlich auch an Bojen auf dem Flach in der Wasserslebener Bucht. Haikutter fischten mit Ringwaden in tieferem Wasser. Die größeren wie BODIL oder DAGMAR AAEN wurden deswegen korrekt "Snurrewaden-Kutter" genannt und hatten ihr Revier hauptsächlich draußen vor der Küste.
Doch das nur nebenbei. Denn eigentlich geht es jetzt um die schönen Bilder, die uns Lüttfischerjollen und der kleine Kutter GRETA heute im Hafen boten. Hoffen wir also, dass uns Petrus am kommenden Wochenende noch einmal freundliches Wetter schenkt und dass wir weiter schöne Bilder zu sehen bekommen.




08.10.17 Nicht vergessen!

Apfelfahrt vor 15 Jahren. Auch in diesem Jahr segeln die Lüttfischer wieder mit.
Zeichnung: W. Kühn 
©























Am kommenden Wochende ist in Flensburg und Glücksburg wieder mal Apfelfahrt und das schon zum 38sten mal! Dazu informiert der Museumshafen Flensburg auf seiner Internetseite:


FLENSBURGER APFELFAHRT 2017

Freitag, 13. bis Sonntag 15. Oktober 2017 ist es wieder so weit: Apfelfahrt-Zeit.

Ernährung aus der Region hat mit Feinheimisch und Initiativen wie dem Gärtnerhof Wanderupund der Solidarischen Landwirtschaft Konjunktur. Der Museumshafen Flensburg hat auch hier Trends gesetzt und erinnert bereits seit fast Jahrzehnten, genau seit der ersten Apfelfahrt, an die Bedeutung dieser regionalen Ernährung und des regionalen Handels:
Wie zu Zeiten, als die Bauern aus Gravenstein und Angeln ihre Produkte nach Flensburg zum Verkauf in den Flensburger Hafen brachten, fahren die Traditionsschiffe des Vereins am 13. Oktober aus (nach Glücksburg), um mit rund einer Tonne Äpfel wieder im Hafen anzulanden. Dann startet am Bohlwerk des Museumshafens das Apfelfest: Äpfel, aber auch Gemüse und Räucherfisch aus der Region, werden duftend frisch von alten Schiffen aus verhökert.
Die Crews der Schiffe, Freundinnen und Freunde des Museumshafens, Menschen mit Spaß an der traditionellen Seefahrt und alle Gäste gestalten gemeinsam die Apfelfahrt.
Freitag 13.Oktober 2017
Am Freitag, 16 Oktober segeln alle Schiffe gegen 13 Uhr aus Flensburg Richtung Glücksburg.  Gegen ca. 15:00 Uhr kommen die Schiffe  in Glücksburg an, laden etwa 1 Tonne Äpfel und sind gegen 17 Uhr wieder zurück in Flensburg.   Mitseglerinnen gegen Spende sind herzlich willkommen
Samstag 14./ Sonntag 15. Oktober
10:00 bis ca. 19:00 Uhr: Es findet wieder der  traditioneller Apfelmarkt auf dem Bohlwerk statt.
  Kindervergnügen & Glücksspiel, Apfelschmaus & Trunk, Wurst & Waffeln, Fischen & Schmalz, Maronen & Musik und jede Menge Hafenflair warten auf die Fans.
Mitsegeln auf Schiffen des Museumshafens . Zur Ausfahrt am Freitag gibt es Plätze zum Mitsegeln. Reservieren Sie Ihre Plätze bei den Eignern von Pirola, Bodil, Ryvar, Fulvia oder über Heidi Breuer im Büro des Historischen Hafens (Tel. 0461 18 29 18 01)

05.10.17 Verdienter Orden für Arved Fuchs

Foto: Bernhard-Michael Domberg
Arved Fuchs, Mitglied im Museumshafen Flensburg, wurde für seinen Einsatz für den Umweltschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.


Die Kieler Nachrichten informieren über die verdiente Würdigung:

