28.10.13 Erster Herbststurm

Schon seit Stunden jagen Wolkenfetzen aus Südwest über Flensburg hinweg. Nachmittags fliegen die ersten Dachziegel auf die Straßen und Höfe. Der erste Herbststurm naht, als Folge des Sturmtiefs "Christian", das auf seinem Weg nach Flensburg schon die Nordseeküste mit Böen bis 160 km/h heimgesucht hat. Ein Mensch wird von einem Baum erschlagen. Die Norderstraße wird gesperrt, weil Teile der Dächer auf die Straße fallen. Im Hafen steilen die Wellen auf und heftige Böen reißen Wassertropfen aus ihren Spitzen, bis die Gischt in einer dicken Schicht den Blick auf die andere Hafenseite und die Werfthalle auswischt. Nimmt der Wind zu, krängen die Schiffe nach Lee über und schwingen in die Festmacherleinen. Wenn jetzt nur keins dieser Taue bricht. Im Nu würden die Schiffe gegeneinander treiben und sich beschädigen. Bei dem schnell sinkenden Wasserstand wird es jetzt auch schwierig, an Bord zu kommen um noch irgendetwas zu verbessern. Nun zeigt sich, dass Voraussicht eine Haupttugend der Seeleute ist, denn immer noch gilt der Satz "Things that can go wrong, will".
THOR und CHARLOTTE ohne Halt

Ebenso DAGMAR AAEN und AURORA von ALTONA.
Seit Jahren liegt der Museumshafen der Flensburger Hafen GmbH in den Ohren, weil die Dalben zunehmend verrotten. Vergebens, man ist dort auf Gewinnmaximierung getrimmt. Da werden die lästigen Mieter des Bohlwerks als unerwünschte Bittsteller abgewimmelt, obwohl die einstmals stabilen Pfähle zweifelsfrei zur Mietsache gehören und von dem "Enkel-Unternehmen" der Stadt Flensburg in Ordnung gehalten werden müssen. Noch vor zwei Wochen berichtete das Flensburger Tageblatt unter dem Titel "Ärger mit den Pollern" über die verfahrene Situation und die HAFENMELDUNGEN griffen ebenfalls das Thema auf. Jetzt, wo die alten Schiffe auf einen sicheren Halt angewiesen sind, wie seit zwei Jahren nicht mehr, brechen vier von ihnen wie mürber Keks. Nun hat DAGMAR AAEN und AURORA von ALTONA keinen Halt mehr, THOR und die gerade neu renovierte CHARLOTTE verlieren ihren Halt in Luv und drücken mit dem gemeinsamen Gewicht auf die Leinen und Dalben, an denen WIEBKE BOHLEN befestigt ist. RYVAR wird im Sturm an den Kai verlegt, nachdem ein Dalben gebrochen ist.


Glück im Unglück: dies alles geschieht am helllichten Nachmittag. Einige Freunde des Museumshafens und Schiffseigner sind gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. So können die Schiffe zumindest notdürftig befestigt werden im Sturm mit Orkanböen aus Südwest. Aber der Wind wird drehen und dann muss die ganze Aktion erneut durchgezogen werden. Festmachen für alle Windrichtungen jetzt ist zunächst einmal Vergangenheit.

Heute kam der erste Herbststurm. Er wird nicht der letzte sein.

26.10.13 Da waren's nur noch dreizehn

FORTUNA im Museumshafen Flensburg (Juli 2013)
Das Flunderboot FORTUNA liegt nicht mehr am Bohlwerk. Wer das 103 Jahre alte Fischerboot an seinem neuen Liegeplatz sehen möchte, muss jetzt nach Rostock fahren. Mit dem ziemlich originalen Schiff hat der Verein Museumshafen Flensburg schon wieder ein, laut Satzung, "Aktives Mitglied" verloren. Nach dem Weggang von FRIEDA, dem letzten Schiff aus der Gründerzeit des Vereins nach Bremerhaven, und dem Untergang von OLGA, einem der jüngsten Zugänge, hat sich der Bestand am Bohlwerk in den letzten zehn Jahren nahezu halbiert, jedes Jahr verließ ein Schiff den Verein. Zwei von ihnen wechselten in den Historischen Hafen, Abteilung Klassische Yachten, darunter der originalgetreue Nachbau eines Fischerbootes aus Bornholm. SORTE SARAH, ein Fischerboot vom Sund, wurde dem Historischen Hafen geschenkt. Seine Eigner gingen damit  dem Verein als Aktive Mitglieder verloren.