"Fuchs erhält den Orden für seine Verdienste um den Umweltschutz. „Mit seinen Dokumentarfilmen, Fotoreportagen und Büchern ist er zu einem der herausragenden Umweltschützer der Bundesrepublik geworden“, begründet die Ordenskanzel des Bundespräsidenten in Berlin die Ehrung des Bad Bramstedter Expeditionsleiters. Außerdem habe sich Fuchs durch sein jährlich veranstaltetes Jugendcamp „Ice – Climate – Education“ hervorgetan, in dem er Jugendliche zu „Klimaschutzbotschaftern“ qualifiziert.
Das Bundesverdienstkreuz am Bandes des Verdienstordens ist die zweite Stufe der Orden nach der Verdienstmedaille. International wird der Verdienstorden mit dem Ritterkreuz gleichgesetzt.
„Ich freue mich sehr über diese Ehrung“, war Fuchs erste Reaktion. „Ich nehme sie stellvertretend für die globalen Bemühungen um den Klimaschutz entgegen und für die junge Generation, die sich für die Umwelt engagiert.“
DAGMAR AAEN, der stäbige Haikutter von 1931, mit dem Arved seine Expeditionsreisen unternimmt liegt im Flensburger Museumshafen am Bohlwerk- wenn es nicht gerade mal wieder unterwegs ist. Die letzte große Reise vor zwei Jahren führte ihn bis zur Antartischen Halbinsel südlich von Kap Hoorn.  


DAGMAR AAEN auf der Förde. Hier sieht man sie immer wieder mal, bei Veranstaltungen auch gerne unter Segeln. 

02.10.17 Wasser weg

Der Wasserstand sinkt und wird noch weiter sinken.
Einige Zeit lang hatten wir die Boote im Museumshafen auf Augenhöhe. Heute  drehte Tief Wolfgang den Wind von Ost auf Südwest und wir sehen die Boote von oben. Wie zuletzt vor gut zwei Wochen, sank der Wasserstand mit der neuen Richtung und es sieht so aus, als wäre er damit noch längst nicht fertig. Das Zentrum des umfangreichen Wirbels liegt heute Abend über der nördlichen Nordsee und er scheint weiter ostwärts zu ziehen, wie es die Tiefs in dieser Jahreszeit häufig tun. Wer kann, sollte deshalb jetzt noch mal seine Leinen prüfen und wenn wenn nötig, etwas fieren. Laut Vorhersage wird der Wind zunehmen, bis zum Wochenende aus West wehen und sich dann beruhigen. Bis dahin soll es auch häufiger regnen. Also keine Wetteränderung gegenüber dem gerad erst zu Ende gegangenen Sommer.

02.10.17 Barrierefreiheit

Barrierefrei geht anders
Das Bohlwerk mit dem Museumshafen ist ein beliebtes Nah-Erholungsgebiet. Täglich kommen dutzende bis hunderte Besucher um bei Fischbrötchen und Bier zu chillen oder sonst wie runter zu kommen. Beim Runterkommen kommt Mancher (oder auch Manche?) wohl auch auf was rauf. Auf verrückte Ideen zum Beispiel oder aktuell gesagt auf Ideen, wie etwas verrückt werden kann. Als besonders verrückt gilt schon immer, etwas komplett gegen den Strich zu unternehmen. Pubertierende sind darin wahre Meister und zeigen denen, die wir früher Bourgeois nannten, wie die wahre Welt auszusehen hat. Aber sowas hat meist nur eine kurze Halbwertzeit, um das mal mathematisch zu bezeichnen. Wo sieht man heutzutage noch pinkrotleuchtende Irokesenfrisuren, die früher von der individuellen Auffassung einer besseren Welt zeugten?

Vielleicht hat auch die aktuelle Forderung nach Inklusion samt der zugehörigen Barrierefreiheit ihre Halbwertzeit. Der Anlass zur Überlegung kam heute auf dem Bohlwerk. Während der Verein Museumshafen als Hausherr, der seine Aktionen gerne "bunt" und "munter" nennt, auf Barrieren verzichtet, sind manche Besucher schon einen Schritt weiter.

Ernsthaft wurde seit langem erwogen, das Bohlwerk nachts komplett zu sperren weil unliebsame Besucher Schiffe und Anlagen beschädigten. Realisiert wurden die Pläne nie. Teils wegen aktuell wichtigerer Ausgaben, teils wegen der o.a. Barrierefreiheit.  Die soll Behinderten auf dem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe Hindernisse aus dem Weg räumen. Aus selbem Grund wurde ebenfalls darauf verzichtet, die kurzen Anleger tagsüber zu sperren, wenn sich Bootseigner und Besucher keinen Weg mehr durch die Bier und Fischbrötchen genießenden Massen zu und von ihren Booten bahnen können.

Mit den erstrebten Attributen gastfreundlich, offen und den Besuchern zugewandt hätte man das auch schwerlich vereinbaren können. Es blieb also dabei und das Bohlwerk ist, was früher die Allmende war: Ein Ort den Jeder und Jede nutzen kann, ohne dafür Verantwortung zu übernehmen. Das Bohlwerk als Ort, an dem man sich gerne aufhält, wird auf diese Weise ebenfalls nicht lange bestehen können. Teils weil manche Besucher sich anderen Zielen zuwenden, teils weil manche Bootseigner ihnen gleichtun.