In der selben Zeit gab es auch Bewerber für die Aufnahme in den Museumshafen. Dort ist man jedoch zurecht wählerisch. Denn das Schiff soll zum Konzept passen und das künftige Mitglied zum Verein. Dem entsprechend gibt es eine Aufnahmeprozedur in der beide auf Eignung geprüft werden.

Der Gaffelvirus hat seine Ansteckungsfähigkeit hier an der Küste eingebüßt, wenn es darum geht, sich selbst um ein Schiff zu kümmern. Kommt es aber dazu, kann der neue Eigner inzwischen wählen, in welchem Museumshafen er festmachen will. Anderenorts, so hört man, sind oft die Bedingungen für einen Dauerliegeplatz günstiger als in Flensburg. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern soll man aktiv um traditionelle Segelschiffe werben.

Stadtführer, die mit ihren Gruppen regelmäßig das Bohlwerk besuchen, sagen oft: "Früher war an dieser Stelle..." und was dann folgt, ist vergangen und vorbei. Es wäre schade, wenn der Museumshafen eines Tages auch dazu gehörte.

Nach unserer Kenntnis schieden seit dem Jahr 2000 folgende Schiffe als Mitglieder aus dem Verein Museumshafen:

BELLIS
CARMELAN
DE TO SØSTRE (ex DIE ZWEI SCHWESTERN)
ELSE af SLETTEN
FRIEDA von HADERSLEBEN
FORTUNA
GRETA
HANS von WILSTER
KIVIOQ
LIBELLE
NORDLYS
OLGA von SKAGEN
SIONNACHAN
VAAR
VANADIS (ex VALDIVIA)

25.10.13 Besuch beim Stammtisch


Im Schifffahrtsmuseum findet in regelmäßigen Abständen ein besonderer Stammtisch statt; es trifft sich die "Kartonmodellbaugruppe zwischen den Meeren". Das faszinierende Geduldspiel, aus bedruckten Kartonbögen plastische Modelle herzustellen, wird dort bis zur Perfektion betrieben. Gäste sind immer willkommen (die Modellbögen haben zum großen Teil verschiedene Detailierungsgrade; so finden auch Neueinsteiger "ihr" Modell).

In den Herbstferien konnten etliche Jungeinsteiger ausprobieren wie es geht, und es war spannend zu sehen: Es gibt eine Welt neben Computer und Fernsehen, welche die Kids fesselt.

Die Kosten sind gering und die Werkstatt paßt in eine Zigarrenkiste. Zu Beginn werden die neuen Modelle begutachtet und Termine besprochen.




Neben dem unten genannten Termin sind zwei weitere besonders beachtenswert :

Am 26.10.2013 stellen sich die Kartonbauer bei dem Infotag für Krebskranke und Angehörige im Haus der Familie vor (11bis 16 Uhr Wrangelstr. 18 )

Selbsthilfegruppe  "Kartonmodellbau für Krebskranke" jeweils Mittwochs
im Franziskus-Hospital von 15 bis 17 Uhr.