Heute hat die Nutzung nach freiem Gusto eine neue Blüte getrieben. Eine solide Sitzbank, aus den schweren Kanthölzern des ehemaligen Hafenkrahns gebaut, wurde auf den Anleger zwischen BODIL und FULVIA geschleppt um - ja um was nur? zu erreichen. Dem Gewicht entsprechend muss die Mühe beträchtlich gewesen sein. Wir wissen nicht, ob es den Beteiligten "Spass" gemacht hat. Wir wissen nur, dass seitdem etliche Bierflaschen mehr als sonst herrenlos auf dem kultigen Hafenbauwerk herumstehen. Und dass die Bootsleute der beiden traditionellen Segler im Hafen nur noch kletternd zu ihren sehenswerten historischen Booten gelangen können. Dabei zahlen sie regelmäßig ihren Teil der Pacht, den die Stadt dem Verein für das Bohlwerk berechnet, halten es sauber, so gut es unter den Umständen geht und machen auch mal den Fremdenführer wenn Auskünfte gefragt sind - während die Fischbrötchen- und Bierfreunde nur für ihren Imbiss aufkommen und das Aufräumen anderen überlassen.

24.09.17 Schiffe oben und unten

Vorgestern ist der Herbst im Kalender, heute ist es auch im Wetter angekommen. Über Nacht hat Dunst den gestrigen Sonnenschein verdrängt. Die Wolken hängen tief über der Förde und der Stadt. Aber der Wind hat aufgefrischt, gute Voraussetzung für einen kleinen munteren Schlag zurück zum Heimathafen. An der Schiffbrücke liegt der historische Dreimastschoner AMPHRITITE, der vor 130 eine luxuriöse Rennyacht war. In seiner Nähe bergen wir unsere Segel und dieseln die wenigen Meter zum Liegeplatz. Kaum sind die Leinen fest, hören wir über uns das Brummen, das wir noch von gestern im Ohr haben. Aber es braucht einen Augenblick und eine Lücke in der unteren Wolkenschicht, bis wir das Luftschiff wieder sehen. Es fährt heute niedriger als bei der letzten Begegnung auf der Förde. Das liegt vermutlich daran, dass die Passagiere an Bord auch etwas von Stadt und Land sehen wollen. Als Fahrtensegler können wir das gut nachvollziehen. Während über uns ZEPPELIN, der technisch "Pralluftschiff"genannt wird, majestätisch ruhig seine Runde dreht, herrscht auf dem Hafenwasser ungewohnte Betriebsamkeit. Dutzende Segeljachten kommen in den Hafen, drehen eine oder zwei Runden und segeln wieder hinaus: Heute ist "Absegeln" einiger Segelvereine auf dem Programm. Aber auch der Bornholmer Lachskutter VAAR, ein schönes traditionelles Boot aus Flensburg, macht einen Ausflug. Der mäßige Ostwind bietet beste Voraussetzung für's Paradesegeln wie aus dem Bilderbuch.

video

23.09.17 Mal wieder ankern

Bei schwachem Wind fahren
wir die Segel bauchig
Wer kennt das nicht? Egal, was man sich vornimmt, immer kommt es anders als man denkt. Mal ist der Wind komplett weg, mal lockert sich eine Plombe im Zahn. Im  Ergebnis läuft es immer auf dasselbe hinaus: Das Boot bleibt im Hafen und man versucht die Zeit anderweitig zu nutzen. Aber heute muss es unbedingt wieder einmal sein. Auch wenn hoch an (schwachem) Wind zu segeln nicht der ideale Kurs für eine schwere Gaffelketsch ist - Es gibt auch andere Freuden. Beispielsweise, als segelnde Erinnerung an die maritime Tradition eine gute Figur zu machen. Bei dem schwachen Wind unseres ersten Segeltags im Herbst kommt es besonders darauf an das Revier zu kennen, einen guten Kurs zu wählen und die Segel bestmöglich zu trimmen. Das macht jeden Ausflug spannend. Nach dem Tag auf der Förde ist klar, dass wir in allen Punkten besser werden können.
Heute ist ein besonderer Tag. Flensburg, Geburtsstadt des Luftschiffs- Pioniers Hugo Eckener, hat Besuch eines Luftschiffs mit dem traditionsreichen Namen ZEPPELIN. Leise brummend dreht es seine Kreise. Die Vorstellung, einmal sein eigenes Boot segelnd von oben betrachten zu können, beflügelt die Fantasie.
Die Förde ist als Segelrevier sehr angenehm. Der Wasserstand ist weitgehend stabil, große Wellen sind selten, der Grund ist nahezu eben, sandig oder tonig und sauber. In ein paar Ecken gibt es Steine, die muss man eben meiden.
Bei der Windvorhersage NE bis E kommt in der Inneren Förde als Ankerplatz für uns eigentlich nur die Meierwik infrage. Alternativen liegen allesamt jenseits der Enge von Holnis. Wir wollen unseren Nachmittagskaffee vor Anker liegend einnehmen, also ist unser Anker-
platz schon vor uns ausgewählt.
Segelschiff auf der Förde und 
Luftschiff darüber
Wie üblich, steuern wir ihn unter Segeln an. Doch dort, wo wir unseren Anker gerne fallen lassen möchten, liegen bereist andere Segler. So bleibt für uns nur eine Stelle, wo der Grund etwas steiler abfällt. Also lassen wir erst die Segel fallen und dann den Anker. Die letzten Meter legen wir mit dem Motor zurück. Unser Anker fällt, wird eingefahren und dann ist Ruhe im Schiff. Sacht geschaukelt blinzeln wir in die noch wärmende Nachmittagssonne, genießen den Cappuchino und das Gebäck.
Am Ufer, unter dem bewaldeten Hangufer sehen wir einzelne Spaziergänger, hören von ferne Hunde bellen. Die noch weiß scheinende Sonne sinkt jetzt schon früher als vor zwei Wochen, verabschiedet sich bald rot leuchtend hinter einer dunklem Hochnebel. Das grüne Feuer auf der Ansteuerungstonne vor dem Hafen beginnt zu blinken. Die sanften Wellen spiegeln das leuchtende Feuerwerk am Himmel in blankem Kupferton und tiefem Violett. Es wird kühl, wir verziehen uns unter Deck. Zum Abend gibt es Pasta und Zuckererbsen. Bald ist tiefe Nacht. Nur hin und wieder knackt die Ankerkette. Der Wind dreht ein wenig.

22.09.17 Schon wieder


video


Daran möchte man sich gerne gewöhnen. Vor ein paar Tagen verließ das Heckschiff SIGANDOR ihren Liegeplatz unter Segeln. Heute kam IDE MIN aus Amsterdam, die bis 1990 Motorschlepper war unter Segeln bis zur Hafenspitze, machte einen Aufschiesser und barg die Segel. Zwar blieben noch ein paar Meter bis zum Liegeplatz an der Schiffbrücke, aber der Schoner von 40 Metern Länge über alles hatte schließlich den Hafen auch nicht nicht alleine für sich.

19.09.17 Sommerende

Um 12:00 bei den Ochseninseln
Noch einmal im Sommer segeln, auch wenn diese Jahreszeit im Jahr 2017 ihrem Namen keine Ehre gemacht hat. Kommentar in Facebook "Der Herbst kommt"; Replik: "War der denn weg?" Doch der nahende Herbst bringt auch Gutes: Wenig Betrieb auf dem Wasser und manchmal viel Wind. Heute sollte er aus West wehen, kam aber zunächst aus Südwest. Erst zum Nachmittag rettete er das berufliche Ansehen des Meterologen, der die Vorhersage ins Netz gestellt hatte. Das sparte dann ein paar Wenden beim zurück kreuzen. Dafür begann er den Tag mit gemächlichen zwei Beaufort im Hafen, und steigerte sich, mit neckischen Drehern garniert, bis auf geschätzte fünf Windstärken mit Regenböen von sechs bis sieben. Nachmittags, bei der Rückkehr zum Hafen legte er sich wieder zur Ruhe und besprengte uns mit einem leichten Regenschauer.
Insgesamt ein sehr schöner Ausflug auf die Förde, mit teils dramatisch aussehenden dunklen Wolken und wandernden Schauerböen. Dann wieder Streifen mit gleißendem Sonnenlicht auf dem Wasser.
Die Stadt empfängt uns sonst häufig mit ihren typischen Geräuschen von Sirenen, Verkehr, Menschen auf den Kais - heute war kaum ein Laut zu hören und kaum ein Mensch an Land. Nur vom Harniskai grüßte Harry. Er kam eigens von seinem "Piratennest" um uns mit einem Horn anzutröten. Nun gibt es also auch hier eine Schiffsbegrüßungsstelle; eine nette Idee!
Auch der Museumshafen liegt wie verwaist, selbst an Ben's Fischhütte ist kaum ein Mensch zu sehen. Bei ALEXANDRAs Liegeplatz bergen wir die Segel. Das war's zum Thema Segeln im Sommer 2017. Wir freuen uns auf einen schönen Herbst.