16.11.2013 Basteltreffen im Museumspädagogischen Raum des im Schifffahrtsmuseums Flensburg

04.02.2014 Volkshochschulkurs für Neu- und Wiedereinsteiger im Schifffahrtsmuseum Flensburg

11.02.2014 Volkshochschulkurs für Neu- und Wiedereinsteiger im Schifffahrtsmuseum Flensburg

18.02.2014 Volkshochschulkurs für Neu- und Wiedereinsteiger im Schifffahrtsmuseum Flensburg

09.03.2014 "Tag des Kartonmodellbaus" im Schifffahrtsmuseum Flensburg

24.10.13 Schiff ja, Museum nein

OLINE, Gast  im Museumshafen
Seit die ARCHE NOAH Flensburg vor zwei Tagen verlassen hat, haben wir nur noch zwei älteste Schiffe in Flensburg: FULVIA, das alte Paketschiff von 1898 und, noch älter OLINE, die Kvase von 1878. Sie wurde heute mit einem langen Artikel im Lokalteil des Flensburger Tageblatt bedacht. Er erscheint anlässlich des Stapellaufs vor 135 Jahren, als der segelnde Transporter für Lebendfisch in Frederikshavn vom Stapel gelassen wurde, als von Flensburgs "ältestem Museumsschiff". Schön wär's. Das mit dem Alter stimmt zwar, aber an dem Ehrentitel "Museumsschiff" müsste doch noch ein wenig gearbeitet werden.
In dem Artikel kommt der Eigner mit dem Wunsch zu Wort, das Schiff möge aus seinem "langen rauen Leben erzählen" können. Viel mehr an rauem Leben als in seiner Zeit als Eigner wird das Schiff hoffentlich nicht erlebt haben, aber davon wird in dem Artikel nichts erwähnt. Und wenn er es der Nachwelt erhalten will, muss er noch ein bisschen was machen. In den letzten drei Jahren ist ja nicht so wahnsinnig viel passiert. Nun ja, was nicht ist, kann ja noch werden.
Aber vielleicht hat der Schreiber des Artikels nur einen feinsinnigen Hinweis geben wollen, um auf ein paar Widersprüche aufmerksam zu machen. Der Begriff "Museum" ist hierzulande, zumindest wenn sie in privater Hand sind, nicht geschützt. Aber nach allgemeinem Sprachverständnis vermittelt ein Museum immer auch ein Verständnis für die Kultur der Zeit, aus der das Exponat stammt. Was bei OLINE zu besichtigen ist, gehört derzeit sicherlich nicht in diese Kategorie, es sei denn, man nennt alles Alte museal.
Der Zustand von OLINE ist ein Symptom für das allgemeine Dilemma, in der sich die ganze Szene der Traditionsschiffe und was sich dafür hält, befindet. Zwar bekundet der liebe allsorgende Vater Staat ein dringendes Interesse an der historischen maritimen Kultur, die es für die Nachwelt zu erhalten gilt. Aber wenn es zum Schwur kommt, wie zum Beispiel der Frage was denn ein Traditionsschiff ist, genügen ein paar schwarze Flaggen auf Schiffen während Hafenfesten um wegen des "Fremdenverkehrs" der durch klare Richtlinien gefährdet sei, ein Moratorium zu entscheiden. Da ist von Bewahrung der Kultur schon gar keine Rede mehr.
So kann es durchaus dazu kommen, dass ein Zerrbild von als Piraten verkleideten Seeleuten als zugkräftiger eingeschätzt wird als Demonstrationsfahrten zum Thema Fischerei nach historischen Methoden. Die sind nämlich verboten. Historische Frachtsegler müssen nach denselben Standards ausgerüstet sein wie die modernen Berufsfahrzeuge, wenn sie Fracht transportieren wollen. Nur aus diesem Grund werden Fischerei- und Frachtsegler unterschiedslos zu Personenschiffen umgerüstet. Von den Traditionsschiffen im Museumshafen kann nur FULVIA als ehemalige Personenfähre auf der Route Grena - Anholt in seiner ursprünglichen Betriebsweise gefahren werden. Will jemand ein historisches Schiff tatsächlich in seiner ursprünglichen Art bewahren und betreiben, dann steht er mit der Aufgabe mutterseelenallein an der Hafenkante. Für die Instandsetzung und den Unterhalt muss er oder sie komplett selber sorgen und darf doch nur Touristen schippern. Dadurch entsteht ja erst die Versuchung, wegen der notwendigen Einnahmen beim Erhalt der historischen Substanz Kompromisse zu schließen. Beim Betriebskonzept reden schon Verwaltungsbeamte mit und im Hintergrund lauert die Gefahr, dass die Betriebserlaubnis versagt wird.
So kann das nicht weitergehen. Wenn der Staat etwas tun will, um Kulturzeugnisse zu erhalten, muss er das der Kultur zuliebe tun und aus keinem anderen Grund. Dann, aber nur dann, haben die wirklich historischen Schiffe, die es ja auch noch gibt, eine faire Chance.

23.10.13 Mehr Bilder von der Apfelfahrt

Heute steht der Markt auf dem Bohlwerk im Mittelpunkt der Bilderserie von der Apfelfahrt 2013. Wie man sieht, wurde mehr geboten als "nur" Äpfel. Zeitgemäß, bezogen auf den Ursprung vor 100 Jahren: Immer konnte man leise die Melodien alter Seemannslieder hören, und zwar ganz ohne elektronische Verstärkung. Es war angenehm warm, die Punschtassen im Pullover wurden nicht wirklich gebraucht. Sei's drum, wir haben ja noch den Grogtörn. Die gute Stimmung hatte sich auf das Wetter übertragen und die Besucher waren zahlreich und zufrieden. Was will man mehr?






















































 


Alle Fotos hat Harald Harpke gemacht.

23.10.13 Neu im Lüttfischerhafen

TUULA
Foto: H.Harpke
Der Lüttfischerhafen hat einen Neuzugang: TUULA, ein Bornholmer Spiegelboot. Die Crew  von TUULA hat auf der Apfelfahrt im Lüttfischerhafen das Apfelpflücken für die kleinen Bootakrobaten organisiert und durchgeführt. Dafür musste jemand unter anderem stundenlang geduldig die Angel mit dem Apfel halten. Dabei durfte die Hilfe für die geschickten Ruderer nicht zu offensichtlich sein: ein Junge hatte sich darüber beschwert. Richtig so, junger Mann. Anerkennung will ehrlich verdient sein!

22.10.13 Bilder von der Apfelfahrt

Freundlicherweise haben wir Fotos von H. Harpke erhalten, der die Apfelfahrt 2013 mit seiner Kamera begleitet hat. Hier eine Auswahl von dem Ausflug nach Glücksburg und Kollund.



























































In den nächsten Tagen kommen weitere Bilder, vom Apfelmarkt auf dem Bohlwerk und von Menschen, die sich dort vergnügen.
Einfach immer mal wieder in die HAFENMELDUNGEN hineinschauen.
Und an den Fotografen herzlichen Dank!









22.10.13 Freie Sicht am Hafen

Die ARCHE NOAH ist weg. Vier Wochen lang wurde das Bild des Flensburger Hafens von der gewaltigen
ARCHE NOAH
Bild: WIKIPEDIA

Bretterwand an der Gästepier beherrscht. In dem auf einen Ponton montierten großen Holzgebäude konnte man die biblische Geschichte in künstlerischen Bildern des Alten und des Neuen Testaments kennenlernen. Sicherlich kein ganz unnützes Informationsangebot, denn schließlich berufen wir uns gerne auf die christlich-abendländische Kultur. Wie man so im Vorübergehen beobachten konnte, wurde es von vielen Besuchern aufgesucht. "Der Eintrittspreis hat sich gelohnt", sagten alle, die wir fragten. Nach diesem Einblick haben wir nun wieder freien Ausblick. Ist auch nicht schlecht.