18.09.17 Von oben gesehen


Es ist mal wieder an der Zeit. Und weil heute ohnehin nur Flautensegeln infrage kommt, bietet sich ein kleiner Ausflug in höhere Sphären an. Um die sportliche Herausforderung aber nicht gleich beim ersten Mal nach langer Zeit zu übertreiben, soll heute zunächst der Besanmast von oben bis unten nachgesehen werden. Ist die Lackierung noch heil - oder muss sie ausgebessert werden? Gibt es irgendwelche Beschädigungen? Sind die Bolzen der Schäkel fest angezogen und gesichert? Das Klaufall kann bei dieser Gelegenheit auch gleich ausgetauscht werden.
Alle Werkzeuge sind mit Sorgleinen am Gurt befestigt. Alles, was gelöst wird, ebenfalls. Ein loser Textilgurt als Schlaufe um den Mast gebunden, bremst bei einem unbeabsichtigten Absturz.
Wer in den Mast steigt, sollte aber auch mal seine Kamera mitnehmen. Von oben zeigt sich der Hafen und das eigene Boot aus einem ganz anderen Blickwinkel. Obwohl nur wenige Meter entfernt, erscheint das Deck weit weg und damit auch die beste "Bootsfrau von allen" (frei nach E. Kishon). Sie sichert die holende Part der Talje, an der sich der Mann im Mast selber hochzieht. Mann vertraut sich nicht jedem oder jeder an.
Da oben kann es ziemlich eng werden, besonders dort, wo die Wanten an den Kälbern enden. Auch ganz oben, wenn die abgewandte Seite des Masts besichtigt werden soll. Aber mit Geduld und ein wenig Beharrlichkeit ist das bald erledigt. Das Programm endet mit der Diagnose: Alle Schäkel sind gesichert, das Laufende Gut ist in Ordnung, am Stehenden Gut sind keine Beschädigungen zu erkennen. An fünf Stellen muss die Lackierung ausgebessert werden. Das kommt in den nächsten Tagen dran.
Jetzt noch ein paar Fotos auf das eigene Boot und auf die Nachbarlieger im Museumshafen. Nun verlässt der rote Logger RYVAR seinen Liegeplatz, aber die Kamera ist bereits verstaut. Also geht's wieder abwärts "Bitte fieren!"


Blick nach Steuerbord: FORTUNA, GRETA,
THOR, BETTY und, dahinter verborgen:
FREYA und MEJSEN
Blick nach Backbord:' ANNY, PIROLA, DAGMAR
AAEN, BODIL, und, oberhalb des Bildes: FULVIA

17.09.17 Lehrfilm im Hafenkino

videoIm Flensburger Hafen können selbst große Schiffe unter Segeln manövrieren. Weht der Wind nicht gerade aus Ost, können sie von der Schiffbrücke aus ablegen - manchmal sogar ohne den Motor zu bemühen. Heute segelte die 35 Meter lange SIGANDOR, Baujahr 1909, schon wenige Meter nach dem Ablegen von ihrem Liegeplatz an der Schiffbrücke in Richtung Hafenausfahrt. Ob sie ohne Motorhilfe ablegte, konnten wir nicht beobachten. Aber wenn ja, hätte sie es folgendermaßen machen können:
Zuerst geht das Großsegel hoch, dann die Fock. Da der Wind beim Ablegen von vorne kommt, wird die Achterleine "auf Slip" nach vorne geführt und alle anderen Leinen losgeworfen. Die Großsschot ist dichtgeholt, dann wird die Fock back genommen und schon dreht das Schiff langsam nach Lee. Ist es soweit abgeklappt, dass auch ein kleiner Winddreher nicht weiter stört, geht die Fock über, die Fockschot wird  dicht genommen und die Großschot etwas gefiert. Der Rest des Manövers ergibt sich nun von selbst. Achtung: Bevor das Schiff  auf das Ruder reagiert treibt es nach Lee. SIGANDOR ist zu einem Ausflug auf die Förde aufgebrochen. Später kehrte sie wieder zu ihrem Liegeplatz zurück. Der Besan wird bei dem Ablegen nicht benötigt, er würde die Drehung nach Lee behindern.

16.09.17 Showtime am Hafen

Heute war an der Schiffbrücke Hochbetrieb. Alle Parkplätze gesperrt und viele Besucher an der Hafenkante.
Auf der Schiffbrücke präsentierten Sicherheitskräfte von diesseits und jenseits der Grenze ihre beeindruckenden Geräte: Drehleitern, Löschfahrzeuge, Polizei- und Rettungswagen. Sogar ein Wasserwerfer war gekommen. Viele Aktionen wurden zur Demonstration gezeigt. Die Drehleiter wurde bis zum Anschlag ausgefahren - um Selfies zu machen, wenn man seine Augen trauen durfte. Nur der Wasserwerfer der Polizei kam aus nahe liegenden Gründen während unseres Besuchs nicht zum Einsatz. Und in der Luft kreiste ein Hubschrauber.