22.10.13 Herbsttag auf der Förde

Heute war vermutlich der wärmste Tag dieser Woche. Strahlender Sonnenschein vom Aufgang bis zum Untergang. Ein Tag wie ein Geschenk! Mittags ist es auf dem Wasser um 20° C warm. Es gab Wochen in diesem Sommer, wo wir uns nach so viel Sonne und Wärme gesehnt haben. Dazu ein mäßiger Wind (vier Beaufort) aus Südost mit frischen Böen. Das lädt zu einem Ausflug auf die Förde ein und diese Einladung konnten wir nicht ausschlagen.
An einem Tag wie heute erleben wir das Segeln hier auf andere Weise. Kaum ein anderes Schiff ist auf dem Wasser, keine Motorboote oder gar Wasserflugzeuge. Ringsumher nichts als Stille pur, nur das Wasser gluckst ein wenig. Die Sonne steht mittags niedrig und das Wasser glänzt mit tausend Lichtern. Im Gegenlicht ist wenig zu erkennen, im gleißenden Glanz erscheinen nur schwarze Silhouetten.
Ein paar kleine Catboote tummeln sich auf dem Wasser. Junge Menschen segeln spielerisch umeinander, unterhalten sich und steuern lässig mit einem Fuß auf der Pinne.
In drei Stunden sind wir vor der Bucht von  Rinkenæs, Zeit umzukehren, denn
KRÄFTAN
die Tage sind schon merklich kürzer geworden. Schon am späten Nachmittag sinkt die feuchte Abendluft nieder. Dann sollten die Segel wieder unter ihren Persenningen sein.
Vor dem Flensburger Hafen begegnen wir KRÄFTAN, der historischen Jolle der Ostseeschule Flensburg. Sie kreuzt mit uns in den Hafen hinein. Schön zu sehen, wie die jungen Menschen mit dem Boot umgehen. Trotz seines geringen Tiefgangs läuft es erstaunlich hoch am Wind, ohne Motor, wir hätten sonst sein kerniges "tong, tong, tong" gehört.  Es ist also trotz seines Namens (Schwedisch Kräftan = Krebs) kein Querlöpper ¹).
Dreizehn Wendemanöver später haben wir den Museumshafen passiert, ein sportliches Vergnügen.

¹) So nennt man ein Schiff, das beim Kreuzen sehr stark seitlich vertrieben wird.

21.10.13 Das war die Apfelfahrt. Danke!!

Das Team der Apfelfahrt
Foto: Sabine Große-Aust

























Die 33. Apfelfahrt des Museumshafen Flensburg e.V. war wieder einmal ein voller Erfolg. Auch wenn weniger Besucher den Weg zum Bohlwerg fanden als in früheren Jahren: Die Stimmung war gut, wie das Gruppenbild zeigt, das Wetter hat durchgehalten und für den Verein blieb unter dem Strich hoffentlich mehr als eine "schwarze Null" übrig. In diesem Jahr soll der Reinerlös für die erneut notwendige Sanierung des Historischen Krans von 1726 verwendet werden. Der Verein widmet sich, neben anderen gemeinnützigen Projekten, dem Unterhalt dieses Bauwerks, das mittlerweile zu einem Wahrzeichen der alten Stadt an der Förde geworden ist.
Die Eigner eines jeden Schiffes im Museumshafen richten alljährlich zu Ende der Schulferien in Schleswig-Holstein die Apfelfahrt  aus. Sie beginnt traditionell Freitag mittags mit einer Ausfahrt über die Förde. Die "großen" Schiffe fahren dann nach Glücksburg um Äpfel zu laden, während die "kleinen", offenen ehemaligen Fischerboote nach Kollund Mole segeln, wo die Nachbarn in Dänemark ein Fest ausrichten. Abends kommen dann alle wieder zurück in den Museumshafen und bringen oft Gäste mit. In diesem Jahr waren das der Lofotenfischer SOLVANG aus Apenrade und der Schokker TO SVANER aus Kappeln. Auf dem Bohlwerk wurden inzwischen Stände für den Apfelmarkt  aufgebaut, teils nach modernem Standard, teils Marke Eigenbau, wie der alte "Infostand" des Vereins, aber auch urige Einfachstbauten aus Latten und alten Segeln. Natürlich gibt es - nomen est omen - Äpfel in jeder Variation. Ob a la naturelle (Boskop, Ingrid Marie, Gravensteiner, Holsteiner Cox u.a.) oder veredelt als Æblekæge (eine dänische Spezialität), Apfelkuchen oder Apfelessig, Apfelspeck, Apfelschmalz, Bratäpfel, Apfelsaft, Apfelwaffeln, Apfelpunsch, Äpfel für jeden Geschmack.

Foto: H. Harpke
Besonders schön ist immer wieder das Kinderprogramm, ganz ohne Elektronik oder anderen Schnickschnack. Und siehe da: Auch heute noch eifern die Kleinen, weil sie sich, an der Kurbel der alten Saftpresse drehend, ihren eigenen Apfelsaft machen wollen. Andere sind glücklich, wenn ihre Gesichter fantasievoll geschminkt werden. Eine besonders schöne Idee hatten die Mitglieder im so genannten "Lüttfischerhafen", wo Kinder in einem geruderten Optimisten sich einen Apfel pflücken konnten. Erstaunlich, wie geschickt und beharrlich die jungen Bootsakrobaten da zugange waren! Und der selbst ergatterte Apfel schmeckte sicherlich noch besser als gekaufter Süßkram.
Eine wunderbare Idee lebte schon letztes Jahr wieder auf. Während damals eine "Lottofee" Lose verkaufte, war es diesmal die "Wilde Hilde", eine Seeräuberin der charmanten Art. Bekanntlich waren Seeräuberinnen in früheren Zeiten ganz speziell, wenn sie ihre Ziele verfolgten. Diesmal lief das nicht minder beharrlich ab, aber viel witziger und sehr liebenswürdig. Es waren viele Preise zu gewinnen, gestiftet von Unternehmen Vereinen und Privatpersonen aus und um Flensburg. Den großzügigen Spendern sei an dieser Stelle herzlich gedankt (in alphabethischer Reihe):
Wir bekamen Bilder, Bilder, Bilder vom Apfelmarkt versprochen. Sobald sie eintreffen, werden wir sie hier veröffentlichen. Bis dahin einfach immer wieder mal in die HAFENMELDUNGEN schauen. Danke!

18.10.13 Apfelfahrt bei Kaiserwetter


Nach den sintflutartigen Regenfällen gestern hätte kaum jemand der Wettervorhersage geglaubt, hätte er dieses wunderbare sonnige Herbstwetter angekündigt, das wir heute hatten. So gab der Seewetterbericht noch heute Morgen im Deutschlandfunk eine Starkwind- und Sturmwarnung für das Fahrgebiet Belte und Sund heraus, mit Böen bis acht Beaufort.
Davon konnte zum Glück keine Rede sein. Schwache zwei bis drei Windstärken aus nördlicher Richtung versetzten die Schiffer aus dem Museumshafen zwar nicht gerade in einen Geschwindigkeitsrausch; sie genügten aber für eine beschauliche Fahrt nach Kollund (die kleinen offenen Boote) und nach Glücksburg (die größeren und großen).
In Glücksburg an der Bäderbrücke warteten bereits Hunderte Schaulustige, als der Logger RYVAR festmachte. Ihm folgten bald die anderen Traditionssegler. Im Nu gruppierten sie sich in zwei Päckchen zu beiden Seiten der langen Brücke, an der sonst nur die Bäderschiffe festmachen.

Die Zeit reichte nicht für einen Landgang. Es wäre auch schwierig gewesen, an Land zu gehen, denn schon hatte sich eine lange Menschenkette gebildet. Sie reichten eine Holzkiste nach der anderen zu den Schiffen. Jede gefüllt mit zwanzig Kilo frischer, schmackhafter Äpfel aus der Region. Ein paar schafften den Weg zu den Schiffen nicht ganz, dann waren sie als "Wegzehrung" den Weg aller Äpfel seit Adam und Eva gegangen; das gehört auch zur Apfelfahrt.
Der Rückweg musste leider mit Maschinenkraft bewältigt werden; der Wind war nahezu komplett eingeschlafen. Nur der Haikutter BODIL versuchte sein Glück unter Segeln. Bei Sonnenuntergang lief die kleine Flotte wieder in den Museumshafen ein.
Morgen Vormittag beginnt der traditionelle Apfelmarkt. Nun bleibt zu hoffen, dass auch die Wettervorhersage für Samstag und Sonntag daneben liegt, und statt der angekündigten Regenschauern milde Oktobersonne auf das Bohlwerk fällt.

16.10.13 Herbsttag auf der Werft

Bei dem Wetter heute muss man auf das Segeln sehr versessen sein. Es ist kühl, feucht und der Wind nimmt sich eine Atempause. Also bietet sich eine gute Gelegenheit mal wieder mit dem Auto nach Egernsund zu fahren, um zu sehen, was es dort Neues zu sehen gibt.