Auch hoher Besuch war gekommen, zumindest was die Masthöhe betrifft: ALEXANDER von HUMBOLDT II, die grüne Dreimastbark aus dem Jahr 2011 gab sich nach drei und einviertel Jahren Abwesenheit die Ehre einer kurzen Visite in Flensburg. Sie hatte die Stadt zuletzt Mitte Juni 2014 besucht und ein Fass Rum für eine Reise rund um den Atlantik übernommen. Der edle Stoff ist schon länger wieder zurück, vermutlich schon längst genossen.




Nun kam der moderne Traditionssegler nochmal vorbei, vielleicht einfach deshalb, weil es hier so schön ist. Oder war es doch nur "event-hopping" und den "Blaulichttagen" geschuldet, die an diesem Wochenende hier stattfinden? Warum auch immer sie kam, und ein Schiff ihrer imposanten Größe macht eine Menge her. Sie ließ sogar den gleich langen Kreuzer BAYREUTH BP21 der Küstenwache optisch schrumpfen. Den auch nicht gerade kleinen Zollkreuzer SCHLESWIG HOLSTEIN sowieso.



Also ein Augenschmaus für große und kleine Seh- und Seeleute. Die nahmen das Angebot "Open Ship" gerne an und sammelten sich vor den Gangways, kletterten treppauf - treppab an Deck und ließen die Blicke an Masten und Wanten hochwandern, verweilten an den Salingen um sich vorzustellen, wie man da von einer Etage zur anderen kommt, bei schwankendem Schiff und brausendem Sturm. Für die Crews war der Tag sicherlich eine große Herausforderung die sie souverän und mit freundlicher Geduld meisterten.



BODIL setzt Segel
Einen Beitrag zur Unterhaltung lieferte auch der blaue Haikutter
BODIL mit den braunen Segeln aus dem Museumshafen. Hinter der Kulisse der an der Kaikante festgemachten Schiffe zeigte der Traditionssegler aus dem Jahr 1924 wie einst jede Reise unter Segeln begann. Unter dem langsam vorgeheissten Großsegel treibend dazu das Vierkant-Toppsegel gesetzt, drehte der alte Fischer vor den Wind und nahm Kurs auf die Hafenausfahrt. Die Schau war vermutlich im Veranstaltungsprogramm nicht geplant, gehörte aber unbedingt dazu.

15.09.17 Kiellos bei den Ochseninseln

Sie sind berühmt für ihre Seetüchtigkeit, die Folkeboote. 
Gestern wurde bekannt, dass am Montag, dem 11. September nachmittags, einer dieser wackeren Langkielsegler auf der Inneren Flensburger Förde gekentert ist. Die Mannschaft und der ebenfalls ins Wasser gesprungene Helfer der DGzRS überstand die Kenterung nass, aber ansonsten unbeschadet, heisst es. Das Seenotrettungsboot WERNER KUNTZE der DGzRS in Langballigau nahm die Havaristen an Bord, richtete das traditionelle Segelboot auf und schleppte es nach Kollund Mole. Dort wurde es gelenzt und anschließend in Fahrensodde an Land gesetzt. Es stellte sich heraus, dass der unter dem Boot befestigte Ballastkiel fehlte (Siehe Facebook- Eintrag von Vincent Regenhardt)

Das lässt  vermuten, dass die Kielbolzen brachen. Ohne die 1040 kg Außenballast war die Kenterung nicht zu vermeiden. Die deutsche Folkebootvereinigung empfiehlt daher, die Kielbolzen zu kontrollieren. Das ist nicht einfach. Wer es ganz genau wissen will, muss sie lösen und den Rumpf vom Kiel abheben. Einen ersten Hinweis auf mögliche Probleme an dieser Stelle kann ein genauer Blick auf die Nahtstelle zwischen Rumpf und  Ballastkiel geben, wenn das Boot frisch aus dem Wasser geholt wurde. Man sieht immer wieder Boote, bei denen aus der Fuge oft tagelang Wasser sickert. Das kann ein Zeichen für lockere Kielbolzen sein. Zusammen mit Seewasser beginnen sie zu rosten und können schließlich brechen.  