Schon von Weitem fallen die hohen Holzmasten eines Schoners auf, der auf der Slipbahn steht. Beim Herankommen erkennen wir den schwarzen Rumpf der KRIK VIG aus Lübeck. Ganz charakteristisch ist ihr Heck in der typischen Form der Esbjerg-Kutter. Obwohl erst 1957 gebaut, wurde sie noch als segelndes Fischereifahrzeug mit Hilfsmotor in Dienst gestellt. Nun wird sie wird neu kalfatert. Es wird nicht das erste Mal gewesen sein. Bei diesem großen Schiff ist das auch für vier Arbeiter eine Menge Arbeit.












Außer zwei kleineren Fischereifahrzeugen, die jetzt nach der Saison überholt werden und neue Unterwasser-Farbe bekommen, liegt hier auch WIKING aus Magdeburg. So kann man es zumindest am Heck lesen.
Das Schiffshistorische Archiv Flensburg gibt hingegen Greifswald als Heimathafen an. Sie liegt auf der Helling seitab, die wir unter uns die "Intensivstation" nennen. Wer sein Schiff dort zur Reparatur hinlegt, darf nicht ungeduldig sein. Auch bei WIKING müssen viele Planken ausgetauscht werden und das geht nicht mal eben übers Wochenende. Anschließend wird sie wieder ein zuverlässiges Schiff sein, das hoffentlich noch viele Jahre fahren kann.



An dem Schlengel vor der Slipbahn liegt eine klassische Jacht aus Norwegen. Sie verbringt oft den Sommer in dänischen Gewässern und bleibt über den Winter auf der Werft von Christian Johnson. Er hat in letzter Zeit immer häufiger klassische Jachten in Arbeit. Nun hat er auch zusätzliche Stellflächen für ein Winterlager angemietet.


In der Werfthalle liegt ein neuer Mast. Er hat schon ein paar Lagen Lack bekommen. Es ist der Besanmast der FULVIA aus Flensburg. Sie verlor ihn bei einer ungeplanten Halse in diesem Sommer. Seit dem muss die historische Personen- und Paketfähre aus dem Kattegat ohne das praktische Besansegel zurechtkommen. Das wird nun bald vorbei sein und FULVIA wird wieder so gut segeln wie eh und je.

16.08.13 LUNA VIII entdeckt

LUNA VIII (in der Bildmitte) liegt in Egernsund längsseits von CAROLA
Die HAFENMELDUNGEN haben verschiedentlich über die Restaurierung der alten 10mR Jacht des dänischen Königs Christian X. berichtet. Nachdem die alte Lady wieder zu Wasser gelassen wurde, lag sie einigen Zeit in der Sammlung klassischer Jachten des Historischen Hafens Flensburg. Währenddessen wurde ihr Mast überholt und lackiert. Nun wartet LUNA VIII darauf, dass er gesetzt wird, damit das Schiff wieder aufgeriggt werden kann.
Beim Betrachten fällt auf, wie weit die Spanten ausfallen, d.h. nach oben breiter werden. Das soll ihr vermutlich eine hohe Anfangsstabilität geben, d.h. sie kann in einem bestimmten Bereich aufrechter segeln und damit schneller sein, als mit steileren Bordwänden. Aber das wird sie wohl erst im nächsten Jahr beweisen können. Denn auf der Flensburger Förde ist die Segelsaison für klassische
Wer kennt diese Schönheit?
Jachten eigentlich schon vorbei.





Dennoch fiel bei der Rückfahrt (auf dem schönen Fjordveij) eine einsame klassische Yawl auf, die unter Vollzeug nach Norden strebte. Diese Riggform ist in nicht mehr häufig zu sehen. Viele ehemalige Yawls büßten im Laufe der Jahre ihren Besanmast ein und mutierten damit zur Slup oder zum Kutter.
Wegen des diesigen Wetters konnten wir nicht genau erkennen, welches Schiff da bei schwachem Wind segelte. Wir tippen auf PETER von SEESTERMÜHE aber vielleicht weiss es einer unserer Leser besser?

PS.: Ein freundlicher Leser der HAFENMELDUNGEN hat die Yawl erkannt. Es ist die TAIFUN der Bundesmarine. Danke für Mail auch an dieser Stelle!