14.09.17 Nach dem Sturm

WIEBKE BOHLEN hat noch eine Handbreit Wasser unterm Kiel


Das Sturmtief Sebastian zog mit seinen stürmischen bis orkanartigen Böen aus Südwest bereits gestern abend weiter auf die Ostsee und hinterließ heftige Böen, die im Lauf der Nacht schwächer und seltener wurden. Nachmittags machte es schon die Zentrale Ostsee unsicher. Also ist in Flensburg erst einmal Entwarnung angesagt.
Wie alle starken Westwindlagen hinterließ das Wetterspektakel ein Phänomen, das wir hier regelmäßig nach Weststürmen beobachten können. Bereits am späten Abend war der Wasserstand im Hafen um einen halben Meter gesunken, sodass man die Boote und Schiffe im Museumshafen aus ungewohnter Perspektive zu sehen bekam. Am frühen Morgen, gegen 4:30 Uhr, hatten die Festmacherleinen einzelner Boote bereits keine Reserve mehr und begannen steif zu werden. Im Lüttfischerhafen war das Wasser komplett abgelaufen und die wenigen Jollen dort lagen auf dem Trockenen. Glücklicherweise stieg der Wasserstand von da ab wieder und die Leinen waren wieder entlastet. "Gut vertäut, nie gereut" sagt der Volksmund. Vormittags verließen die Segelschiffe den Hafen wieder, die vor Sebastian hierhin geflüchtet waren. Im Laufe des Tages ließ der Regen nach und nachmittags wurde der Himmel etwas heller. Sogar die Sonne wagte einen kurzen Blick auf die Stadt.
Zu den üblichen Folgen eines niedrigen Wasserstandes gehört, dass einen oder zwei Tage später das Wasser im Hafen stark ansteigt und die Schiffbrücke und andere niedrig gelegenen Orte rund um den Hafen überflutet. Wer also jetzt, bei steigendem Wasserspiegel seine Festmacherleinen wieder kürzen will sollte das bedenken. Sonst kann er oder sie bald sein Boot nur watend erreichen um die Leinen wieder zu entlasten. In diesem Sinne ist also erstmal keine Entwarnung angesagt.
Wer nicht selber nach dem Wasserstand sehen möchte, kann sich auch im Internet aktuell informieren. Der Pegelstand wird beim Anleger der Wasserschutz-Polizei gemessen. Der durchschnittliche Wert im Hafen ist 502 cm.


... und der Jollensteg

Das Bohlwerk heute Morgen...









FORTUNA nicht ganz auf der Höhe



MEJSEN af RIBE weit unten





GRETA im Tiefgeschoss



13.09.17 Sebastian macht Wind

Das Sturmtief Sebastian fegt mit starken Regenschauern und Sturm über uns hinweg. Schon gestern kamen die ersten Starkwind- und Sturmwarnungen und mit ihnen einige Traditionssegler, die Flensburg als Fluchthafen ausgesucht haben:

VEGESACK BV2  Logger aus Bremen
ABEL TASMAN  Schoner aus Kampen (NL)
IDE MIN  Schoner aus Amsterdam (NL)
HENDRIKA BARTELDS  Dreimast-Toppsegelschoner aus Harlingen (NL)
STORTEMELK Schoner aus Amsterdam (NL)
ELEGANT Klipperketsch aus Harlingen (NL)
JANTJE Brigantine aus Harlingen (NL)

Jetzt liegen sie hier sicher, während mit dem Sturm aus Südwest die Böen beständig zunehmen. Zwar trifft das Wetter im hohen Norden Deutschlands die Nordseeküste Frieslands besonders hart. Von Husum werden Böen von 122 km/h (12 Bft) berichtet. Die Ostseite Schleswig Holsteins wird durch die Jütische Halbinsel geschützt. Aber auch am nahe gelegenen Kegnaes Leuchtfeuer beim Osteingang der Sonderburger Bucht toben schwere Sturmböen von 10 bis 11 bft. Bei der vorherrschenden Windrichtung schützen die Steilhänge in Flensburgs Westen den Hafen besonders gut. "Nur" neun Beaufort fegen über das
Hafenwasser. Besonders die quer zur Windrichtung liegenden Segler im Museumshafen mit hohen Masten legen sich unter der Wucht der Windstöße merklich auf die Seite.

Vorsorglich kam in Flensburg der Aufruf, das Haus zwischen 14 und 20 Uhr nicht zu verlassen. Dennoch ist um diese Zeit der Autoverkehr auf der Schiffbrücke auf der Westseite des Hafens unvermindert stark. Aber nur wenige Fußgänger sind unterwegs. In weniger als zehn Minuten sind wir, auf der Suche nach Hafenbildern, nass bis auf die Knochen. Es ist wirklich kein Wetter um sich draußen wohl zu fühlen.

10.09.17 ALEXANDRA auf Schiet

Foto: Holger Petersen /shz

















Wer ist da noch nicht auf Grund gelaufen? Der halbe Museumshafen hat da schon fest gesessen; selbst das rote Expeditionsschiff von Arved Fuchs ist da schon aufgelaufen. Die Passage rund um die Ochseninseln hat es in sich. Gestern um 17:30 Uhr hat es den Salondampfer ALEXANDRA erwischt. Die Fahrrinne ist sehr eng und die Sände reichen bis nahe heran. Bei langsamer Fahrt, so der Kapitän des einzigen seegehenden Passagierdampfschiffs Deutschlands, rutschte das 113 Jahre alte Schiff so sanft auf Grund, dass er es zunächst nicht bemerkte. Bei leichter Strömung fuhr es sich jedoch so sehr fest, dass es sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte. Glücklicherweise waren die Seenotretter zufällig in der Nähe und so konnten der Rettungskreuzer NIS RANDERS und das Rettungsboot ONKEL WILLI schon etwa binnen einer halben Stunde zur Stelle. Mit gemeinsamer Kraft von ALEXANDRA und NIS RANDERS  war der alte Dampfer um 19:15 Uhr wieder frei und mit ihm die 13 Mann Besatzung und 21 Passagiere.
Soweit bekannt, nahm der Museumsdampfer keinen Schaden. Das werden geplante weitere Untersuchungen hoffentlich bestätigen. Heute, am Tag des Offenen Denkmals hieß es jedenfalls "open ship". Viele Besucher folgten der Einladung.

10.09.17 GRETAs Mast steht


























An anderen Tagen rätseln Besucher mit dem Kopf im Nacken an dem alten Wahrzeichen des Museumshafens über Sinn und Zweck der Konstruktion, heute erklärte sie sich von selbst. Man könnte frei nach B. Brecht sagen "Hier stehen sie und seh'n betroffen, der Mast ist drin und keine Frage offen".




Die zahlreichen Besucher auf dem Bohlwerk am Nachmittag kamen nicht wie üblich ausschließlich wegen eines Fisch-Brötchens, sondern tatsächlich wegen eines Fisch-Kutters. Sie kamen wegen GRETA, einer 113 Jahre alten Elbfischerjolle. Mit Hilfe des ebenfalls restaurierten "Historischen Krahns" auf dem Bohlwerk sollte das alte Boot wieder bemastet werden, ein weiterer wichtiger Schritt, um noch in diesem Sommer mit dem Traditionssegler in See zu stechen. Während der vergangenen Monate wurde der Rumpf einen entscheidenden Schritt weiter saniert und die Rundhölzer aufgearbeitet. Und wie eigens zu diesem Ereignis bestellt, schien ab mittags auch noch die Sonne und der mäßige Südwestwind bot zudem gute Voraussetzungen für die etwas kniffelige Arbeit. Schließlich muss der etwa zehn Meter lange Mast, an dem Kran hängend, in das enge Mastloch eingefädelt werden - möglichst ohne Schrammen am Holz und Quetschungen an den Händen. Heftige Böen und kabbeliges Wasser im Hafen sind da eher unwillkommen. Aber alles lief wie am Schnürchen, sogar die Wanten und Stagen passten auf Anhieb wie geplant und schon nach zwei Stunden war die Aktion beendet.



Wie beim Krahn, geht die Bedeutung von GRETA weit über die jeweilige Gebrauchsfunktion hinaus. "Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme" wird Thomas Morus immer wieder gerne zitiert, wenn es um die wichtigste Zukunfts-Aufgabe des Traditionsvereins geht. Leider wurden im Verein Museumshafen Flensburg e.V. seit einigen Jahren die Flammenträger immer weniger. Alte Aktive Mitglieder schieden aus oder verstarben, neue Mitglieder waren rar - Ein Problem, das der Museumsheafen mit vielen anderen Vereinen teilt. GRETA ist, mit den Worten der Lokalzeitung das "Generationenprojekt" des Museumshafens und hat in kurzer Zeit über einen Förderverein schon 70 neue, vorwiegend junge Mitglieder an den Museumshafen gebunden. Weitere sind herzlich willkommen.



Darüber hinaus begeistert das Projekt immer wieder großzügige Unterstützer, Privatpersonen und Unternehmer als Sponsoren, die mit ihrem Beitrag helfen, den Verein bei den Kosten zu entlasten. Erst heute hat der Verein "Flensburger Firmen für Region und Mensch (FFRM)" einen Beitrag für die Sicherheitsausrüstung übergeben.